So kommen „Groß“ und „Klein“ zusammen

Feature | 10. November 2004 von admin 0

Die Steffen Informatik AG mit Sitz im schweizerischen Spreitenbach verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung im Enterprise-Resource-Planning-(ERP)-Markt. Die drei Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens sind Softwarelösungen, Systemintegration und Outsourcing.
Nachdem Steffen Informatik in der Vergangenheit europa3000-Lösungen implementiert hatte, wurde das Unternehmen im Jahr 2002 Partner für SAP Business One – übrigens der erste in der Schweiz. Der IT-Dienstleister war damals auf der Suche nach einer neuen ERP-Lösung speziell für mittelständische Kunden. Das Wunschprodukt musste allerdings bestimmte Kriterien erfüllen: Es sollte neu am Markt sein, auf modernste Technologien zurückgreifen und zum Know-how von Steffen Informatik passen.
Das Unternehmen entschied sich für SAP Business One. Einerseits wegen der starken Marke SAP, aber auch wegen der Tatsache, dass die Lösung auf SQL-Server läuft – einer Technologie, in der Steffen Informatik bereits Kenntnisse vorweisen konnte. Weitere zentrale Entscheidungsfaktoren waren unter anderem die umfangreiche Erfahrung von SAP im ERP-Bereich, die Bereitschaft der Walldorfer, ihre Produkte langfristig zu unterstützen, sowie das Bekenntnis zur Weiterentwicklung von SAP Business One – auch unter verschiedenen Plattformen (Windows, Linux etc.).
Der entscheidende Punkt für das Schweizer Unternehmen war aber, „ob die große SAP und die kleine Steffen Informatik zusammenpassen“, so Jürg Aerni, Leiter für Softwarelösungen bei Steffen Informatik. Bisher funktioniert die Zusammenarbeit, auch wenn der Unterschied in der Größe und der Mentalität der beiden Unternehmen im einen oder anderen Fall zu spüren ist.
Das Image von SAP in puncto Qualität dürfte laut Aerni zu einem Imageschub für Steffen Informatik führen. Zusätzlich unterstützt SAP Business One nach seiner Einschätzung Cross- und Upselling-Chancen für andere Leistungen von Steffen Informatik. Als Beispiel sei hier nur die Systemintegration genannt. Die Tatsache, dass SAP Business One einen hohen Funktionsumfang besitzt und obendrein eine bei mittelständischen Unternehmen weithin bekannte und eingesetzte Datenbank unterstützt, sorgt für eine hohe Akzeptanz der Technologie, erläutert er.

Gut für Mitarbeiter und Kunden

Laut Aerni erweitert die Partnerschaft mit SAP den vertriebstechnischen Horizont bei den Mitarbeiter von Steffen Informatik. Eine Ausdehnung der Geschäftstätigkeit über die Schweizer Grenzen hinaus wird nicht mehr als ein Ding der Unmöglichkeit betrachtet. Da die Partnerschaft langfristig angelegt ist, sorgen spezielle Provisionspläne dafür, dass sich die Vertriebsmannschaft auf die Erwirtschaftung von Erlösen durch SAP Business One konzentriert.
Das Unternehmen hat für die meisten seiner SAP-Business-One-Kunden spezifisch angepasste Funktionen implementiert. Diese Anpassungen waren bisher stets kundenspezifisch. Für die Zukunft will Steffen Informatik eigene Branchenlösungen entwickeln, beispielsweise für die chemische Industrie.
Eine besonders erfolgreiche Implementierung wurde bereits bei einem Unternehmen in der Chemiebranche durchgeführt. Hier waren die Anforderungen hinsichtlich zusätzlicher Funktionen besonders hoch. Doch die Zusammenarbeit mit SAP funktionierte während der gesamten Implementierung sehr gut. Steffen Informatik hielt durchweg direkten Kontakt zu den Entwicklern bei SAP, so dass die Lösung im Januar 2004 nach nur fünf Monaten dem Produktivbetrieb übergeben werden konnte.

Kontrolliertes Wachstum

Was die Partnerschaft mit SAP anbetrifft, peilt Steffen Informatik den Status eines SAP-Kompetenzzentrums an. Ziel des Unternehmens ist es, eigene Branchenlösungen von SAP zertifizieren und auf der SAP-Website bewerben zu lassen, damit andere Partner diese dann weiter vertreiben. Bisher hat Steffen Informatik laut Aerni nicht viel in Marketing investiert. Wenn das Unternehmen in Zukunft in den Bereich branchenspezifischer Lösungen vorstößt, soll dieser Prozess allerdings durch verstärkte Werbemaßnahmen unterstützt werden. SAP bietet gute Unterstützung im Marketingbereich, wenngleich der deutsche Konzern laut Aerni dazu neigt, die Schweiz als einen einzigen Markt zu betrachten. Sie besteht jedoch aus sehr vielen unterschiedlichen Regionen mit zum Teil verschiedenen Sprachen. Mit dem technischen Support von SAP sowie der ganzen Partnerschaft ist Steffen Informatik im Allgemeinen zufrieden – trotz einiger anfänglicher Schwierigkeiten, „herauszufinden, wo wir hinpassen“, erinnert sich Aerni.
Steffen Informatik hat viele andere Unternehmen schnell wachsen und dann wieder verschwinden sehen. Der Schwerpunkt bei Steffen Informatik liegt daher bei kontrolliertem und gesundem Wachstum, so Aerni. Zur Unterstützung dieser Strategie konzentriert sich das Unternehmen auf den Aufbau langfristiger Partnerschaften mit seinen Kunden – es will nicht einfach „verkaufen und danach vergessen“. Einer der Hauptgründe für die Kundenzuwächse mit SAP Business One sieht Aerni in der Fähigkeit seines Unternehmens, die SAP-Lösung mit Hilfe zusätzlicher Funktionen an die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden anzupassen.
Aerni beschreibt die Partnerschaft als „eine ehrliche Beziehung“, die sich ständig weiterentwickelt. Da Steffen Informatik schon früh als SAP-Business-One-Partner an Bord war, war das Unternehmen auch am Debugging-Prozess beteiligt, erinnert er sich. SAP habe seinen Verbesserungsvorschlägen Aufmerksamkeit geschenkt. Groß und Klein passen also in der Tat zusammen.

Derek Davis

Derek Davis

Leave a Reply