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Software bauen nach dem Lego-Prinzip

Feature | 18. Juli 2016 von Gabriele Middendorf 19

Morgens eine Idee für eine Lösung haben und sie nachmittags schon einsetzen? Mit dem appeleon ZeroCoding Service powered by SAP HANA Cloud Platform wird dies möglich.

„Lego hat mich schon als Kind fasziniert“, sagt Dirk Laufer, Geschäftsführer von appeleon, bei unserem Gespräch. „Deshalb lag es nahe, dieses Konzept auch für die Softwareentwicklung umzusetzen.“ In der Tat erinnert der ZeroCoding Service des Mannheimer Unternehmens an das weltweit beliebte Kinderspielzeug: Ähnlich wie bei den bunten Plastiksteinen, mit denen man nahezu alles kombinieren kann, bietet appeleon über 500 Features, aus denen sich eine Anwendung nach eigenen Wünschen zusammenstellen lässt. Und wie beim echten Lego ist hierfür keine „Bauanleitung“ notwendig. Denn man wird bei der Aktivierung der Features von einem Assistenten geführt, sodass keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich sind.

Lösungen im Nu selbst gebaut

Insbesondere für Fachabteilungen ist das Angebot von appeleon interessant, die damit schnell Anwendungen für ihre ganz individuellen Bedürfnisse erstellen können. Benötigt eine Abteilung beispielsweise ein spezielles System für Störungsmeldungen, können die Konfiguratoren dafür als Ausgangspunkt das Basis-Template aus der appeleon application mall nutzen. Schritt für Schritt lassen sich dann aus dem „Lego-Baukasten“ Features dazu konfigurieren, im aktuellen Beispiel das Datenobjekt „Ticket“ mit einzelnen Feldern wie „Titel“, „Beschreibung“, „Datum“, „Priorität“, „Ersteller“, „Status“ und „Datei“ für ein anzuhängendes Foto. So entsteht innerhalb kürzester Zeit ein Meldungssystem, das ganz auf die individuellen Anforderungen der Abteilung zugeschnitten ist – ohne hierfür programmieren zu müssen.

Der ZeroCoding Service von appeleon ist eines von vielen Beispielen dafür, wie die SAP HANA Cloud Platform von SAP-Partnern erfolgreich genutzt wird. Zum einen lassen sich auf der Plattform appeleon-Anwendungen direkt konfigurieren, zum anderen aber auch betreiben und mit SAP-Anwendungen integrieren. „Wir sind im Moment beim Thema SAP HANA Cloud Platform ein kleines, doch mit Sicherheit auch ein wichtiges Puzzle-Teil für die SAP“, sagt Laufer. „SAP und appeleon können beispielsweise Unternehmen, die für bestehende Anwendungen Ersatz suchen, gemeinsam bei ihrem Umstieg unterstützen. Hierfür bieten wir den appeleon Transformer, mit dem man etwa Lotus-Notes- oder MS-Access-Anwendungen hochautomatisiert analysieren und auf die SAP HANA Cloud Platform migrieren kann.“ Mit dem ZeroCoding Service powered by SAP HANA Cloud Platform lässt sich außerdem der Wildwuchs an Excel-Dateien eindämmen, der in vielen Fachabteilungen vorherrscht. So wird beispielsweise aus einer Excel-Preisliste eine appeleon-Applikation mit Zugriffsrechten, in der Anwender gleichzeitig arbeiten können und sich nachverfolgen lässt, wer wann welchen Wert geändert hat.

SAP und appeleon: Ein Stein passt zum anderen

SAP und appeleon ergänzen sich dabei perfekt, was die Zielgruppen angeht. „Wir sind eine gute Ergänzung zu SAP: Die SAP HANA Cloud Platform stellt hervorragende Tools für Programmierer bereit, um diese effizienter und produktiver zu machen. Wir stellen Entwicklungstools für Wirtschaftsinformatiker und Business-Analysten  bereit, also die Bindeglieder zwischen Fachabteilungen und IT“, sagt Laufer. Und auch im Hinblick auf ihre Produkte sind SAP und appeleon ein gutes Team. „Zwischen anpassbarer Standardsoftware und klassischer Individualentwicklung fehlt häufig etwas. Individualsoftware ist teuer, und die Entwicklung dauert zu lange. Standardsoftware lässt sich schnell implementieren, wenn man weiß, was man will. Allerdings ist man eingeschränkt in dem, was der Standard bietet“, erklärt der appeleon-Geschäftsführer. „Bei appeleon geht es grundsätzlich darum, diese Lücken zu füllen.“

Einen großen Vorteil sieht Laufer in der Geschwindigkeit, mit der sich appeleon-Anwendungen erstellen lassen. Bei einfachen Applikationen kann die Fachabteilung noch am gleichen Tag die Lösung produktiv einsetzen. Und auch Änderungen lassen sich schnell realisieren. „Mit den Bausteinen, die wir haben, können wir sehr schnell bauen und zudem sehr schnell wieder umbauen“, ist Laufer überzeugt. Dadurch muss man nicht am Anfang der Entwicklung alles bis ins letzte Detail durchdenken. Meist reicht es, mit einer 70%-Spezifikation anzufangen und darauf aufbauend die Lösung immer genauer auf die Bedürfnisse der Anwender zuzuschneiden.

Eine Fülle an Kombinationen

Was aus den Features letztlich gebaut wird, dafür gibt es unzählige Möglichkeiten. Die Features sind zunächst neutral und werden erst durch ihre Kombination und Benennung zu einer individuellen Lösung – so, wie aus einem Legoberg aus verschiedenen bunten Steinen nach und nach ein Auto, ein Schiff oder ein Haus entsteht. Unternehmen nutzen die Bausteine von appeleon häufig, um Controlling- oder Projektmanagement-Szenarien abzubilden. „Ein beliebtes Thema unserer Kunden ist Projektmanagement. Dies machen alle Kunden zu circa 50 Prozent gleich, die anderen 50 Prozent sind sehr individuell“, erklärt Laufer.

Einfache appeleon-Lösungen kann jeder Endanwender sofort ohne Anleitung bauen. Für die Konfiguration sogenannter Experten-Features empfiehlt sich eine Schulung von einem Tag. Und die sogenannten Master-Features, aus denen komplexere Anwendungen entstehen, erfordern einen Schulungsaufwand von einer Woche. „Auch hier haben wir wieder die Parallele zu Lego: Wer ein einfaches Haus mit Legos bauen möchte, kann dies intuitiv ohne Anleitung. Für ein komplexes Gebilde, beispielsweise ein Star-Wars-Raumschiff, braucht man Spezialsteine und eine Bauanleitung“, schmunzelt Laufer.

Foto: Shutterstock

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