Technologie im Komplettpaket

Feature | 8. März 2004 von admin 0

Im Januar 2003 betrat SAP NetWeaver die Szene. Die Integrations- und Anwendungsplattform umfasste die Komponenten der SAP-Technologie – SAP Web Application Server, SAP Enterprise Portal, SAP Business Information Warehouse und SAP Exchange Infrastructure. In den folgenden Monaten kamen SAP Mobile Infrastructure und SAP Master Data Management hinzu. Diese Lösungen sind bereits für sich selbst genommen sehr leistungsfähig. Im Zusammenspiel jedoch bieten sie nie da gewesene Möglichkeiten.
Vor diesem Hintergrund stellt SAP die Lösungen und Komponenten von SAP NetWeaver jetzt in einem synchronisierten Releasezyklus zur Verfügung: Die Komponenten werden in einem einzigen Paket ausgeliefert. Davon ausgenommen ist SAP Master Data Management (SAP MDM), das neueste Mitglied der SAP-NetWeaver-Familie. SAP MDM 2.0 kann zwar SAP NetWeaver ’04 verwenden (insbesondere SAP Exchange Infrastructure 3.0), basiert jedoch noch auf dem SAP Web Application Server 6.20.

Eine gemeinsame technische Basis

Das erste synchronisierte Release ist SAP NetWeaver ’04. Es umfasst:

  • SAP Web Application Server 6.40
  • SAP Enterprise Portal (SAP EP) 6.0
  • SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) 3.0
  • SAP Business Information Warehouse (SAP BW) 3.5
  • SAP Mobile Infrastructure (SAP MI) 2.5

Der synchronisierte Ansatz bietet zahlreiche Vorteile hinsichtlich Administration, Systemgesamtkosten und Qualitätssicherung. Alle Komponenten von SAP NetWeaver ’04 basieren auf derselben Version des SAP Web Application Servers (Release 6.40) und haben deshalb eine gemeinsame technische Basis. Dies vereinfacht unter anderem die Administration und Überwachung sowie das Benutzer- und Sicherheitsmanagement. Alle Komponenten können dieselbe Betriebssystemversion und dasselbe DBMS-Release (Datenbank Management System) verwenden. Dank der geringeren Komplexität in der IT-Landschaft sinken die Gesamtkosten für die Unternehmen.

Beispiele für die SAP-Web-AS-Systemarchitektur

Beispiele für die SAP-Web-AS-Systemarchitektur

Die SAP-NetWeaver-Komponenten lassen sich auch mit einem einzigen physischen Server betreiben, wenn eine kleine Konfiguration ausreicht. Dies senkt den Administrationsaufwand für Systeme und Datenbanken.
Viele Komponenten von SAP NetWeaver können innerhalb einer Verwaltungseinheit laufen, dem SAP Web Application Server (SAP Web AS) mit einer gemeinsam genutzten Datenbank, gemeinsam genutzten zentralen Services, einer gemeinsamen externen IP-Adresse oder Administration. Ein SAP-Web-AS-System ist entweder eine kleine Einheit, die nur eine Instanz des SAP Web AS betreibt, oder skalierbar für mehrere große Computer mit vielen Instanzen des SAP Web AS, die zusammen als eine logische Einheit laufen.

Gemeinsames Ramp-up-Programm

SAP hat das Zusammenspiel der Komponenten von SAP-NetWeaver ’04 in verschiedenen Szenarien getestet. Für beliebige Komponenten mit unterschiedlichem Releasestand wäre das aufgrund der Vielzahl der Kombinationsmöglichkeiten nicht machbar. Für sämtliche SAP-NetWeaver-Komponenten hat SAP ein gemeinsames Ramp-up-Programm. Damit sind Dokumentation, Beratung, Schulung und Partner-Support darauf ausgerichtet, die SAP-NetWeaver-Plattform als Ganzes zu unterstützen und die Synergien zwischen den Komponenten zu nutzen.
Im Jahr 2004 gelieferte SAP-Anwendungen, etwa mySAP ERP, mySAP Supply Chain Management (mySAP SCM) oder mySAP Supplier Relationship Management (mySAP SRM), basieren auf der synchronisierten Technologiebasis von SAP NetWeaver ’04. Für 2005 und die Folgejahre gilt der gleiche Grundsatz. Die Folge einer solchermaßen synchronisierten Technologiebasis ist eine geringere Komplexität. Die Synchronisation von beispielsweise SAP BW und mySAP SCM, mySAP CRM und Portallösungen oder aber mySAP SRM und der SAP Exchange Infrastructure wird vereinfacht.

Ein kurzer Rückblick auf die Evolution der SAP-Technologie

SAP R/3 enthielt schon immer eine Technologieschicht (Basis), die unter anderem aus Anwendungsserver, Entwicklungsumgebung, einer generischen Benutzeroberfläche (SAP GUI) und einer Workflow-Engine bestand. Auch die neuen Produkte, etwa SAP BW oder SAP APO, enthalten diese Technologieschicht. Doch die Technologie war in früheren Jahren nicht ohne die darauf basierende Anwendung verfügbar.

Entwicklung der Basis zu SAP NetWeaver ’04

Entwicklung der Basis zu SAP NetWeaver ’04

Das änderte sich im Jahr 2000, als SAP den SAP Web Application Server einführte. SAP Web Application Server war eine erweiterte Technologieschicht, die sich erstmals eigenständig nutzen ließ, um Web-basierte Anwendungen zu entwickeln.
Auf den SAP Web Application Server folgten weitere Technologiekomponenten, darunter SAP Enterprise Portal und SAP Exchange Infrastructure. Diese Komponenten wurden unter der Bezeichung mySAP Technology zusammengefasst. Auch hier ließ sich jede Komponente für bestimmte Anwendungen nutzen, gleichzeitig aber auch eigenständig für die Integration von Fremdsystemen oder die Entwicklung kundenspezifischer Lösungen.
Als Nachfolgeprodukt und wesentliche Erweiterung der mySAP-Technology-Schicht führte SAP im Januar 2003 SAP NetWeaver ein. Ab SAP NetWeaver ’04 sind schließlich alle Komponenten in einem synchronisierten Release verfügbar.

Upgrade auf SAP NetWeaver ’04

Für ein Upgrade auf SAP NetWeaver ’04 sprechen außer den genannten Vorteilen und der Flexibilität im Wesentlichen zwei Hauptgründe:

  • Geringere Gesamtkosten durch eine einheitlichere Infrastruktur, etwa hinsichtlich Betriebssystem, Datenbanksystem oder Anwendungsserver-Release.
  • Eine größere Durchgängigkeit von Services und Prozessen aufgrund der neuen Integrationsmöglichkeiten.

SAP BW 3.5 beispielsweise integriert nahezu jede Datenquelle – von Excel- und Access-Datenbanken bis hin zu allen relationalen Datenquellen, anderen Data Warehouses sowie Web-Services, die Zugang zu analytischen Daten innerhalb oder außerhalb des Unternehmens bieten. Darüber hinaus enthält SAP XI 3.0 ein äußerst leistungsfähiges Adapter-Framework und ein weitaus größeres Angebot an Adaptern. Die Lösung tauscht Daten mit Dateisystemen, Nachrichtenwarteschlangen, Legacy-Anwendungen oder Datenbanksystemen aus. Sie bietet die erforderlichen Queuing-, Routing- und Mapping-Services sowie eine erweiterte Prozesssteuerung für Funktionen wie das Synchronisieren, Aufteilen und Zusammenführen von Nachrichten.

SAP NetWeaver ’04: Häufig gestellte Fragen

SAP NetWeaver ’04: Häufig gestellte Fragen

Kunden haben die Wahl, ein eigenes synchronisiertes Upgrade für ihre SAP-NetWeaver-Komponenten durchzuführen. Sofern gewünscht, ist der Releasewechsel auf SAP NetWeaver ’04 für alle Komponenten auf einmal möglich. Danach können sie von SAP NetWeaver ’04 auf ein späteres synchronisiertes Release wie SAP NetWeaver ’05 oder SAP NetWeaver ’06 wechseln. Dies kann für Kunden mit kleineren Installationen besonders wichtig sein. Größere Unternehmen mit Komponenten, die über mehrere Systeme verteilt sind, haben weiterhin die Möglichkeit, diese separat, mit jeweils eigenem Lebenszyklus umzustellen. (Hier gelten komplexere Kompatibilitätsregeln und Einschränkungen.) Den Kunden steht es weiterhin frei, SAP-NetWeaver-Komponenten bei Bedarf schrittweise zu aktualisieren und zu installieren.
Weitere Informationen zu SAP NetWeaver ’04 sind unter http://service.sap.com/ netweaver verfügbar.

Quelle: SAP Insider

Dr. Franz J. Fritz

Dr. Franz J. Fritz

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