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Smart Glasses und mobile Technologien im Journalismus

Feature | 6. Februar 2015 von Theresa Böhme 0

Berichterstattung mit Smart Glasses, Drohnen und anderen Wearables – wie die neuen Technologien den Journalismus bereichern.

Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft nimmt immer mehr Einfluss auf die mediale Berichterstattung. Durch neue Technologien entstehen neue Kanäle und Plattformen, die sowohl Medienschaffenden als auch -nutzern neue Potenziale eröffnen. Sie verändern die Art und Weise, wie Medien genutzt werden. Die erste Transformation wurde durch mobile Technologien eingeleitet. Bringen Wearables nun erneut eine Veränderung für den Journalismus?

Mobile Technologien verändern den Journalismus

Beim sogenannten mobilen Journalismus werden Inhalte technisch und redaktionell so aufbereitet, dass sie den Anforderungen und Formaten von mobilen Endgeräten gerecht werden. Mobile Technologien wie Tablets oder Smartphones haben den Journalismus grundlegend beeinflusst und verändert. Rund um die Uhr und von nahezu jedem Ort der Welt aus werden wichtige Nachrichten verbreitet und gelesen. Auch das Verhalten der Rezipienten hat einen Wandel erfahren: Das Informationsbedürfnis ist gestiegen. Informationen sollen heutzutage schneller und permanent verfügbar sein, was zum Erfolg der mobilen Nachrichtenverbreitung beiträgt.

Nutzer werden selbst zu Autoren und verbreiten vor allem in sozialen Netzwerken so genannten User-generated-content in Form von Bildern, Artikeln und Kommentaren. Nachrichten gelangen somit heutzutage auch durch die neuen Formen der Online-Kommunikation an die breite Öffentlichkeit. Medienhäuser haben sich gewandelt – hin zu crossmedialen Partnern, die auf Interaktion ausgerichtet sind. Sie bieten ihren Lesern Apps, Streaming-Dienste und aktuelle Push-Nachrichten, um dem gestiegenen Bedürfnis nach Information Rechnung zu tragen. An die Stelle der einstigen einseitigen Kommunikation tritt der Dialog, den Medienhäuser mit ihren Zielgruppen in sozialen Netzwerken führen.

Wearables erweitern das Spektrum an Möglichkeiten

Smart Watches, Smart Glasses, Fitnessarmbänder und Kleider mit elektronischen Komponenten sind derzeit die bekanntesten Wearables auf dem Markt. Auf Wearables mit einem kleinen Bildschirm können wichtige Kurznachrichten und erste Vorabinformationen übermittelt werden. Diese informieren die Nutzer noch flexibler und schneller über Geschehnisse, da sie sich direkt am Körper befinden.

Der schnelle Zugriff auf Information ist ein Vorteil aus Rezipientensicht. Wearables bieten neben ihren eigentlichen Funktionen auch großes Potenzial in der tagesaktuellen Berichterstattung am Ort des Geschehens selbst. In schwierigen Situationen wie Protestaktionen oder Unglücksfällen können Smart Glasses hilfreich sein: Journalisten können authentische Bilder vor Ort aufnehmen und sich dabei völlig frei bewegen.

Allerdings können Wearables Smartphones nicht ersetzen. Der Bildschirm ist zu klein und der zur Verfügung stehende Platz zu gering. Außerdem haben Wearables grundsätzlich eine andere Funktion. Wenn sie aber in Kurznachrichtenform über wichtige Mitteilungen vorab informieren oder auf ein spezielles Thema aufmerksam machen, können sie so die klassischen Endgeräte und Medienkanäle sinnvoll ergänzen.

Auch Drohnen bieten Potenzial im Journalismus

Drohnen sind im Journalismus noch nicht weit verbreitet – bieten aber weitere Vorteile. So könnte man bei Katastrophen das Gebiet mit Drohnen abfliegen und wichtige Bilder aus der Vogelperspektive erlangen, um das gesamte Ausmaß schnell einschätzen zu können. Bei Brandkatastrophen ließe sich beispielsweise mit Infrarotkameras an Drohnen der Brandherd des Feuers ausfindig machen und das Feuer könnte schneller gelöscht werden. Auch von Kriegs- und Krisengebieten liefern Drohnen Bilder – und helfen Journalisten bei riskanten und investigativen Recherchen. Die CNN nutzt Drohnen bereits, um Aufnahmen zu bekommen. So waren die Drohnen etwa beim Unglück der Costa Concordia oder nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen im Einsatz.

 

Bildquelle: Shutterstock

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