Trend zu Phablets und Smartwatches

Feature | 28. Januar 2014 von Claudia Linke 0

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Kalorien zählen war gestern. Heute erledigt das der Fitness-Monitor, der ums Handgelenk geschnallt wird und beim Joggen auch gleich die Herzfrequenz kontrolliert. Weltweit zeigen Anwender reges Interesse an sogenannter wearable IT. Die Unternehmensberatung Accenture spricht vom nächsten Big Thing auf dem Konsumentenmarkt. Wie groß, wollten die Analysten genauer wissen und haben in der „Accenture digital consumer tech survey 2014“ weltweit rund 6.000 Menschen befragt.

Dazu ein paar Zahlen: Insgesamt erklärt mehr als jeder Zweite (52 Prozent), sich einen Fitness-Monitor kaufen zu wollen. Gesundheit und Wellness sieht Matthias Lewren, Global Managing Director von Accentures Electronics und High-Tech-Sparte, denn auch als wesentliche Impulsgeber für das wachsende Segment. 46 Prozent der Studienteilnehmer wollen eine Smartwatch kaufen, 42 Prozent eine Datenbrille. Stichwort Gesundheit: Erst dieser Tage erklärt Google, eine Kontaktlinse für Diabetiker herstellen zu wollen, die mit Sensor und Miniatur-Funkchip ausgestattet ist. Sie soll den Blutzuckerspiegel messen und den Träger bei Schwankungen warnen. Schon wird spekuliert, die IT gehe ins Auge und die smarte Linse löse die Datenbrille ab.

Phablets: Besonderer Fokus auf indischen Markt

Die Zeiten vom Tower unter dem Tisch scheinen laut Accenture endgültig vorbei zu sein. Die Consultants nennen einen weiteren Trend: Phablets. Die kleinen Geräte sind eine Art Mischung aus Smartphone und Tablet. Üblicherweise verfügen sie über fünf bis sieben Zoll. In Deutschland ist der neue Gerätetyp bisher wenig etabliert, auch der Begriff für die Gerätekategorie hat sich noch nicht durchgesetzt. Die Hersteller steigen zunächst in Asien ein, denn dort sitzt die besonders Tech-affine Klientel. Accenture-Manager Lewren hebt Indien hervor. Indische Anwender verfügten über besonders viel digitale Erfahrung und zeigten das stärkste Interesse an neuen Technologien, sagt er. Das beweist ein genauerer Blick auf die Kaufabsichten. Noch einmal das Beispiel Fitness-Monitor: 80 Prozent der Inder wollen sich einen solchen zulegen, aber „nur“ 37 Prozent der Kanadier. Damit bilden diese beiden Nationen den oberen beziehungsweise unteren Pol der Skala.

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Über alle Befragten hinweg scheint die Konsumlust hoch. Im Schnitt wollen sie im kommenden Jahr ein Drittel mehr Geld für Geräte ausgeben, für Mobile Services ein knappes Fünftel (19 Prozent) mehr. In Sachen Mobile hat Accenture nachgehakt. Die Analysten wollten wissen, welche Apps auf Handhelds installiert sind beziehungsweise binnen Jahresfrist installiert werden sollen. Am häufigsten nutzen die Befragten Kamera (72 Prozent), GPS driving (68 Prozent) und Spiele (67 Prozent). E-Book-Apps mögen 57 Prozent der Studienteilnehmer und Voice/Musicrecorder 56 Prozent.

Analyst Lewren fasst die Studienergebnisse in einem Satz zusammen: „Jeder Konsument ist ein digitaler Konsument.“ Ihn hat interessiert, inwieweit Nutzer bereit sind, gegen Preisnachlässe persönliche Daten anzugeben. Hier zeigt sich ein geteiltes Bild. 40 Prozent der Befragten hält es für „einigermaßen wahrscheinlich“, solche Daten preiszugeben, wenn der Provider die Datenschutzbestimmungen seines Landes genau einhält. 35 Prozent jedoch würden es höchstwahrscheinlich oder ganz sicher ablehnen. Generell gilt: Die Weitergabe persönlicher Informationen an Dritte ist nicht gern gesehen. 74 Prozent der Befragten würden ihre Daten in einem solchen Fall höchstwahrscheinlich bis ganz sicher zurückhalten.

Datenweitergabe nicht gerne gesehen: Datenschutz weltweit angekommen

Demnach ist die Datenschutz-Problematik bei den Anwendern weltweit angekommen. Für Aspekte wie Umweltschutz/Nachhaltigkeit gilt das offenbar nicht: Wer bereits Handhelds besitzt, will sich trotzdem neue kaufen, schreibt Lewren. Immerhin bezeichnen sich 18 Prozent der Studienteilnehmer selbst als „Early Adopters“, die innerhalb ihrer Peer Group stets als Erste mit dem neuesten Gadget auftreten wollen. Weitere 17 Prozent sehen sich als „Early Majority“, das heißt, sie ziehen schnell nach. In diesen beiden Kategorien liegt wiederum Indien, aber auch Südafrika, vorn. Accenture begründet das unter anderem mit den vielen sehr jungen Menschen in beiden Ländern.

Dass sich Tekkies IT als wearable Technologie anziehen, bestätigt der US-Marktforscher Forrester. Noch stecke dieses Segment in den Kinderschuhen, aber schon bis 2020 werde es sich zum Mainstream entwickelt haben, behauptet J.P. Gownder, Vice President und Principal Analyst für den Bereich Infrastructure & Operations Professionals. Während der Consumer Electronics Show (CES) bloggte Gownder, noch in diesem Jahr erreichten wearable Technologies den 2.0-Status.

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