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Solheim Cup in St. Leon-Rot: Nah dran mit Echtzeitanalysen

3. September 2015 von Andreas Schmitz 0

Die ideale Putting-Linie auf dem TV-Bildschirm, Zwischenstände auf dem Smartphone, Abschlagsanalysen vor Ort: Beim 14. Teamvergleich zwischen den besten Golferinnen aus den USA und Europa regieren die Fakten.

Die Zuschauer bei Golfturnieren haben es nicht einfach: Neben den tausenden anderen Golfbegeisterten, die sich um die besten Plätze drängen, helfen manchmal auch die besten Augen und das beste Fernglas nicht, um die Schläge der Golf-Profis nachverfolgen zu können. Beim 14. Solheim Cup, der diesmal von 18. bis 20. September auf dem 18-Loch-Parcours des Golf Clubs St. Leon-Rot bei Heidelberg ausgetragen wird, wird den Zuschauern nichts entgehen.

Solheim Cup: TV mit Zusatzinformationen, Smartphone-App mit eigenem Handicap

Wer digital unterwegs ist, profitiert gleich in zweierlei Hinsicht: Einerseits kann er die offizielle Fan-App nutzen – mit zusätzlichen Informationen über die Spielerinnen, einem Quiz und interaktivem USA-Europa-Vergleich der Fans. Zudem wird es einen kostenlosten Livestream geben, der über die Webadresse www.solheimcup.de zu erreichen ist. Weiterhin wird das mit Stars aus der Weltelite besetzte Damengolfturnier erstmals im öffentlich rechtlichen Fernsehen (ARD und SWR) ausgestrahlt.

Vorteil des Fernsehschauens: Parallel zum reellen Abschlag blendet der Bildschirm quasi als „second screen“ Informationen über die Geschwindigkeit des Golfballs beim „Tee-Off“ ein und über die Länge dieses Abschlags. Der eine oder andere Fernsehzuschauer mag das von Freistößen aus dem Fußball bereits kennen. Doch es kommen weitere Finessen hinzu: Beim Putten etwa, wenn sich der Ball also bereits auf dem Grün befindet, verhindert das so genannte ondulierte Grün, dass ein gerader Schlag „ins Schwarze“ trifft. Kaum sichtbare Mulden und Hügel bringen den Putt nicht selten doch nicht ans Ziel. Der second screen zeigt dennoch die ideale (Schlangen-)Schlaglinie des Golfballs an, millimetergenau berechnet. Weiterer wichtiger Einflussfaktor beim Golfen: der Wind. Dessen Geschwindigkeit und Richtung sind weitere Informationen, die SAP als Technologiepartner des Solheim Cups den Fernsehsendern zur Verfügung stellen wird.

Die Fan-App hat gegenüber dem „echten“ Golfen einen großen Vorteil. Wer sie nutzt, hat die Chance, sein anfängliches Handicap von 54 kontinuierlich zu verbessern, ohne einmal den Golfschläger in die Hand zu nehmen. Denn der Spaßfaktor steht im Vordergrund der Anwendung, die SAP auf Basis der SAP HANA Cloud Platform entwickelt hat. Wer weiß, wo die Freiheitsstatue exakt steht, die Australien Open stattfinden oder Deutschland 1954 die Fußballweltmeisterschaft gewonnen hat und ein kleines rotes Fähnchen genau an die richtige Position auf der Weltkugel schiebt, bekommt für die Place-The-Pin-Challenge Punkte, die genauso wie die Teilnahme an einem Quiz letztlich das Handicap verbessern können. Zudem steigert man damit auch die Punktzahl auf dem „globalen Fan-Barometer“ für das jeweilige Team, dem man sich verbunden fühlt, dem aus Europa oder den USA. Wer gerade den Schlag der „Frau in rosa“ Paula Craemer verfolgt, erfährt über die App, karrierespezifische und persönliche Fakten, dass sie schon zum sechsten Mal am Solheim Cup teilnimmt und dreimal mit ihrem Team, dem der USA, gewonnen hat. Hat das Turnier begonnen, verrät die App den Nutzern den aktuellen Spielstand und zeigt an, wo sich die Spieler gerade befinden. Eine ideale Anwendung also, um auch ohne fern zu sehen, ständig auf dem Laufenden zu sein.

Internet der Dinge: Golf-Showcase mit Radarmessungen

Wer die medialen Möglichkeiten dann ausgenutzt hat und eine Zuschaupause einlegen möchte, darf auch selbst aktiv werden. Wie auf der Cebit 2015 erstmals gezeigt, bietet SAP den Zuschauern in St. Leon-Rot am Rande des Solheim-Cups die Möglichkeit, selbst einen Golfschläger in die Hand zu nehmen und eigene Leistungswerte zu ermitteln. Dazu hat SAP einen Golf-Simulator entwickelt, in dem Besucher charakteristische Kennzahlen ihres Abschlages vermessen lassen können. Ein hochmodernes Dopplerradarsystem versetzt den Zuschauer in die Lage, virtuell den Abschlag einer Bahn des Turnierplatzes der Solheim-Cup-Spielerinnen nachzuspielen. Hinter verschlossenen Türen wird der Simulator zusammen mit einer Auswertungssoftware bereits für ausgewählte Golfer aus der Bundesliga verwendet, um deren Daten detailliert zu analysieren und später in Trainingsspielen Vorhersagen über den vermeintlich geeignetsten Spielzuge zu ermöglichen. Durch die geschickte Verknüpfung von Sensordaten kann das Internet der Dinge für Trainer und Sportler Fehler einfacher nachvollziehbar machen und individualisierte Trainingsempfehlungen geben.

Den Golfsport populärer machen

Doch steht jetzt zunächst einmal der Zuschauer mithilfe von SAP-Technologie näher im Mittelpunkt des Golf-Geschehens als je zuvor. Und wenn neben den etwa 100.000 erwarteten Zuschauern beim Solheim Cup nur einige Hundert zusätzliche Begeisterte über TV oder Smartphone für den Sport mit dem kleinen harten Ball gewonnen werden können, ist das schon mal ein wichtiger Schritt, Golf in Deutschland ein gutes Stück populärer zu machen.

Hier geht’s zum Download der iPhone-App und der Android-App.

Bild: Paula Creamer aus dem Team USA in Sankt Leon-Rot, Germany; Foto: David Cannon/Getty Images

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1 comment

  1. conni de witt

    Tolle sache mit der app, aber die links sind mit safari browser nicht abrufbar. leider im store unter sap bzw. golf auch nicht zu finden. schade.

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