China-Rollout in 6 Monaten

Feature | 20. Juni 2012 von Andreas Schaffry 0

SUSPA-Niederlassung in China; Foto: SUSPA GmbH

Wenn bei Autos der Heckspoiler sacht ausfährt, wenn Waschmaschinen leise schleudern und Kühlschranktüren fast lautlos zuklappen, dann verrichten in vielen Fällen Gasfedern, Dämpfer und Verstellsysteme der SUSPA GmbH „geräuschlos“ ihre Dienste. Das international tätige mittelständische Unternehmen entwickelt und fertigt darüber hinaus Crash-Management- und Sicherheitssysteme und technisch komplexe Antriebe. Pro Jahr stellt SUSPA rund 70 Millionen Teile für 50 Produkte in 1.500 Varianten her. Gefertigt wird am Hauptsitz in Altdorf bei Nürnberg, im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg und an Produktionsstandorten in China, Indien, Tschechien und den USA.

Alle Töchter auf eine ERP-Plattform bringen

„Aufgrund der globalen Präsenz unseres Unternehmens werden durchgängige Abläufe auf der Grundlage moderner IT immer mehr zu einem wettbewerbsrelevanten Faktor“, weiß Jürgen Nothof, Leiter Global IT bei der SUSPA GmbH. Teil der IT-Strategie ist daher auch, auf der Basis von SAP ERP die IT-Systemlandschaft unternehmensweit zu konsolidieren und Geschäftsabläufe zu standardisieren und zu harmonisieren.

Dazu will man sukzessive alle Werke weltweit applikationstechnisch in Altdorf zusammenführen und die in der Zentrale definierten SAP-Prozesse in den Töchtern als Standard etablieren – soweit rechtlich möglich. Unter dem Dach der ERP-Plattform von SAP sind bereits die Werke in Sulzbach-Rosenberg und im tschechischen Bor integriert. Als erste außereuropäische Gesellschaft arbeitet jetzt die 2001 gegründete chinesische Tochtergesellschaft in Nanjing mit der ERP-Lösung. „Der SAP-Rollout in China war zwingend erforderlich gewesen. Die bisher dort eingesetzte Excel-Lösung konnte das kontinuierliche wirtschaftliche Wachstum der Gesellschaft und die damit gestiegenen Prozessanforderungen nicht mehr bewältigen“, erläutert Jürgen Nothof. Bei der Einführung von SAP ERP in Nanjing verließ sich SUSPA auf die ORBIS Consulting Shanghai, eine Niederlassung des SAP-Partners ORBIS AG aus Saarbrücken, die das Roll-out-Projekt in nur sechs Monaten abschloss.

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„Mit der SAP-Einführung in China haben wir einen weiteren Schritt gemacht, um unsere IT-Landschaft zu konsolidieren und werksübergreifend Geschäftsprozesse zu vereinheitlichen.“ Jürgen Nothof, IT-Leiter der SUSPA GmbH; Foto: SUSPA GmbH

Kurz nach dem Echtstart machten sich die positiven Effekte der integrierten Geschäftsabläufe bemerkbar. Intercompany-Prozesse laufen heute automatisiert und IT-gestützt und somit spürbar schneller und effizienter. Der Austausch von Auftrags-, Bestell-, Material- und Bestandsinformationen zwischen China und der deutschen Zentrale erfolgt jetzt ausschließlich im SAP-System. Das führt nicht zuletzt auch zu geringeren Prozesskosten innerhalb der Wertschöpfungskette. Ebenso kann das Controlling in der Zentrale die Finanz- und Kennzahlen der chinesischen Tochter, die diese ausschließlich in SAP ERP führt, für Finanzabschlüsse der SUSPA-Gruppe einfacher und schneller konsolidieren.

Golden-Tax-konforme Buchhaltung

Besonders wichtig war für den Gasfedern- und Dämpferhersteller, dass bei der Gesellschaft in Nanjing das staatliche Golden-Tax-System in die SAP-Software integriert werden konnte. Dadurch ist die Rechnungsstellung jederzeit rechtskonform. Der Einsatz der Fiskalsoftware ist in China obligatorisch, um an Geschäftspartner Waren verkaufen zu dürfen und gezahlte Umsatzsteuern zurückerstattet zu bekommen. Außerdem werden die Vorgaben der chinesischen Steuerbehörden nach normierten Berichte zu Buchungs- und Zahlungsvorgängen, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Bilanzen erfüllt.

Endanwender können die benötigten Finanz- und Rechnungsdaten mit wenigen Mausklicks aus SAP ERP extrahieren und formatierte Berichte im Text- oder Excel-Format zeitnah erstellen. Diese werden über eine bidirektionale Schnittstelle, das ORBIS Golden Tax Interface (GTI) automatisch in das Steuersystem eingespielt. Im Gegenzug konvertiert das GTI die im Golden-Tax-System erzeugten Dateien in das für SAP lesefähige Excel- oder Textformat und überträgt sie in die ERP-Lösung. Derzeit baut SUSPA die SAP-Funktionalitäten in China durch die Implementierung der Chargenführung und des Warehouse Management (WM) weiter aus. Des Weiteren ist ein SAP-Rollout nach Indien in Planung.

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Ein Produkt aus dem SUSPA-Portfolio: Gasfeder für Möbel; Foto: SUSPA GmbH

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