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Die Sieger der SAP Quality Awards in der Region EMEA

7. April 2017 von Tina Fuest 0

Am 6. April 2017 kürte SAP die Sieger der SAP Quality Awards des Jahres 2016. Dabei werden Kunden für besonders erfolgreiche SAP-Implementierungen ausgezeichnet.

Die glücklichen und stolzen Gewinner der SAP Quality Awards. Bild: © Carina Kircher Fotografie.

Die regionalen Sieger der SAP Quality Awards 2016, die die besten Kundenimplementierungen in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) auszeichnen, wurden in der SAP-Zentrale in Deutschland bekannt gegeben. Ob sie Gold, Silber oder Bronze gewonnen hatten, erfuhren die Sieger erst auf der regionalen Preisverleihung. Franck Cohen, President von SAP Europe, Middle East & Africa, sagte, die Farbe der Medaillen sei das am besten gehütete Geheimnis bei SAP. „Es ist leichter in das US-Goldlager Fort Knox einzubrechen als herauszufinden, wer die regionalen SAP Quality Awards gewonnen hat.“

Ausschlaggebend für die Verleihung eines Quality Awards ist, dass die SAP-Implementierungen ihren Unternehmen echten Nutzen bringen und termingerecht und innerhalb oder sogar unterhalb des vorgesehenen Budgets realisiert werden. Der Erfolg eines ausgezeichneten Projekts ist dabei keine Glücksache, sondern das Ergebnis genauer Planung und Umsetzung. Insgesamt hatten 258 Kunden ihre erfolgreichen Projekte eingereicht, 128 davon erhielten einen lokalen Quality Award in Bronze, Silber oder Gold. Alle Gold-Preisträger qualifizierten sich automatisch für die regionalen Awards. Davon wurden zwölf Sieger in den vier Kategorien Business Transformation, Cloud Innovation, Fast Delivery und HANA Innovation von unabhängigen Juroren ermittelt, um größtmögliche Objektivität zu gewährleisten. Sie bewerteten die Vorteile, die diese Projekte nachweislich ihren Unternehmen brachten. Ihre Entscheidungen basierten zudem darauf, inwieweit die Projekte sich an den zehn Qualitätsprinzipien orientierten – beispielsweise ob der betriebliche Nutzen bei dem Projekt im Vordergrund stand und ob Change Management bei der Umgestaltung des Unternehmens zum Tragen kam. Die Qualität der Projekte war in diesem Jahr sehr hoch, sodass der Jury die Wahl der letztlichen Sieger schwer fiel.

Als Gewinner wurden folgende Unternehmen mit ihren Projekten gekürt:

Preisträger der Kategorie Business Transformation

Gold in der Kategorie Business Transformation holte PJSC Sberbank, die größte Bank Russlands. Mit Unterstützung von BDO Unicon hatte sie die Anwendung SAP ERP powered by SAP HANA in 16 territorialen Banken mit über 17.500 Zweigstellen in Russland implementiert. Ziel der Einführung war es, die Abwicklung in sämtlichen Unternehmensbereichen umzugestalten. Das Projekt zentralisierte das Ausgabenmanagement-System und verbesserte die Kostentransparenz. Zudem wurden alle papiergebundenen Prozesse in der Buchhaltung abgeschafft und die Erstellung von Berichten um das 300-Fache verkürzt. Einer der Erfolgsfaktoren des Projekts war, dass die Zufriedenheit der Anwender im Vordergrund stand. Vor dem Go-live befragte das Projektteam die User regelmäßig zu ihrer Zufriedenheit und stelle mit Gamification sicher, dass die Lösung von den Endanwendern gut angenommen wurde.

Silber errang die Stadt Kapstadt zusammen mit SPPrac (SP Practice Consulting Services Pty Ltd). Sie hatte SAP Project Portfolio Management (PPM) eingeführt, um das Management von Kapitalprojekten zu verändern und insbesondere deren langfristige Planung, Auswahl und Durchführung zu verbessern. Das Projekt brachte spürbare Verbesserungen im Finanzbereich und übertraf die Business-Case-Planung deutlich. Besonders beeindruckte die Juroren die gut strukturierte Durchführung, die strenge Einhaltung der Vorgaben und der Qualitätsfokus. Die Stadt Kapstadt setzte SAP Best Practices ein und achtete darauf, dass so wenig wie möglich Eigenentwicklungen erforderlich waren. Wurden Lücken festgestellt, wurde diese durch Prozessänderungen geschlossen. Um sicherzustellen, dass die Lösung gut bei den Anwendern ankam, setzte die Stadtverwaltung auf sogenannte Innovation Champs, die den Mitarbeitern die Ziele der Implementierung näherbrachten. Als zusätzlicher Nebeneffekt konnte dadurch auch das bisherige Silodenken im Unternehmen abgebaut werden.

Hervorragendes Projektmanagement und eine enge Zusammenarbeit mit Implementierungspartner Atos Serbia brachten Ahold Delhaize den Bronze-Award für die Einführung der Branchenlösung SAP for Retail in Serbien ein. Ahold Delhaize ist ein internationaler Lebensmitteleinzelhändler mit über 375.000 Mitarbeitern und 6.500 Läden in elf Ländern. Durch die Zentralisierung und Vereinfachung der Systemlandschaft und den Einsatz von Templates konnte das Unternehmen seine Sortimentsgestaltung und das Management von Aktionen verbessern, den Umsatz steigern und die Systemgesamtkosten senken.

Preisträger der Kategorie Cloud Innovation

Mit der Einführung eines HR-Komplettsystems gewann Tata Steel Europe den Gold-Award in der Kategorie Cloud Innovation. Capgemini UK unterstützte das Unternehmen bei der Implementierung der Produktsuite SAP SuccessFactors für 18.500 Arbeiter und Angestellte in Großbritannien und den Niederlanden. Ein wichtiger Projektmeilenstein war ein Arbeitssicherheitsbericht, mit dem Schulungen und Qualifikationen in Echtzeit erfasst werden, um das Risiko von Arbeitsunfällen zu senken. Vor dem Projektstart hatte Tata Steel Europe seine strategischen Anforderungen ermittelt und Referenzkunden besucht, um sich über Best Practices zu informieren und Fehler zu vermeiden. Dadurch konnten der betriebswirtschaftliche Nutzen des Projekts genau festgelegt und sowohl qualitative als auch finanzielle Kennzahlen definiert werden, die während des Projekts laufend gemessen wurden. Mitarbeiter und Manager profitieren bereits von den Selfservice-Funktionen und den mobilen Nutzungsmöglichkeiten von SAP Sucess Factors und können ihre Personalangelegenheiten nun zu jeder beliebigen Zeit und am gewünschten Ort erledigen. Darüber hinaus wurde auch das Personalbeschaffungssystem optimiert. Tata Steel Europe muss nun weniger über Personaldienstleister rekrutieren, und auch die Anwenderfreundlichkeit für Bewerber hat sich durch das neue System verbessert. Die Zufriedenheit der Anwender im Bereich Personalbeschaffung in Großbritannien liegt derzeit bei 93 Prozent. Mit der Einführung des HR-Systems SAP SuccessFactors konnte Tata Steel Europe sein Personalwesen umfassend modernisieren – ein Punkt, der für die Jury maßgeblich war.

HKScan Oy, der führende skandinavische Hersteller von nachhaltig produziertem Qualitätsfleisch, Fleischwaren und Convenience-Lebensmitteln mit Sitz in Finnland, wollte seine CRM-Prozesse erneuern, Kundendaten an einer Stelle konsolidieren und die manuelle Berichterstellung reduzieren. Das Unternehmen wählte SAP Hybris Cloud for Customer zur Abwicklung seiner Vertriebsprozesse, darunter auch der Neukunden-Akquisition und der Services für Kunden und Verbraucher. Die Lösung sollte HKScan Oy helfen, den Umsatz zu steigern, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und die Datentransparenz zu verbessern. Der Umstieg auf eine Cloud-Lösung war eine strategische Entscheidung, mit der man die Systemgesamtkosten senken wollte. Implementierungspartner Bilot Consulting Oy empfahl, die Agile Implementierungsmethode zu verwenden. Bereits frühzeitig im Projekt begann man, die Key User über die neuen Prozesse und das System anhand von Prozessdarstellungen und Demos zu informieren. Besonders angetan waren die Juroren von der Zusammenarbeit und den Abstimmungsprozessen des Projektteams mit den Fachabteilungen, wenn die Cloud-Lösung von den Anforderungen abwich, und belohnten HKScan mit einem SAP Quality Award in Silber.

Mediq B.V., ein führender global Player im Gesundheitswesen mit Sitz im niederländischen De Meern, erhielt den Bronze-Award für die Implementierung von SAP SuccessFactors in nur vier Monaten. Das Projekt deckte die HR-Kernprozesse und das Leistungs- und Zielvereinbarungsmanagement ab. Gesteuert wurde es von der Personalabteilung, unterstützt von Deloitte. Im Vordergrund standen das Erreichen der Projektziele und die Einhaltung des Zeitplans. Mediq hatte ein sehr genaues Konzept für die Projektsteuerung mit regelmäßigen Steering Committee Meetings in kurzen Abständen, um schnelle Entscheidungen zu ermöglichen. Der kurz- und langfristige Nutzen für das Unternehmen wurde genau festgelegt und größtenteils auch beim ersten Roll-out erreicht. Durch die Einführung gibt es nun weniger administrative Arbeiten in der Personalabteilung. Darüber hinaus stehen den Managern nun mehr Informationen unmittelbar zur Verfügung, sodass Entscheidungen besser getroffen werden können. Mit der künftigen Integration von Personalabrechnungs- und Business-Intelligence-Funktionen wird die Prozessoptimierung weiter voranschreiten.

Preisträger der Kategorie HANA Innovation

Bei dem Gold-Award-Preisträger der Kategorie HANA Innovation handelt es sich um die griechische Bankengruppe EUROBANK ERGASIAS S.A., die in sieben Ländern aktiv ist. Das ausgezeichnete Projekt ist die erste Implementierung von SAP S/4 HANA Finance im Bankensektor. Die neue Lösung ersetzt vorhandene ERP- und Satellitensysteme. Eurobank wollte einen zentralen, einheitlichen Datenpool, um operative Risiken zu senken und mehr Kontrolle und Effizienz im Finanzbereich zu erhalten. Das Projekt konnte komplett aus Eigenmitteln finanziert und unterhalb des vorgesehenen Budgetrahmens realisiert werden. Möglich wurde dies, weil die Eurobank SAP-Standards und eine SAP Rapid Deployment Solution einsetzte, um eine schnellere und kostengünstigere Implementierung zu erreichen. Aber auch eine hervorragende Projektplanung und -durchführung trugen zu der Kosteneffizienz wesentlich bei. „Dieses Projekt wurde genau nach den Vorgaben umgesetzt“, wie einer der Juroren sagte. Bereits jetzt sind die Verbesserungen spürbar: So konnte die Eurobank den Tagesabschluss komplett automatisieren, die Anzahl der Kostenstellen deutlich reduzieren und durch die Abschaffung von Altsystemen die jährlichen Wartungskosten senken.

SOCAR, das staatseigene Ölunternehmen der Republik Aserbaidschan, gewann Silber für die weltweit erste Implementierung der Lösung SAP Digital Upstream Operation Management. Mit Unterstützung von SAP-Experten konnte SOCAR alle Prozesse für die Erhebung der Ölförderungsdaten automatisieren. Es entstand eine zentrale Datenablage, die für mehr Genauigkeit sorgte und ein standardisiertes Echtzeit-Reporting ermöglichte. Doppelt vorkommende Berichte gehören nun der Vergangenheit an, und die Erstellung der Bilanzen für den Öl- und Gasbereich konnte von 15 auf drei Tage verkürzt werden.

Den Bronze-Award holte sich der deutsche Discounter Lidl Stiftung & Co. KG. Als einer der führenden europäischen Lebensmittel-Einzelhändler mit rund 215.000 Mitarbeitern ist Lidl in 30 Ländern weltweit vertreten und betreibt circa 10.000 Läden und mehr als 140 Verteilzentren in derzeit 27 europäischen Ländern. Das Geschäftsmodell von Lidl „beste Qualität zum bestmöglichen Preis“ trifft auch auf sein eLWIS-Projekt zu. Lidl implementierte SAP Retail powered by SAP HANA im Rahmen der größten IT-Umstellung in seiner Firmengeschichte. Beindruckt war die Jury von den äußert schnellen ersten Rollouts in Österreich und Nordirland. Erreicht wurde dies durch ein engagiertes internationales Projektteam, das für eine sorgfältige Planung und Durchführung sorgte und über effiziente Entscheidungsstrukturen verfügte. Zum Projekterfolg trugen auch die neuen Einführungsmethoden von Implementierungspartner KPS bei, mit denen sich sämtliche Prozesse modellieren ließen.

Preisträger der Kategorie Fast Delivery

Die Jury verlieh Ketraco (Kenya Electricity Transmission Company Ltd) Gold für sein äußerst komplexes Kipepeo-Projekt. Bei dem Projekt, das von INDRA Ltd. unterstützt wurde, hatte der kenianische Energieversorger das Management seiner gesamten Stromübertragungsinfrastruktur auf ein SAP-System umgestellt. Bereits in der Blueprint-Phase setzte Ketraco SAP Quality Assurance ein, um mögliche Probleme schon vor dem Projektstart zu erkennen und zu lösen. Dadurch konnte SAP ERP powered by SAP HANA in sieben Monaten für 250 Anwender erfolgreich implementiert werden. Mit der neuen Lösung profitiert das Unternehmen nun von einer besseren Ressourcenauslastung und mehr Transparenz. Außerdem nutzt Ketraco modernste Funktionen von SAP HANA Analytics zur Entscheidungsunterstützung und ist nun bereit für den Umstieg auf SAP S/4HANA. Damit gehört der Energieversorger zu den ersten Unternehmen, die in diesem Markt zur neuesten Technologie der SAP migrieren.

Den regionalen Silber-Award erhielt der zweimalige Gold-Award-Sieger der Region MENA Al Nasser Trading and Import Company. Der größte Anbieter für Beleuchtungs- und moderne Gebäudesteuerungssysteme im Nahen Osten hatte mit Unterstützung von Isyx Technologies SAP ERP powered by SAP HANA eingeführt. Bei der Implementierung kam Al Nasser seine Erfahrung aus früheren Projekten zugute. Vor dem Projektstart bildete das Unternehmen ein Datenmanagement-Team, das die Daten im Vorfeld bereinigen und restrukturieren sollte. Das Team beschloss, so wenige Daten wie möglich zu migrieren und stattdessen alle Altdaten in ein Online-Portal zu stellen. Um Kontinuität beim Projekt sicherzustellen, wurden jedem Modul jeweils zwei Teammitglieder zugeordnet. Zudem fanden vor jeder Projektphase Einführungs- und Orientierungsveranstaltungen statt. Besonders innovativ beim Projektmanagement war, dass das gesamte Projekt papierlos ablief. KPIs und Dashboards wurden über das Projektportal aktualisiert, und die gesamte Kommunikation erfolgte online, um den Ablauf so transparent wie möglich zu machen. Durch das Projekt konnte Al Nasser seine Prozesse vereinfachen sowie seine Lagerbestände reduzieren, sodass ein schneller Return on Investment gewährleistet ist.

Bronze-Preisträger Bleistahl-Produktions GmbH & Co KG produziert seit 1954 Ventilsitzringe und Ventilführungen an seinem Sitz in Wetter und ist Entwicklungspartner für die Automobilindustrie weltweit. Mit seinem Projekt ersetzte BLEISTAHL verschiedene Altsysteme durch an integriertes Finanz-, Vertriebs- und Lagermanagement-System der SAP, das über EDI an seine Kunden angebunden ist. Nach einigen Rückschlägen bei früheren Projekten hatte das Team erkannt, dass die Menschen sowie ein tragfähiges Change-Management-Konzept zur Änderung historisch gewachsener Strukturen und Prozesse ausschlaggebend für den Erfolg eines Projekts sind. Um Vertrauen in das neue System aufzubauen, richtete das Team eine interne SAP-Ausstellung ein und hielt die Endanwender mit Prototypen und Trainings über den Projektstatus auf dem Laufenden. BLEISTAHL konnte sein Projektziel, Kosten zu reduzieren, umsetzen. Erreicht wurde dies durch Abschaffung seiner Altsysteme und eine Null-Fehler-Strategie für seine Inbound- und Outbound-EDI-Prozesse. In einem nächsten Schritt wird das SAP-Projekt, das von der itelligence AG begleitet wurde, durch verschiedene Logistikkomponenten ergänzt.

Herzlichen Glückwunsch an alle lokalen und regionalen SAP-Quality-Award-Gewinner und ihre Partner zu ihren hervorragenden Implementierungsprojekten!

Inzwischen ist der Auswahlprozess für die SAP Quality Awards 2017 angelaufen. Weitere Informationen, unter anderem über die Kategorien, die Teilnahmekriterien und die Termine für die Einreichung von Bewerbungen, finden Sie auf der SAP-Quality-Awards-Webseite.

 

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