Silicon Laboratories: Aus alt mach’ neu

Feature | 29. Januar 2009 von Christoph Zeidler, SAP AG 0

Samsung, Sony Ericsson, Thomson oder LG – große Namen erfolgreicher Technologieunternehmen, die eines gemeinsam haben: Sie alle gehören wie viele andere zu den Kunden des mittelständischen Chipherstellers Silicon Labs. „Egal ob in Fahrzeugen, Mobiltelefonen, Fernsehgeräten oder Modems, unsere Mikrochips bieten unseren Kunden eine Vielzahl an Möglichkeiten“, erläutert Mike Wier, IT-Systemverantwortlicher bei Silicon Labs. „Wir sind Profis, wenn es darum geht, Informationen aus der analogen Welt, in der wir leben, in die digitale Sprache der IT und zurück zu übertragen.“

Eine Expertise, mit der es das Unternehmen auch in der konjunkturanfälligen Halbleiterbranche geschafft hat, seit seiner Gründung kontinuierlich zu wachsen.

Wachstumsbremse Altsystem

Implementierte SAP-Lösungen

  • SAP Customer Relationship Management (SAP CRM 4.0)
  • SAP ERP (ECC 5.0)
  • SAP GRC Access Control
  • SAP NetWeaver Business Intelligence
  • SAP NetWeaver Portal
  • SAP Solution Manager

Doch dieses Wachstum drohte IT-seitig mehr und mehr an seine Grenzen zu stoßen, weshalb man sich im Jahre 2004 auf die Suche nach einem integrierten ERP-System machte, das die Vorgängersysteme ablösen sollte. „Unsere Systeme waren hoffnungslos veraltet, und es war dringend erforderlich, technisch auf den neuesten Stand zu kommen“, so Wier. Dass der zuständige Kollege, der das Altsystem aufgebaut und jahrelang betreut hatte, in den Ruhestand ging, tat ein Übriges. „Uns blieb nur, auf eine neue Eigenentwicklung zu setzen oder einen neuen Anbieter.“

Silicon Labs begann einen Evaluierungsprozess mit umfangreichem Pflichtenheft und Anforderungskatalog. Am Ende entschied man sich für SAP. Wier: „Die große Bandbreite an Funktionen und die insgesamt bessere Integration sprachen für SAP.“ Vor allem die lückenlose Einbindung der CRM-Komponente in das Gesamtsystem war für das vertriebsabhängige Geschäft von Vorteil.

Ratgeber ASUG

Mit der Entscheidung für SAP lag auch das Engagement in der amerikanischen SAP-Anwendergruppe ASUG (Americas’ SAP Users’ Group) nahe. „Wir haben uns mit anderen Halbleiterherstellern ausgetauscht, die ebenfalls SAP einsetzen, und dadurch viel über die branchenspezifische Systemkonfigurierung gelernt“, sagt Wier. „Heute geben wir selbst unser Wissen weiter.“

An der Anwendergruppe schätzt er denn auch die Networking-Möglichkeiten, den Austausch von Best Practices und die Benchmarking-Aktivitäten. „Die ASUG ist so etwas wie unser Kontaktfenster zu der großen weiten SAP-Welt dort draußen.“

Wertvoll: SAP Solution Manager

Eine große Hilfe sowohl in der Planungs- wie in der Durchführungsphase bot der SAP Solution Manager: Das Projektteam nutzte die Werkzeuge und Vorlagen des SAP Solution Manager, um Blueprints zu erstellen, Geschäftsprozesse abzubilden und alle Projektvorgänge lückenlos zu dokumentieren. „Der SAP Solution Manager war uns ursprünglich nur als Wartungstool bekannt gewesen. Doch gerade in der Dokumentation hat er uns gute Dienste geleistet, der aktuelle Projekt- und Systemstand war jederzeit nachvollziehbar“, so Wier.

Umfassende Transformation

Der Startschuss für das Projekt fiel im Juli 2005, insgesamt waren 17 Silicon-Labs-Mitarbeiter sowie Berater des Implementierungspartners Bristlecone für dieses Projekt im Einsatz. „Wir hatten vom ersten Tag an volle Rückendeckung des Lenkungskreises, in dem alle Bereichsleiter und die Geschäftsführung vertreten waren“, erinnert sich Wier.

Das Projekt sei nicht als IT-Projekt isoliert vor sich hin gelaufen, sondern habe einen Transformationsprozess gestaltet, der alle Geschäftsbereiche umfasste. Das ging nicht immer reibungslos vonstatten, denn im Laufe des Projektes wurden neue Fragen aufgeworfen, die nicht vorhersehbar gewesen waren. „Doch wollten wir Abweichungen vom Standard soweit es ging vermeiden, ohne Abstriche an den Geschäftsprozessen zu machen, die sich bewährt hatten“, beschreibt Wier die Situation.

Letztlich entschied man sich für Anpassungen im Bereich der Qualitätssicherung, um den hohen Qualitätsstandards des Unternehmens und den Spezifika des OEM-Geschäfts Rechnung zu tragen.

Im April 2007 kam es dann zum „Big Bang“, dem Produktivstart der gesamten Systemlandschaft – fehlerfrei und ohne Ausfälle. „Ohne die Unterstützung der Kollegen aus den anderen Abteilungen hätten wir das nicht geschafft“, ist Wier überzeugt. Und sein Chef, IT-Leiter Everett Plante, ergänzt: „Das war eine große Leistung des Projektteams und des gesamten Unternehmens, auf die wir stolz sein können.“ Stolz können sie auch auf den „ASUG Impact Award“ sein, mit dem sie 2008 für die erfolgreiche Implementierung ausgezeichnet wurden.

ASUG Impact Awards 2008

Die amerikanische SAP-Anwendergruppe ASUG (Americas’ SAP Users’ Group) zeichnet jedes Jahr Mitglieder aus, die durch den erfolgreichen und beispielhaften Einsatz von SAP-Software erhebliche Geschäftsvorteile erzielen konnten. Dieses Jahr wurde die Auszeichnung in den Kategorien Großkunde, Mittelstand und öffentlicher Sektor nach den folgenden Kriterien vergeben: Kapitalrendite, Zielerreichung, entwickelte Best Practices und Service-Verbesserungen.

Upgrade im Blick

Plante und Wier sind überzeugt, dass Silicon Labs mit Abschluss des Projekts bestens für die Zukunft gerüstet ist. Produktions- und Vertriebsstandorte rund um den Globus, wie beispielsweise in Singapur, sind in einer Instanz verbunden, Vertriebspipeline und Lieferkette immer auf dem neuesten Stand. Nicht ganz zufrieden sind beide mit der Bedienoberfläche, die sie als wenig intuitiv beschreiben.

Doch insbesondere in der Anbindung des Vertriebs über SAP NetWeaver Portal und SAP CRM sowie im integrierten Finanz- und Berichtswesen sehen beide große Vorteile. Die konsolidierte Systemlandschaft erleichtert überdies weitere potentielle Betriebsübernahmen. „SAP ermöglicht es uns, schnell auf betriebliche Anforderungen zu reagieren und bildet das Fundament für weiteres Wachstum.“

Um dieses Wachstum IT-seitig weiterhin optimal begleiten und vorantreiben zu können, denkt man bereits über ein Upgrade auf SAP ERP 6.0 und SAP CRM 2007 nach. „Wir wollen von den Möglichkeiten der serviceorientierten Architektur profitieren, und der erweiterte Funktionsumfang ist vielversprechend.“ Das wird nicht nur dem Unternehmen, sondern auch seinen Kunden zugute kommen.

Silicon Laboratories

Das 1996 gegründete Unternehmen Silicon Laboratories (Silicon Labs) hat sich zu einem Branchenführer im Bereich leistungsstarker, analogintensiver Mixed-Signal-ICs (Integrated Circuits) entwickelt. Das Unternehmensportfolio der anwenderspezifischen und der Standardprodukte umfasst leistungsstarke 8-Bit-Mixed-Signal-MCUs (MikroController Unit), Audio- und Video-Sendelösungen, eingebettete ISOmodems, ProSLIC (Subscriber Line Interface Circuit), Silikon-DAA-(Direct Access Arrangements)-Lösungen sowie Taktgeneratoren und Oszillatoren.

Diese patentierten Mikrochips bedienen ein breites Spektrum an Märkten und Branchen, darunter die Konsum-, Kommunikations-, IT-, Industrie- und Automobilbranche. Silicon Labs hat seinen Hauptsitz in Austin, Texas (USA), und beschäftigt 730 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist weltweit geschäftlich aktiv.

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