Telkom Indonesia integriert seine Geschäftsprozesse

Feature | 19. September 2005 von admin 0

Telekommunikation in Indonesien

Telekommunikation in Indonesien

Im Zuge der Privatisierung unter Präsident Abdurrahman Wahid wurde die Telekommunikation als erster Wirtschaftszweig bereits im Jahre 2001 liberalisiert und ausländische Investitionen angelockt. Doch die Infrastruktur war noch nicht ganz reif für diesen Schritt: Weniger als 20 Prozent aller Haushalte hatten einen Festnetzanschluss. Bis heute sind es erst 25 Prozent, immerhin knapp neun Millionen Haushalte.
Das Wachstum dieser Branche wird im Wesentlichen von den beiden Unternehmen PT Telkom und PT Indosat kontrolliert. Beide haben mit hohen Investitionskosten und geringen Renditen zu kämpfen. Die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Infrastruktur werden immer noch von der Regierung vorgegeben. Die Telefontarife sollen bald angehoben, Subventionen abgebaut werden. Ein Gutachten schätzte, für die nächsten vier Jahre müssten 6,8 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur investiert werden, um die Zahl der Mobiltelefonkunden um 25 Millionen zu erhöhen. Sogar 9,6 Milliarden Dollar wären nötig, um 13 Millionen neue Festnetzanschlüsse zu schaffen. Von der Regierung kam bereits das Signal, nicht mehr als 20 Prozent der Investitionssumme bereitstellen zu können. Also muss der Rest aus dem Ausland kommen. Die gegenwärtige Regierung verpflichtet außerdem jedes Telekommunikationsunternehmen dazu, bis zu 0,75 Prozent seiner Bruttojahreserträge in die Infrastruktur zu investieren.

Integrierte IT-Lösungen

Ebenso wie die restliche Telekommunikationsindustrie hat auch PT Telkom seit Wegfall des Monopols mit erhöhtem Konkurrenzdruck zu kämpfen, vor allem von Seiten der lokalen Anbieter Indosat und Excelcom. Kleinere Gewinnmargen zwingen den Telekommunikationsriesen zu größerer interner Verantwortlichkeit sowie zur Übernahme von Best Business Practices der weltweiten Branchenführer. Daher startete er eine Service-Initiative für höhere Qualität, wettbewerbsfähige Preise, neueste Technologie, gut ausgebildetes Personal und kostensparende Zusammenarbeit mit Partnerfirmen. Der Telekommunikationsanbieters setzt sich zum Ziel, ein Full Service and Network Provider (FSNP) zu werden, und legt in einer Roadmap fest, wie er die verschiedenen Bereiche Festnetz, Wireless, Mobilfunk, Internet und Netz auf dem Weg dahin integrieren will.
Seit 2002 planen die Entwickler von PT Telkom in Bandung, wie sie Best-of-Breed-Software am besten einsetzen, um den enormen Herausforderungen des indonesischen Telekommunikationsmarkts gerecht zu werden: der wachsenden Kundenzahl, der notwendigen Einführung eines Customer Relationship Management (CRM) und von HR- und Finance- Anwendungen, sowie der Anpassung der Altsysteme. Ein neues System musste skalierbar und leicht zu bedienen sein, kritische Daten sollten sich einfach und sicher managen lassen.

Ein Benchmarksystem der Weltklasse

Nach einem rigorosen Ausschreibungsprozess entschied man sich für SAP R/3, denn die Lösung “bietet zum Einen einfach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und hat sich in der Branche einen guten Namen gemacht”, erklärt Lukman Hakim, Bereichsleiter der Telkom in Bandung, West-Java. “Zum Anderen will Telkom ein Anbieter der Weltklasse werden: Deshalb brauchen wir auch ein Benchmarksystem der absoluten Spitzenklasse, das aus unserer IT-Infrastruktur ein System ohne Fehler macht.” Was letztlich den Ausschlag gab, meint Sahat Sitorus, General Manager der Serviceabteilung bei SAP Indonesien, sei, dass SAP dem Kunden nicht nur eine beeindruckende Liste internationaler Referenzkunden, sondern auch ein überzeugendes Supportangebot unterbreiten konnte.

Erfolgreiche Implementierung

Das IT-Team entschied sich für Magnus Consulting und Anderson Consulting (heute: Accenture) als Implementierungspartner, um den Prozess unterstützend zu begleiten. Anfang des Jahres 2002 erarbeitete ein Projektteam den Zeitplan für die Implementierung. Noch vor Ablauf der hierfür angesetzten zwei Jahre ging das System live. “Anfangs mussten wir sehr schnell sehr viel lernen und ein paar Probleme bei der Integration lösen”, erinnert sich Lukman. “Aber ein dezentral verteiltes Team – an jedem Standort gab es eine zuständige Einheit – konnte über eine flexible Deadline-Regelung viel Komplexes entzerren. Jetzt können wir viel bessere Voraussagen zu unseren Kundenbeziehungen machen und unsere Geschäftskunden und Lieferanten besser integrieren”, meint Lukman.
Ein wichtiger Vorteil von SAP R/3 Enterprise für Telkom sind dessen integrierte Funktionalitäten. So ermöglicht etwa die Anbindung des SAP Enterprise Buyer dem Unternehmen, seine gesamte ERP-Struktur und seine vollständige Datenbank zu integrieren. Dies bildete die Voraussetzung für einen dynamischen Beschaffungsprozess sowohl von Direkt- als auch anderen Gütern, die Automation und Integration aller Prozesse zum Kauf komplexer Produkte, Teile und Zubehör. Nötig ist hierfür lediglich die entsprechende Funktion in SAP Enterprise Buyer, die sofort jeden vom Backend-System benötigten Treiber identifiziert. Krishneddu Datta, Managing Director SAP, Indonesien hält fest: “Telkom – unser Schlüsselkunde in Indonesien – konnte auf SAP Best Practices zurückgreifen, um einen bestens dokumentierten und mehrfach aufrufbaren Prototyp zu implementieren. Die jahrelange Erfahrung der SAP mit den größten Unternehmen in der Telekommunikationsbranche war bei diesem Projekt von unschätzbarem Wert.”

Funktionalitäten ausweiten

Um Geschäftsberichte zu generieren und Lieferanten und Channel Partner über alle Geschäftsbereich hinweg vergleichen und bewerten zu können, will Telkom weitere Anwendungen von SAP R/3 Enterprise verwenden. Zum Teil leisten dies bereits die 2004 implementierten Komponenten Human Ressources (HR) und Project Systems (PS). SAP HR half der Personalabteilung bei der Feinanpassung ihrer Gesamtstrategie und machte diese transparenter. So konnte Telkom das gesamte Unternehmen rationalisieren und Cost Center aufbauen. SAP PS unterstützt die Einhaltung von Deadlines, die regelmäßige Planung, Kontrolle und Überwachung aller Geschäftsprojekte und ermöglicht den Projektmanagern, viel früher zu reagieren.
2005 schließlich schaffte sich PT Telkom eine Wide-Area-Network-(WAN)- Datenübertragungsleitung an, um auch die schwer zugänglichen Regionen des Landes Schritt für Schritt zu erschließen. Für die nächsten zwölf Monate hat sich das Unternehmen vorgenommen, die Funktionalitäten für die Anlagenverwaltung, das Materialmanagement und das CRM auszubauen. Die Analysten von Frost & Sullivan bescheinigen dem Telekommnukationsriesen gegenüber seinen Konkurrenten entscheidende Startvorteile am Markt. Dennoch muss das Unternehmen seine Kunden im Blick behalten. Dies kann nur mit einem Technologiepartner gelingen, der proaktiv handelt und beim Treffen der richtigen Entscheidungen hilft.

Tony Sitathan

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