Das soll die Cebit leisten

Feature | 27. Februar 2013 von Christiane Pütter 0

Cebit

Kostenlose Telefonate nach Afrika, mit denen die Firma Vocaltech 1994 erstmals Voice-over-IP vorführte, die Deutschland-Premiere von Windows 2000 oder die neuesten UMTS-Handys 2003 – die CeBIT brachte und bringt ihr Publikum immer wieder zum Staunen. Besucher werden auch in diesem Jahr wieder „einen breiten Überblick über Innovationen und technologische Entwicklungen erhalten – und zwar verbunden mit einem Echtzeit-Erlebnis aus Anfassen, Erfahren und Erleben“. Geschäftskunden finden dort „eine hervorragende Plattform zur Vernetzung mit Anbietern und anderen Nutzern“. Das sagt Hans-Werner Feick, Geschäftsführer Kienbaum Management Consultants. Der Analyst empfiehlt der Messeleitung jedoch eine stärkere Separierung nach Zielgruppen. Dies sei nötig, um weiter attraktiv zu bleiben.

Auf die Zielgruppe CIOs konzentriert sich Gabriele Rittinghaus, Geschäftsführerin Finaki Deutschland. Rittinghaus organisiert das House of CIOs. Sie besucht die CeBIT seit 27 Jahren und weiß, dass man einige Gesprächspartner „zuverlässig immer nur dort“ trifft. In diesem Jahr wird sie zum Beispiel Daniel Hartert treffen, Vorstandsvorsitzender und CEO Bayer Business Services. Auch er sieht die Messe als einen Ort, an dem er „sehr fokussiert und effektiv“ die IT-Macher trifft, die ihm in seinem Netzwerk wichtig sind. Hartert wird sich gemeinsam mit anderen IT-Chefs im House of CIOs als Redner engagieren. Peter Kraus, Head of Information Technologie der ZF Group, ZF Friedrichshafen, bestätigt: „Die wirklichen Entscheider müssen auf die CeBIT – deswegen haben wir das House of CIOs etabliert.“ Dass die Messe seit einigen Jahren Berichte über schwächelnde Besucherzahlen hinnehmen muss, entlockt Kraus nur: „Totgesagte leben länger“.

Breitere Aufstellung für Business Entscheider nötig

Dirk Olufs, CIO Europe bei DHL Express, erklärt: „Aus meiner Sicht ist die Attraktivität der CeBIT in den letzten Jahren als wichtige deutsche Leitmesse wieder gestiegen.“ Die Messe habe erkannt, dass eine breitere Aufstellung insbesondere für Business Entscheider notwendig geworden ist. Olufs interessiert sich 2013 besonders dafür, „wie sich die großen aktuellen Trends in der IT – wie Big Data, mobile Business Applications – in ‘echten‘ Business Applikationen wiederfinden“.

Weiter auf Seite 2: Branchen-Showcases gefragt

Für Hagen Radowski wird SAP HANA ein zentrales Thema sein. Er ist Partner beim IT-Dienstleister Mieschke Hofmann und Partner und spricht auf dem Automotive-IT-Kongress über branchenrelevante Anwendungsfälle von SAP HANA. Radowski wünscht sich von der Messeleitung, dass sie künftig „neben reinen Technik- auch Branchen-Showcases“ bietet.

Aus Sicht von Aussteller Henrik Hausen, Vorstand der Alpha Business Solutions, lässt sich das Konzept von Präsenzmessen wie der CeBIT durchaus überdenken. Seine Erfahrung: „Heute werden im Vorfeld der Messe bisweilen mehr und dazu noch interessantere Kontakte geknüpft als auf der Messe selbst.“ Nichtsdestoweniger erwartet Hausen 2013 einen positiven Messeverlauf. Er geht davon aus, dass viele Fachbesucher konkrete Interessen haben und Projekte planen.

Persönliches Business spielt eine große Rolle

Holger Behrens aus dem Vorstand der cormeta AG rechnet in puncto Besucherqualität und Zustrom am Stand mit dem Niveau der Vorjahre. „Persönliches Business spielt im Mittelstand nach wie vor eine große Rolle“, sagt Behrens. Seiner Einschätzung nach führt die CeBIT noch immer die wichtigsten Marktteilnehmer zusammen.

Weiter mit Seite 3: Rüdiger Spies über die Shareconomy.

Andreas Pauls aus der itelligence-Geschäftsleitung Deutschland hat ebenfalls vor allem den Mittelstand im Blick. In diesem Jahr will er seinen Kunden eine wichtige Neuerung in Sachen Unternehmenssteuerung mittels praxiserprobter Branchenlösungen zeigen: „Durch unsere Angebote im neuen AddStore lässt sich der Einsatz von SAP-Lösungen sehr schnell und sehr präzise verbessern“, sagt Pauls.

Die CeBIT als Recruiting-Plattform

In Bezug auf das Themenspektrum nennt Rüdiger Spies, Independent Vice President Enterprise Applications bei IDC Central Europe, zunächst das Schlagwort „Shareconomy“ für 2013, also alles rund um Social Media und Social Marketing. Außerdem Cloud, Security und weiterhin Mobility. „Das sind die IT-Eckpfeiler dieses Jahres“, so Spies. Die Stärke der Messe sieht er vor allem in ihrer Funktion als Marktplatz: „Menschen begegnen sich von Angesicht zu Angesicht – es ist der größte Austauschplatz für Ideen, Visitenkarten, Kontakte und Zukunftspläne, Arbeitsmarkt et cetera.“ Das beziehe sich mindestens auf die IT-Branche Europas, wenn nicht sogar weltweit. Beim Stichwort Arbeitsmarkt hakt Finaki-Chefin Rittinghaus noch einmal ein. Es sei erfreulich, wie viele Firmen die CeBIT mittlerweile als Recruiting-Plattform nutzen. „Daran sieht man, wie sich die Messe entwickelt hat“, sagt sie.

Thomas Noth, CIO der Talanx-Versicherung, bringt es auf den Punkt: „Die CeBIT bietet ein breites Themenspektrum, deckt dabei auch die Querbeziehungen zwischen den Themen und ermöglicht die Kommunikation dazu. Sie wird immer eine Bedeutung haben, wenn sie sich beständig wandelt und weiterhin den ‘Nerv‘ trifft.“

Die SAP.info-Redaktion wird natürlich auch für Sie auf der CeBIT 2013 unterwegs sein und Sie auf dem Laufenden halten. Mehr Informationen zum SAP-Auftritt dieses Jahr finden Sie auf www.sap-cebit.de und auf Twitter @sapcebit und Hashtags #SAP #CeBIT13.

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