Leitfaden: Mobile Commerce

Feature | 29. März 2012 von Heather McIlvaine 0

Durch ein umfassendes Angebot an "Mobile Banking" erreichen Finanzinstitute neue Kunden. (Foto: istockphoto)

Mobiler Software ist ein wesentlicher Bestandteil der SAP-Wachstumsstrategie. Seit der Übernahme von Sybase im Jahr 2010 erweitert das Softwareunternehmen aktiv sein Portfolio mobiler Lösungen. Mobile Commerce ist ein Teil davon. Um die rapide ablaufenden Entwicklungen und Innovationen im Bereich mobiler kommerzieller Dienstleistungen festzuhalten, veröffentlicht Sybase nun seinen zweiten jährlichen Mobile Commerce Guide.

2011 konzentrierte sich der Leitfaden auf die Erläuterung von Mobile Commerce,  mobilen Finanzdienstleistungen bis hin zu mobilem CRM. Weitere Informationen dazu finden Sie unter „5 Fakten über Mobile Commerce“.

In diesem Jahr untersucht der Leitfaden reale Beispiele für Deployments mobiler kommerzieller Dienste durch Finanzinstitute, Mobilfunkbetreiber und Unternehmen sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern. Über zwei Drittel der Artikel wurden von externen Autoren verfasst, darunter Citi, Royal Bank of Canada, GSMA, Globe Telecommunications, IBM, RBS Citizens Bank, Dutch-Bangla Bank, Informa Telecoms & Media, Mobey Forum, Telefónica, TowerGroup und die Mobile Marketing Association. Die Autoren schreiben über ihre eigenen Erfahrungen und Einblicke in den Mobile-Commerce-Markt von heute.

Um Ihnen einen Eindruck von den umfangreichen Informationen in diesem Leitfaden zu geben, sollen hier einige reale Beispiele aus den folgenden Kapiteln herausgegriffen werden:

  •  Mobiles Marketing: Chancen und Nutzen
  • Finanzinstitute: Mobile Banking-Dienste werden ausgereifter
  • Mobilfunkbetreiber: Betreiber fördern mobile Bezahlung
  • Kundenbindung: Mobile Dienste schaffen neue Möglichkeiten und Herausforderungen
  • Unruhestifter: Bereit für kontinuierliche Veränderung

Laden Sie hier den Sybase Mobile Commerce Guide 2012 herunter, um auf weitere Strategien, Expertenratschläge und Fallstudien zuzugreifen.

Mobiles Marketing: Chancen und Nutzen

Dieser Teil befasst sich mit der Vielfalt von Mobile Commerce, der ihn einerseits komplex macht und andererseits viel Potenzial bietet. Im Bereich Marketing beispielsweise werden mobile Möglichkeiten immer noch nicht angemessen genutzt. In Großbritannien fließen nur 0,5 Prozent aller Werbeausgaben in den mobilen Kanal, während die Verbraucher geschätzte 7 Prozent ihrer Zeit, die sie auf Druckmedien, TV, Radio und andere Medien verwenden, am Handy verbringen. Des Weiteren hat Google herausgefunden, dass mobile Werbung gegenüber Desktop-basierter Werbung eine 80-prozentige Steigerung der Klickraten bringen kann – und dies zu niedrigeren Kosten.

Der Bereich der mobilen Finanzdienstleistungen öffnet sich, da immer mehr Banken beginnen, mobile Zahlungsmöglichkeiten anzubieten. Dies können Geldüberweisungsdienste (wie z. B. Rechnungszahlungen, Kontoüberweisungen oder internationale Überweisungen), Mobile Commerce (Einkauf physischer oder digitaler Waren über das Handy) oder mobile POS (Nutzung des Handys zum Einkauf in einem normalen Geschäft) sein.

Hier bieten sich enorme Wachstumsmöglichkeiten, doch Banken sind nicht als einzige daran interessiert, dieses Potenzial auszuschöpfen. Mobilfunkbetreiber nehmen ebenfalls im großen Umfang am Mobile-Commerce-Markt teil. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Finanzinstitute und Mobilfunkbetreiber sich zunehmend über das Handy an ihre Kunden wenden.

Finanzinstitute

Finanzinstitute nutzen und profitieren von Mobile Commerce auf unterschiedliche Weise, abhängig von der Region und dem Kundenstamm. In der entwickelten Welt betrachten die meisten Banking-Kunden eine mobile Banking-App als die Norm und nicht als besonderes Angebot. Dennoch können sich Banken durch das Angebot von Mehrwertdiensten wie Betrugsalarm oder Kreditüberwachung hervorheben. In den Entwicklungsländern ermöglicht die mobile Banking-Technologie zusammen mit der Verbreitung von Mobiltelefonen den Finanzinstituten, neue Kunden außerhalb ihrer Zweigstellen und Netzwerke von Geldautomaten zu erreichen.

In Bangladesch verfügen beispielsweise 87 Prozent der Bevölkerung nicht über ein Bankkonto. Dies ist auf einen Mangel an Bankfilialen in ländlichen Gegenden, in denen die Mehrheit der Bevölkerung lebt, zurückzuführen. Der Aufbau weiterer Filialen in diesen Gegenden und deren Personalausstattung wären extrem kostspielig, und sogar die Einrichtung von Geldautomaten würde eine regelmäßige Wartung durch Fachleute erfordern. Ohne die Alternative mobiles Banking gäbe es keinen kostengünstigen Weg, die Bevölkerung ohne Bankkonto in Bangladesch oder ähnlichen Regionen zu erreichen.

Da jedoch 50 Prozent der Personen ohne Bankkonto in Bangladesch über ein Handy verfügen, konnte Dutch Bangla Bank Limited (DBBL) eine Lösung einführen, mit der es Kunden möglich ist, Einzahlungen, Abhebungen und Überweisungen über ihr Handy zu tätigen. Agenten der Mobilfunkbetreiber (normalerweise lokale Geschäftsinhaber oder Einzelhändler) helfen Neukunden bei der Einrichtung von Konten und erbringen Einzahlungs-/Auszahlungsdienste. Kontoinhaber können auch veranlassen, dass ihr Gehalt direkt auf ihr Konto eingezahlt wird.

DBBL plant, in der nächsten Phase mobile Aufladung, Bezahlung in Geschäften, Geldabhebung am Automaten und Mikrofinanzierung anzubieten. Darüber hinaus wird die Lösung auf allen Handys mit Vertrag bei einem der sechs Mobilfunkbetreiber in Bangladesch zur Verfügung stehen. Dieser Fokus auf Offenheit erlaubt es Finanzinstituten wie der DBBL, die größte Zahl an Kunden zu erreichen.

Laden Sie den vollständigen Mobile Commerce Guide herunter, um mehr über Finanzinstitute und Mobile Commerce, die sich verändernden Vorschriften für mobile Überweisungen, die Umstellung auf mobiles Banking 2.0 und mehr zu erfahren.

Mobilfunkbetreiber

Es liegt in der Natur des Mobile Commerce, Finanzdienstleistungen mit mobilen Diensten zu verbinden. Daher ist es naheliegend, dass Mobilfunkbetreiber im Mobile-Commerce-Markt eine ebenso große Rolle spielen wie Banken. Das bekannteste Beispiel ist vielleicht der kenianische Mobilfunkbetreiber Safaricom. 2007 führte Safaricom den mobilen Zahlungsdienst M-Pesa ein, der es Abonnenten ermöglicht, Geld über ihr Handy zu überweisen. Laut einem Artikel in der kenianischen Zeitung Daily Nation verfügt M-Pesa bereits über 14 Millionen Abonnenten und weit über 28.000 Agenten im Land.

Heute folgen zahlreiche Mobilfunkbetreiber in vielen Ländern der Welt diesem Beispiel. Auf den Philippinen bietet GXI, eine 100%ige Tochter von Globe Telecom, verschiedene Mobile-Commerce-Lösungen an. Dazu gehören GCASH für Überweisungen von Handy zu Handy, GCASH REMIT für mobile Überweisungsdienste und Conditional Cash Transfer für die Auszahlung von staatlich gesponserten Barzuwendungen in entfernten Gegenden des Landes. Früher gaben die ärmsten Familien des Landes, die diese Barzuwendungen erhalten, bis zu 40 Prozent davon für Transportkosten zur Abholung des Geldes aus. Nun können sie ihre Zuwendungen beim nächsten GCASH-Punkt erhalten.

Telefónica ist ein weiterer Mobilfunkbetreiber, der sich immer mehr den mobilen Finanzdienstleistungen zuwendet. Das Unternehmen führt einen „mobilen Geldbeutel“ in acht Ländern Lateinamerikas und Europas ein, mit dem Kunden nationale und internationale Überweisungen vornehmen, Kontoinformationen prüfen, Waren online kaufen, Einkäufe in Geschäften mithilfe von Nahfeld-Kommunikationstechnologie tätigen und Angebote und Gutscheine zur späteren Verwendung erhalten können.

In den nächsten drei Jahren plant Telefónica die Ausweitung des Dienstes auf ihren gesamten Kundenstamm. Das sind fast 300 Millionen Menschen in 26 Ländern. Um dies in Relation zu setzen: Citibank verfügt über 200 Millionen Kundenkonten weltweit. Der Trick besteht darin, Dienstleistungen anzubieten, die dem Bedarf am Markt entsprechen. In Lateinamerika beispielsweise wird Telefónica vorwiegend Banking-Dienste für Personen ohne Bankkonto bereitstellen. In Europa wird das Unternehmen erweiterte Finanzdienstleistungen anbieten.

Weitere Artikel in diesem Teil beschäftigen sich mit Mobilfunkbetreibern im Irak und in Lateinamerika, neuen Zahlungsoptionen für Unternehmen und NGOs sowie Skalierbarkeit.

Kundenbindung

Das Handy verschafft Unternehmen eine sehr viel persönlichere und direktere Verbindung zu ihren Kunden, als dies über andere Kommunikationskanäle möglich ist. Und kombiniert man den mobilen mit anderen Trends, wie z. B. dem Wachstum sozialer Netzwerke auf der ganzen Welt und der Zunahme standortbasierter Services, erhält man eine neue Strategie der Kundenbindung, die als MoSoLoCo bekannt ist. Diese Wortschöpfung steht für mobil, sozial, lokal, Commerce.

MoSoLoCo führt zur Schaffung neuer Arten von Dienstleistungen, die früher noch nicht möglich waren. Beispielsweise bietet die RBC Royal Bank eine mobile Banking-App an, die neben den zu erwartenden Finanzdienstleistungen auch einen Filial- und Geldautomatensuchdienst enthält. Sie verwendet die im Handy integrierte GPS-Funktion für die Suche nach einer Bankfiliale oder einem Geldautomaten in der Nähe. Dies hat sich als eines der meistgenutzten Tools der App erwiesen. Commerce kennzeichnet den Abschluss der Interaktion entweder durch eine Transaktion oder einen Prozess.

Der Sybase Mobile Commerce Guide liefert weitere neue und innovative Beispiele der Kundenbindung durch den mobilen Kanal. Mit dem Download des Leitfadens erhalten Sie eine Liste der Best Practices, eine Fallstudie der Entwicklung einer mobilen Banking-App und einen Überblick über die Nahfeld-Kommunikationstechnologie.

Unruhestifter: Bereit für kontinuierliche Veränderung

Natürlich unterliegt der Mobile-Commerce-Markt rascher Veränderung. Banken haben beispielsweise Mobilfunknetze erworben, und Mobilfunknetze haben Banken übernommen. Der letzte Teil behandelt die neuesten Technologien und Entwicklungen der Landschaft und ruft die Branche dazu auf, sich auf Unerwartetes einzulassen.

Das Glossar am Schluss des Leitfadens stellt auch eine gute Informationsquelle für branchenspezifische Begriffe und Akronyme dar, die im Ökosystem des Mobile Commerce wichtig sind.

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