Soccer team in a huddle

Starke Kombi: Jung und Alt

27. Februar 2015 von Andrea Diederichs 0

Der Fachkräftemangel in der IT-Branche macht auch vor SAP nicht halt. Während das Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt vor allem um die junge Generation wirbt, wurde am Standort Deutschland die Initiative „Mature Talents“ ins Leben gerufen.

Ziel der Initiative „Mature Talents“ bei SAP ist es, das Potenzial der älteren Mitarbeiter nachhaltig zu nutzen, die Zusammenarbeit in altersgemischten Teams zu unterstützen und Führungskräfte für die Bedürfnisse unterschiedlicher Generationen zu sensibilisieren. Martin Kühn, seit 25 Jahren bei SAP, engagiert sich für das Mature-Talents-Programm. Er teilt seine Sicht als erfahrener Mitarbeiter und spricht über seine große Leidenschaft – den Dialog zwischen den Generationen.

Martin Kühn ist seit 1989 bei SAP. Nachdem er 15 Jahre lang Führungspositionen in der Produktentwicklung innehatte, leitet er seit 2011 Projekte bei Solution and Knowledge Packaging, in letzter Zeit verstärkt mit Fokus auf Personalthemen, Vielfalt und Zusammenarbeit der Generationen.

Martin Kühn ist seit 1989 bei SAP. Nachdem er 15 Jahre lang Führungspositionen in der Produktentwicklung innehatte, leitet er seit 2011 Projekte bei Solution and Knowledge Packaging, in letzter Zeit verstärkt mit Fokus auf Personalthemen, Vielfalt und Zusammenarbeit der Generationen.

Worum geht es bei den Generationen-Projekten bei SAP?

Eine der Initiativen, die wir gestartet haben, ist das sogenannte Tandem-Mentoring. Damit meinen wir eine Mentorenbeziehung zwischen sehr erfahrenen und jungen Mitarbeitern, die bewusst in beide Richtungen geht. Das heißt, beide lernen voneinander. Im Sommer hatten wir dazu drei Monate lang ein Pilotprojekt mit 15 Tandems.

Wie ist das bei den Teilnehmern angekommen?

Bei den Jüngeren sehr gut, bei den Älteren sogar überragend. Die Älteren fanden es erfrischend, intensiver mit jüngeren Leuten zusammenarbeiten, eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen, aber auch Erfahrung weitergeben zu können. Umgekehrt fanden die Jüngeren es positiv, von der Erfahrung der Älteren zu profitieren, Hintergründe zu verstehen und einfach ihr Netzwerk zu erweitern.

Was hat SAP zu diesem Projekt motiviert?

Wir wollten das Miteinander der Generationen fördern – aus der Überzeugung heraus, dass gemischte Teams an Innovationskraft gewinnen. Das zweite ist die Wertschätzung für die Erfahrung der älteren Mitarbeiter. Das ist für diese Gruppe, der ich ja auch angehöre, ein ganz wichtiger Motivationsfaktor.

Gibt es noch weitere Programme?

Ja, bei „Knowledge Transfer and Retention“ geht es zum Beispiel darum, wichtiges Wissen im Unternehmen zu halten und weiterzugeben. Zurzeit laufen hierzu zwei Pilotprojekte. Zum einen durchlaufen junge Mitarbeiter zusammen mit ihren Mentoren einen strukturierten Wissenstransfer-Prozess. Umgekehrt schauen wir bei Kollegen, die demnächst aus dem Unternehmen ausscheiden, wie Wissen bewahrt oder gleich an andere weitergegeben werden kann.

Gibt es etwas, was Sie heute nicht mehr so gut können wie früher?

Ganz eindeutig, viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten. Dafür bin ich entspannter und kann vom Perfektionismus und von der Hundert-Prozent-Lösung auch mal Abstand nehmen.

Was inspiriert Sie bei SAP?

Ich genieße vor allem die Zusammenarbeit mit den Menschen. Gerade Vielfalt ist für mich ein Thema, das mir wirklich am Herzen liegt. Wie wir hier generationenübergreifend oder auch kulturübergreifend wunderbar zusammenarbeiten, das finde ich unheimlich bereichernd. Außerdem empfinde ich es als toll, dass SAP eine so erfolgreiche Firma ist. Wir spielen sozusagen in der Champions League und ich finde, das ist ein absoluter Glücksfall.

Tandem-Partnerinnen des Generationen-Projekts bei SAP: Susanne Maria Steimel und Linda Mory

Tandem-Partnerinnen des Generationen-Projekts bei SAP: Susanne Maria Steimel und Linda Mory

Zehn Tipps für die Zusammenarbeit der Generationen

Junge Mitarbeiter glänzen mit aktuellem Wissen und neuen, kreativen Ideen. Ältere punkten mit Weitblick und Gelassenheit. Ideal ist es, wenn sich diese Fähigkeiten ergänzen. Zehn konkrete Tipps helfen dabei:

Als Manager:

  • Fördern Sie eine Kultur der Innovation. Geben Sie neue und komplexe Aufgaben bewusst an altersgemischte Teams.
  • Bringen Sie Mitarbeiter zu Mentoring-Paaren zusammen. Damit helfen Sie Ihren Teammitgliedern, voneinander zu lernen.
  • Unterstützen Sie die Mitarbeiter dabei, sich besser kennenzulernen. Eine Möglichkeit kann sein, Arbeitsplätze zu tauschen oder die Büros nach modernen Raumkonzepten zu gestalten.
  • Machen Sie sich die unterschiedlichen Bedürfnisse jüngerer und älterer Kollegen bewusst.
  • Achten Sie auf eine offene und wertschätzende Kommunikation in den Team-Meetings.

Als Mitarbeiter:

  • Knüpfen Sie bewusst Kontakte mit Kollegen, die älter oder jünger sind.
  • Versuche Sie es mit Tandem-Programmieren oder Tandem-Projekten. Suchen Sie sich dazu Aufgaben aus, die sich besonders für Tandems aus jüngeren und älteren Kollegen eignen.
  • Brechen Sie das Eis zwischen den Kollegen. Beginnen Sie Meetings mit einer Aufwärmrunde, um das Kennenlernen und den Teamgeist zu fördern.
  • Nehmen Sie sich Zeit für den Austausch. Laden Sie jüngere/ältere Kollegen ein, um im Meeting über ihr Fachgebiet zu sprechen.
  • Seien Sie sensibel für die Anforderungen von Kollegen in anderen Lebensphasen.

Bildquelle: Shutterstock

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