Soccer team in a huddle

Teamarbeit zahlt sich aus

11. April 2016 von Stephan Magura 0

Am 6. April hatte die SAP Kunden und Partner aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten nach Walldorf eingeladen, um vorbildliche SAP-Implementierungen auszuzeichnen. Mit einem Mythos räumte Henrik Wilken (Active Quality Management EMEA) gleich zu Beginn auf: SAP-Vorhaben werden in Wachstumsmärkten mittlerweile ebenso gut und erfolgreich gestemmt wie anderswo auf der Welt.

Dieses Jahr wurden Projekte in folgenden Kategorien prämiert: Fast Delivery, Innovation, Business Transformation und Innovation SuccessFactors. Da besonders viele HR-Projekte nominiert wurden, schuf das Team um Henrik erstmalig eine eigene Kategorie für SuccessFactors-Einführungen.

Insgesamt gingen 212 Vorschläge ein. Aus den Nominierungen, die sich in den verschiedenen Market Units durchgesetzt hatten, wählte die externe Jury, die wieder mit ausgewiesenen Fachleuten und ehemaligen Quality-Awards-Siegern besetzt war, pro Kategorie zunächst ihre sieben bis acht Favoriten aus. Anschließend trafen die Juroren ihre Entscheidung über die Gewinner. Die drei Kunden mit den jeweils besten Projekten reisten dann in die SAP-Zentrale – wobei es bis zur Preisverleihung spannend blieb. Nur ein kleiner Kreis wusste vorab, wer in der Endabrechnung auf den Plätze eins, zwei und drei gelandet war. Das Geheimnis wurde erst auf der Bühne gelüftet.

Das folgende Video fasst die Höhepunkte der Veranstaltung zusammen.

 

Die Gewinner im Überblick

SAP EMEA Chief Technology Architect Mark Raben führte mit viel Humor durch die Veranstaltung und plauderte mit den Siegern, die ihre Projekte kurz vorstellten. Wie immer fließen deren Erfahrungen in die weitere Ausgestaltung der SAP-Qualitätsprinzipien ein. Diese Leitlinien für erfolgreiche Produktimplementierungen sind für Interessenten kostenfrei im Internet verfügbar. Gewonnen haben:

Fast Delivery: SABMiller Europe (Gold), Telkom SA (Silber), Surrey County Council (Bronze).

Innovation: alfanar, Atos, RWE Global Business Services Tschechien.

Business Transformation: Sasol, Sibur Holding, Abdullah Abdulgani & Bros.

Innovation SuccessFactors: Cargotec Corporation, Barry Callebaut, Swiss RE

Wie schon im vergangenen Jahr betonten die Preisträger, wie wichtig es sei, die richtigen Leute an Bord zu haben, um ein Projekt zum Erfolg zu führen. So hat beispielsweise das finnische  Unternehmen Cargotec, ein Spezialist für die Verladung von Frachtgütern, viele Einzelgespräche geführt, um sowohl intern als auch beim Partner das Personal mit dem passenden Knowhow sowie der richtigen Einstellung zu finden. Der Lohn: Eine äußerst gelungene Implementierung, die mit Gold in der Kategorie „Innovation SuccessFactors“ ausgezeichnet wurde. SAP-Manager Thomas Otter, der für das Produktportfolio von SuccessFactors verantwortlich ist, hatte sichtlich Spaß daran, „seine“ Preisträger dem Publikum etwas näher vorzustellen. „Es ist wichtig, solche Erfolge zu feiern“, meinte Otter.

Diese Ansicht teilt auch Franck Cohen. Trotz eines straffen Terminkalenders ließ es sich der Präsident für SAP EMEA nicht nehmen, die Gewinner wie im Vorjahr persönlich zu beglückwünschen. In seinem kurzen Vortrag erinnerte Cohen an seine Anfangszeit als Programmierer. Er berichtete von einem Projekt, bei dem er scheiterte – weil das an sich perfekt designte Produkt nicht praxistauglich war. Cohen: „Die tollsten Algorithmen nützen nichts, wenn die Lösung nicht praktikabel ist.“

Ausprobieren und besser machen

Nur: Wie lassen sich solche Bauchlandungen vermeiden? Kreative Entrepreneure experimentieren mit ihren Innovationen – etwa, um die Vermarktungsmöglichkeiten für ein neues Produkt vorab zu testen. Gastredner Prof. Nathan Furr berichtete von einem US-Start-Up, das eine Lösung im Internet zu einem Zeitpunkt anpries, als es sie noch gar nicht gab. Weil die Nachfrage enorm gewesen sei, habe die Firma inzwischen damit begonnen, das Produkt zu realisieren.

Furr lehrt unter anderem an der renommierten Business School INSEAD. Der ehemalige Stanford-Absolvent führte das Publikum im Schnelldurchlauf durch seine „Innovator’s Method“; sie soll Unternehmen durch die Phasen von Unsicherheit geleiten, die es auf dem Weg zu innovativen Prozessen beziehungsweise Produkten immer wieder gebe. Scheitern, um daraus zu lernen, sei deshalb eher als wertvolle Erfahrung denn als Katastrophe zu betrachten.

Dabei müsse man laut Furr das vorliegende Problem in seinem ganzen Ausmaß erfassen und seine Lösungsstrategie darauf ausrichten. „Get the job done“ bedeute nicht, ausschließlich auf die technische Dimension beispielweise einer Produktverbesserung zu achten, sondern ebenfalls seine soziale sowie emotionale Dimension im Auge zu behalten. Vor Jahren habe Harley Davidson den Angriff des Konkurrenten Honda vor allem deshalb abwehren können, weil das Unternehmen das Image der Harley-Besitzer als „coole“ Typen in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten gestellt und sich weniger um technische Verbesserungen am Motorrad gekümmert habe.

„Get the job done“ ist auch für die SAP nicht mehr das, was es einmal war. Natürlich sollte ein erfolgreiches Projekt die Kundenerwartungen erfüllen und „in time, in budget“ abgeschlossen werden, sagte Franck. Aber das sei nicht mehr genug. Angesichts von Entwicklungen wie IoT oder Anwendungen im Bereich Künstlicher Intelligenz müsse die SAP ihren Kunden aufzeigen, was sie mit zukunftsfähiger IT heute alles erreichen können.

Auf die „Art of IT“ und ihre Umsetzung komme es mehr denn je an. Cohen: „Sie macht den Unterschied zwischen einem guten und einem hervorragenden Produkt aus.“

Fotos: Norbert Steinhauser

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