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SMP 3.0: Beim Nachwuchs spicken

3. September 2014 von Andreas Schmitz 0

Die SAP Mobile Platform 3.0 bringt bestehende Plattformen zusammen und schafft vor allem eines: die Voraussetzung, mit Hilfe von offenen Standards maßgeschneiderte Apps zu bauen. Doch das ist nicht mehr als ein Zwischenschritt.

Wenn Dirk Boessmann (47) seinem 12-jährigen Sohn dabei zuschaut, was er mit seinem Smartphone anstellt, weiß er, wo die Zukunft der Kommunikation liegt: „Emails und Webseiten sind Retro“, sagt der gelernte Nachrichtentechnik-Ingenieur, „Facebook nur noch was für die Eltern“. Mit Whatsapp kommuniziert der Schüler mit seinen Freunden. „Er denkt Apps“, kommentiert der Senior Vice President für mobile Entwicklungen bei SAP.

Nicht anders sieht die Mobile-Plattform-Strategie aus, die SAP vor wenigen Wochen vorgestellt hat. Denn alle Zeichen stehen auf Vereinfachung der App-Entwicklung.

SMP 3.0: Aus einem Porsche, einem VW-Bus und einem Mercedes-LKW ein neues Fahrzeug gebaut

Alle Systeme, die vorher eingesetzt wurden, setzen auf ältere technologische „Stacks“: Die B-to-B-Plattform Sybase Unwired Platform (SUP), der Sybase Mobilizer für B-to-C-Anwendungen, die Middleware Syclo Agentry und das Integration Gateway sind nun vereint in einem Ansatz – SAP Mobile Platform 3.0, kurz SMP 3.0 „Wir haben deren Fähigkeiten zusammengeführt“, so Boessmann, „quasi aus einem Porsche, einem VW-Bus und einem Mercedes-LKW ein neues Fahrzeug gemacht“. Der Kunde hat nun nur noch eine Plattform für seine mobilen Anwendungen, wodurch er weniger Mitarbeiter in die Betreuung der Stacks involvieren muss und diese frei gewordenen Ressourcen für Innovationen einsetzen kann. „Zudem ist es nun viel einfacher, Apps zu entwickeln“, freut sich der frühere Leiter der Rapid Innovation Group Boessmann.

SAP setzt mit SMP 3.0 auf offene Standards, etwa das OData-Protokoll, HTML 5 und den Cordova-Standard. Für einen Entwickler reicht es also völlig aus, dass er mit der Auszeichnungssprache HTML5, der Skriptsprache Javascript für dynamische Anwendungen und mit dem Open-Data-Protokoll umgehen kann. Zusätzlich kann er sich aus der SAP-UI5-Library bedienen, in der bereits HTML-5-basierte SAP-Anwendungen zu finden sind – etwa jene etwa 300 Anwendungen für SAP Fiori.

Grafik: SAP

Etwa 300 Anwendungen für SAP Fiori gibt es bereits. Sie basieren auf HTML 5 und sind somit auf allen mobilen wie statischen Geräten darstellbar. Grafik: SAP

Und fertig ist die App, die auf jedem Browser funktioniert. Der nächste Schritt, und dafür kommt der „Verpackungsstandard“ Cordova ins Spiel, macht es möglich, dass diese App über eine entsprechende Schnittstelle „mit weitergehenden Rechten“ ausgestattet wird und als native App letztlich für Apples mobiles Betriebssystem iOS, Googles Android oder Windows 8 marktreif gemacht wird. „Für Tablet und Smartphone haben Kunden neben der Möglichkeit, Push-Nachrichten versenden und den Standort des App-Nutzers einbeziehen zu können vor allem den Vorteil, dass die Apps künftig auch offline genutzt werden können“, so Boessmann.

Vereinfachung oberstes Gebot

Zudem lassen sich Sicherheitsstandards etwa für das Login in ein Firmennetzwerk besser berücksichtigen: Über eine „Abstraktion für ein Single-Sign-On“ seien etwa statt 1000 Zeilen Code nun nur noch 50 Zeilen Code nötig. Zudem gibt es inzwischen einen Algorithmus, der den Cache-Speicher automatisch verschlüsselt. Boessmann sieht in diesen Zusatzfunktionen auch das neue wichtige Dauerziel erreicht, Prozesse zu vereinfachen.

Um diese hybriden Apps letztlich entwickeln zu können, bedarf es spezifischer Werkzeuge, die die Entwickler einsetzen können. Das SAP-UI5-Tooling etwa, oder etwa jenes von Sencha. „In der Vergangenheit wurden diverseste Tools eingesetzt, was letztlich dazu geführt hat, dass das Tooling als proprietär wahrgenommen wurde“, erläutert Boessmann. Damit soll jetzt Schluss sein. SAP nennt die Strategie angelehnt an Bring Your Own Device nun Bring Your Own Tool (BYOT), was heißt, dass nicht unmittelbar das SAP-Tool eingesetzt werden muss, trotzdem jedoch ein Rahmen gesteckt wurde. Neben dem BYOT-Approach bietet SAP zudem einen Cloud-basierten Entwicklungsansatz für Fiori-Apps auf SAP UI5-Basis an – das River RDE, ein im Browser laufender End-to-end Entwicklungsansatz, der Eclipse, Appbuilder und weitere Tools ersetzen kann.

Software Development Kits: Keine Aktualisierung bestehender Apps mehr nötig

Ebenfalls neu im SMP 3.0: Neue Software Development Kits (SDK) sind einfacher als bisher zu nutzen. Nur neue Apps werden auch in der neuesten Version erstellt. Bestehende Apps müssen nicht unbedingt auf den neuesten Stand gebracht werden. „Nur, wenn es für die Funktionsfähigkeit der Anwendungen dringend nötig ist“, so Boessmann. Die Ursache für diese Vereinfachung, die Trennung zwischen Server und Client, erspart dem Kunden Zeit und Lizenzkosten.

Der britische Energiekonzern National Grid und 20 weitere Unternehmen waren in der Ramp-Up-Phase für SMP 3.0 mit dabei. Deren Erfahrung: „Der Weg ist richtig, insbesondere in Hinsicht auf die offene Architektur, doch fehlt es Kunden noch an der einen oder anderen Funktionalität“, resümiert Boessmann, etwa der genannten Offline-Funktionalität. Das modulare Konzept schafft hier jedoch die nötige Flexibilität, „schnell nachzuliefern“, ist Boessmann überzeugt.

Die SAP Mobile Platform 3.0 basiert auf offenen Standards, ist für alle mobilen Betriebssysteme gemacht und unterstützt den Offline-Modus. Die Merkmale und Funktionalitäten von SMP 3.0 im Schaubild. Grafik: SAP

Die SAP Mobile Platform 3.0 basiert auf offenen Standards, ist für alle mobilen Betriebssysteme gemacht und unterstützt den Offline-Modus. Die Merkmale und Funktionalitäten von SMP 3.0 im Schaubild. Grafik: SAP

Die nächste Stufe: Context-Awareness-Apps

In Zukunft werden so genannte Context-Awareness-Apps das Kommando im App-Business übernehmen: Apps, die das Smartphone nachts abstellen, wenn ein Sales-Mitarbeiter seine Quote erreicht hat, die nur an bestimmten Orten funktionieren, die beim Einklinken in fremde WLANs den Funktionsumfang einschränken, die die Sensorik aus der Umwelt für ihre Funktionen nutzen. „Dann bekommen wir die nächste Herausforderungen“, so Boessmann, „jede Menge Daten“. Klarer Fall für SAP HANA.

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