Google+ gegen Facebook

Feature | 24. Oktober 2011 von Heather McIlvaine 0

A blow-by-blow account of the latest developments on Facebook and Google+  (image: grasundsterne)

Schlagabtausch zwischen Facebook und Google+ (Bild: grasundsterne)

Seit dem Google am 28. Juni mit  Google+ ein eigenes soziales Netzwerk an den Start brachte, ist der Schlagabtausch zwischen dem Suchmaschinengiganten und Facebook entbrannt. Inzwischen haben Facebook und Google+ jeweils umfangreichere Verbesserungen an ihren Sites angekündigt.

Im Juli und August führte Facebook mehrere neue Funktionen ein. Hierzu gehören Features wie Video-Chat und Gruppen-Chat – zwei dringend benötigte Verbesserungen angesichts der Hangouts-Funktion von Google. Weitere Informationen zu Hangouts und anderen Features von Google+ können Sie unter Google kann Facebook nachlesen. Außerdem hat Facebook Abonnements eingeführt. Mit diesem Twitter-ähnlichen Werkzeug können Sie anderen Nutzern folgen, mit denen Sie nicht befreundet sind. Und schließlich wurden differenziertere Datenschutzeinstellungen eingebaut, insbesondere für das Foto-Tagging.

Schon im Vorfeld der Entwicklerkonferenz von Facebook, der f8 am 22. September, kursierten im Internet Gerüchte über bahnbrechende Änderungen. Hierzu gehörten neue aktivitätsspezifische Buttons (Lesen, Hören, Sehen), die den Gefällt-mir-Button ergänzen sollten, und die Integration von sozialen Musikdiensten wie Spotify, Rdio, MOG, SoundCloud und Rhapsody. Die Gerüchte gewannen an Glaubwürdigkeit, als der Ticker eingeführt wurde – eine Seitenleiste, in der Neues über die Aktivitäten Ihrer Freunde in Echtzeit angezeigt wird. Beispiele könnten sein: „Bill McDermott liest gerade SAP.info“ oder „Jim Hagemann Snabe hat Ihr Foto kommentiert“.

Google now supports the Hangouts feature for Android 2.3+ and iOS devices (screenshot: Google)

Google unterstützt das Hangouts-Feature für Android 2.3+ und iOS-Geräte (Screenshot: Google)

Google schlägt zurück

Um nicht ausgestochen zu werden, hat Google einen Tag vor der f8-Konferenz in einem äußerst strategischen Manöver die Betaversion von Google+ und neun Erweiterungen freigegeben sowie das soziale Netzwerk für alle geöffnet. Das war eine Doppel- beziehungsweise Dreifachkombination.

Viele der neuen Features drehen sich um die zuvor erwähnte Hangouts-Funktion. So können Google+-Nutzer zum Beispiel ab 21. September die Video- und Gruppen-Chat-Features per Smartphone nutzen und einige Anwender sind sogar in der Lage, mit dem On-Air-Feature Videos auszustrahlen.

Einige der anderen Funktionen von Google+ sind vor allem für Unternehmen interessant: Screensharing, Sketchpad, Google Text & Tabellen, die bereits erwähnten Hangouts, und ein API für Hangouts. Das größte Plus für die Nutzer ist jedoch die neue Suchfunktion in Google+, die sowohl Ergebnisse aus geposteten Inhalten innerhalb der Site als auch aus dem Internet anzeigt.

Screensharing and Google docs are two Google+ features that are handy for businesses (screenshot: Google)

Screensharing und Google Text & Tabellen sind zwei Google+-Funktionen, die für Unternehmen praktisch sind (Screenshot: Google)

Zuckerberg's Law states the amount of information people share on Facebook doubles each year (screenshot: F8)

Zuckerbergs Gesetz besagt, dass sich die Menge der geteilten Informationen auf Facebook jährlich verdoppelt (Screenshot: F8)

Die Gesetze des sozialen Austauschs

Zurück zu Facebook. Nach dem Ende der Entwicklerkonferenz hatten wir Gelegenheit, die auf der f8 angekündigten Änderungen und Funktionen zu testen. Die meisten dieser Features drehen sich um die Idee des reibungslosen Austauschs.Das ist laut Facebook die Zukunft des Austauschs. Doch bevor wir uns die Funktionsweise im Detail anschauen, zunächst ein kurzer Seitensprung zu den Überlegungen dahinter.

Das Prinzip des “reibungslosen Austauschs” basiert auf Zuckerbergs Gesetz. Es besagt, dass die Menge der Informationen, die Menschen über Facebook austauschen – Links zu Artikeln, Songs, Fotos, Videos etc. – sich jährlich verdoppelt. Das leuchtet ein, selbst wenn es sich hier um einen Zirkelschluss dreht, denn etwa jedes Jahr ermöglicht Facebook uns weit mehr Informationen auszutauschen als zuvor.

So waren Fotos und Tagging auf Facebook zum ersten Mail 2005 möglich, 2006 gab es Statusupdates wie auch Newsfeeds, der Gefällt-mir-Button erschien 2009 auf Facebook und wurde auf anderen Websites 2010verfügbar.

Um dieses rasante Wachstum jedoch fortsetzen zu können, musste Facebook den Austausch noch stärker vereinfachen, und da schien ein Klick auf den Gefällt-mir-Button zu schwierig zu sein. So war der reibungslose Austausch geboren.

Die Idee dahinter ist, dass Facebook das Teilen automatisch für Sie übernimmt. Jeder Artikel, den Sie in Online-Zeitungen lesen, jeder Song, den Sie in Spotify hören, und jedes Video, das Sie über Hulu oder Netflix anschauen, wird von Facebook an Ihre Freunde verteilt. Selbstverständlich müssen Sie Facebook vorab pro Website eine Berechtigung für diesen reibungslosen Austausch erteilen. Und natürlich besteht die Möglichkeit, dieses Feature auszusetzen und bestimmte Aktionen privat zu halten.

The Timeline layout lets you personlize your profile with large feature photos (screenshot: grasundsterne)

Das Timeline-Layout ermöglicht die Personalisierung Ihres Profils mit großen Titelbildern (Screenshot: grasundsterne)

Ticker und Top Stories

Das zunehmende Informationsvolumen wird über den Ticker gefiltert und entsprechend aufbereitet. Oben rechts in Ihrem Facebook-Profil werden die Aktivitäten Ihrer Freunde in Echtzeit aktualisiert: Songs, die sie hören, Fotos, die ihnen gefallen, Artikel, die sie gerade lesen und so weiter.

Der Ticker enthält sämtliche Einzelheiten über Vorlieben und Gewohnheiten. Daraus generiert Facebook einen Newsfeed. Facebook verwendet dabei fortschrittliche Algorithmen bei der Auswahl der Top Stories. Das sind nicht unbedingt die aktuellsten Nachrichten, aber es sind vermutlich die interessantesten für Sie.

Diese Änderung wird einen bedeutenden Einfluss darauf haben, wie Unternehmen Facebook verwenden. Bisher waren Unternehmen größtenteils damit beschäftigt, Mitarbeiter, Kunden und Facebook-Nutzer dazu zu bringen, ihnen eine Gefällt-mir-Bewertung zu geben. Doch in Zukunft müssen Unternehmen weit mehr tun, als solche Bewertungen sammeln, um sich vom konstanten Strom der Updates im Ticker abzuheben oder um es als Top Story in den Newsfeed zu schaffen.

Ihr Leben als Zeitleiste

Und schließlich kommen wir zu Timeline, Facebooks neu konzipiertem Nutzerprofil. Die schicke, anpassbare Seite mit dem großen Titelbild sieht eher wie ein persönlicher Blog aus und nicht wie ein Facebook-Standardprofil. Dank der API-Funktionen von OpenGraph können Sie Ihre Seite mit Widgets personalisieren, die basierend auf Ihren Aktivitäten entsprechende Updates liefern.

Darüber hinaus besteht das Timeline-Profil aus zwei Spalten, die – in chronologischer Reihenfolge – alle Fotos, Statusupdates, Gefällt-mir-Bewertungen, Kommentare, Freundschaftsanfragen, Beziehungsänderungen und sonstige Aktivitäten enthalten, die Sie jemals in Ihrem Facebook-Dasein gepostet haben. Die Timeline ist jedoch noch nicht endgültig fertiggestellt. Wenn Sie daher die Version eines Entwicklers in die Hände bekommen, sollten Sie auf Bugs vorbereitet sein.

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