Smartphones treiben IT-Ausgaben

Feature | 12. November 2013 von Nicolas A. Zeitler 0

Smartphones_Shutterstock

Foto: Shutterstock

Würden sich Smartphones nicht so gut verkaufen – die weltweiten IT-Ausgaben würden um 40 Prozent weniger wachsen. Das zeigen neue Zahlen von Marktforscher IDC. Weltweit werden sich die Technologieausgaben demnach bis Ende 2013 auf gut zwei Billionen US-Dollar summieren. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Ohne Mobiltelefone läge das Wachstum nur bei 2,6 Prozent.

Das für dieses Jahr prognostizierte Wachstum von etwas über vier Prozent markiert im Verlauf der letzten Jahre eine leichte Delle. Nach einem aufs Krisenjahr 2009 folgenden Hoch von acht Prozent Wachstum im Jahr 2010 gingen die IT-Ausgaben in den beiden folgenden Jahren jeweils um rund fünf Prozent nach oben. Einen Zuwachs in dieser Größenordnung erwarten die Analysten auch wieder für 2014. Insgesamt sollen die IT-Ausgaben dann bei mehr als 2,1 Billionen Dollar liegen. Die Prognose für das erstarkende Wachstum führt IDC auf die Erwartung zurück, dass sich wichtige aufstrebende Märkte wie China und Russland erholen und sich die Wirtschaft sowohl in Europa als auch den USA gut entwickelt.

2014 geben Firmen wieder mehr für PCs, Server und Storage aus

In den vergangenen Monaten dagegen hielten sich Unternehmen vor allem bei Investitionen in ihre IT-Infrastruktur zurück. Die Ausgaben für PCs, Server und Speicherkomponenten werden bis Ende des Jahres wohl nur um ein Prozent gegenüber 2012 zugelegt haben. Das soll sich nächstes Jahr ändern. Für 2014 sagen die IDC-Analysten ein Wachstum von vier Prozent in diesem Bereich voraus.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die Regionen im einzelnen

“Das war ein hartes Jahr für viele IT-Anbieter, angesichts dessen, dass die Infrastruktur-Ausgaben in der ersten Jahreshälfte sich als geringer erwiesen haben als zuvor erwartet”, kommentiert IDC-Analyst Stephen Minton.

Ein Blick in einzelne Regionen:

USA: Mobiltelefone machen 40 Prozent des Wachstums aus

In den USA werden die IT-Ausgaben dieses Jahr um fünf Prozent wachsen – Mobiltelefone herausgerechnet um drei Prozent. Die IT-Investitionen von Unternehmen sind relativ stabil. Die Ausgaben für PCs und Server werden allerdings zurückgehen, die für Speicher auf dem Vorjahresniveau bleiben. Für diese Segmente erwartet IDC für 2014 wieder Wachstum. Der PC-Markt dürfte allerdings nur wenig anziehen. Grund ist, dass statt PCs mehr und mehr Tablets über die Ladentische gehen.

Westeuropa: Nachdem sich die wirtschaftliche Lage in vielen Staaten verbessert hat, rechnet IDC für 2013 mit einem Wachstum der IT-Ausgaben von zwei Prozent (ein Prozent ohne Mobiltelefone). Weiterer Aufwind in der Gesamtwirtschaft wird nächstes Jahr ein Wachstum von drei Prozent mit sich bringen, angetrieben vor allem vom stärkeren Absatz von Unternehmens-Software.

Japan: Für dieses Jahr gehen die Analysten von einem Null-Wachstum aus – was allerdings eine Verbesserung gegenüber der ursprünglichen IDC-Prognose von einem Prozent Rückgang bedeutet. Wirtschaftsinitiativen der japanischen Regierung hätten kurzfristig Wirkung gezeigt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: China erlebt schwächstes IT-Wachstum seit 2008

Das schwächste Wachstum der IT-Ausgaben seit 2008 stellt IDC für dieses Jahr in China in Aussicht: acht Prozent – was allerdings deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegt. Eine stärkere gesamtwirtschaftliche Entwicklung soll nächstes Jahr ein Wachstum von 14 Prozent ermöglichen, angetrieben hauptsächlich vom stärkeren Absatz von PCs, Servern, Speicher, Software und IT-Dienstleistungen.

Für Indien spricht IDC nur allgemein von einem weiterhin starken Wachstum, getrieben vor allem durch Smartphone- und Tablet-Verkäufe. In Brasilien zeichnet sich laut den Analysten eine Schwächung ab. Auch in Russland erhöhen Unternehmen ihre IT-Ausgaben kaum. Legten sie noch 2012 um 15 Prozent zu, prognostiziert IDC für dieses Jahr nur ein Prozent. Schon nächstes Jahr soll der Wert aber wieder auf zehn Prozent steigen. Dahinter steht ein steigender Absatz von Smartphones, Software und IT-Dienstleistungen.

Tags: ,

Leave a Reply