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Stanford University: Innovation und Design Thinking

Feature | 16. September 2014 von Ann-Sofie Ruf 0

Die Stanford University und SAP unterhalten eine globale dynamische Partnerschaft, um Innovationen zu fördern. Design Thinking spielt dabei eine große Rolle.

Bei einem Besuch des Design & Co-Innovation Center (DCC) im SAP AppHaus in Heidelberg erhielten Brandi M. Pearce und Sara Winterstorm Värlander vom Stanford University Center for Work, Technology and Organization interessante Einblicke in die Anwendung von Design-Thinking-Praktiken. Ein Interview mit ihnen und Pamela Hinds, wissenschaftliche Leiterin an der Stanford University und Betreuerin der Partnerschaft zwischen der Universität und SAP, verrät mehr:

Welche Vorteile bieten organisationsübergreifenden Partnerschaften wie die der Stanford University mit SAP?

Pamela Hinds: Mithilfe solcher Partnerschaften kann ich sichergehen, dass unsere Arbeit und unsere Fragen aktuell und unsere Studien praxisrelevant sind. Wir haben mit zahlreichen Unternehmen zusammengearbeitet und bieten diesen eine andere Perspektive und den Blick von außen.

Wir können andere Fragen stellen, weil wir wissen, womit Unternehmen kämpfen. Wenn wir theoretisch an ein Problem herangehen, können wir Gesetzmäßigkeiten und Regeln nutzen und besser verstehen, was passiert und warum. So könnten wir zum Beispiel erkennen, dass bestimmte Gruppen sich weniger für das AppHaus begeistern als andere. Aber woran liegt das? Wenn wir begreifen, was passiert, profitieren Unternehmen enorm davon. Dann können sie an der richtigen Stelle ansetzen, um besser zu werden.

Die Stanford University und das Hasso-Plattner-Institut unterhalten ebenfalls ein Partnerschaftsprogramm, in dessen Zentrum die Design-Thinking-Methode steht. Man nimmt an, dass Innovation durch drei Kräfte angetrieben wird: die Geschäftswelt, die Technologie und die Menschen.

Welche Beziehung besteht zwischen diesen drei Design-Thinking-Grundsätzen und dem DCC?

Sara Winterstorm Värlander: Beim Besuch des DCC haben wir erkannt, dass Interdisziplinarität ein Kernpunkt bei Design Thinking ist. Sie bietet viele Vorteile, ist aber auch mit gewissen Herausforderungen verbunden. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund auch unterschiedliche berufliche Werte und Arbeitsstile haben. Daher muss Design Thinking behutsam und bewusst umgesetzt werden. Auf der anderen Seite ist Design Thinking ein gutes Werkzeug, um diese Herausforderungen zu bewältigen, da es allen Beteiligten eine gemeinsame Sprache und Methode als Ausgangsbasis an die Hand gibt.

Wie sind Innovationspraktiken im AppHaus integriert?

Värlander: Was die Design-Thinking-Praktiken angeht, so denke ich an die Räumlichkeiten, die Prozesse und die Menschen. Diese drei Grundpfeiler sind definitiv im DCC gegeben. Das DCC zeichnet sich durch eine flexible und offene Arbeitsumgebung aus, die sich optimal für Design-Thinking, Prototyperstellung und Iteration eignet. Wir konnten den Design-Thinking-Prozess im Rahmen eines Kunden-Workshops direkt miterleben.

Dabei haben wir festgestellt, dass der Fokus offensichtlich klar auf den Anforderungen des Endbenutzers und der Interaktion mit dem Endbenutzer im Prozess liegt. Das DCC-Team ist dynamisch und sozial und besteht durchweg aus „T-Shaped Professionals“, also einer Mischung aus Spezialist und Generalist mit sozialer Kompetenz. Meiner Meinung nach wird das DCC durch alle drei Grundpfeiler ausgestaltet, zumindest nach den Erfahrungen, die wir während unseres einwöchigen Besuchs gemacht haben.

Welche Vorteile bietet Co-Innovation?

Brandi M. Pearce: Eine interessante Erkenntnis, die wir im DCC gewonnen haben, ist, dass der Begriff Co-Innovation unterschiedlich verstanden wird. Meiner Meinung nach sieht die Definition mit der größten Schlagkraft Co-Innovation als Prozess, über den die SAP und ihre Kunden neue Chancen erkennen, um Produkte auf der Grundlage der Endbenutzeranforderungen zu entwickeln.

Solche organisationsübergreifenden Partnerschaften schaffen für Unternehmen das Potenzial, um Ressourcen, Know-how und Netzwerke bei der gemeinsamen Entwicklung neuer Produkte und Services optimal nutzen zu können. Dabei kommt es auf das Wort „Potenzial“ an, denn wir wissen, dass solchen Aktivitäten Grenzen gesetzt sind, etwa weil das gegenseitige Vertrauen fehlt. Dann kann es schwer oder unmöglich sein, die Partnerschaftsziele zu erreichen.

Im Rahmen früherer Forschungsarbeiten bei SAP haben wir festgestellt, dass Design-Thinking-Praktiken, die in verschiedenen Kulturen und Kontexten angewandt werden, unterschiedlich wahrgenommen und erlebt werden. Während unseres Aufenthalts im AppHaus haben wir zudem festgestellt, dass nicht nur die Mitarbeiter innerhalb des DCC, sondern auch die Kunden außerhalb des DCC spüren, dass Design-Thinking-Methoden auf die eine oder andere Art Vorteile bringt: Es fördert und erleichtert eine neue Form von Einsatz: gemeinschaftliches und von Vertrauen geprägtes Engagement. Es schafft Zugang zu Netzwerken und Ressourcen und ermöglicht Lösungen, die qualitativ besser sind, weil sie die Anforderungen der Endbenutzer berücksichtigen.

 

Foto: Shutterstock

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1 comment

  1. WGOCarmanpeot

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