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Umweltmanagement ist keine Insellösung

Feature | 9. September 2013 von Anja Paschke-Hess 0

Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz betrifft alle Unternehmen, ganz gleich welcher Größe oder Branche. Mit voll integrierten Prozessen lassen sich diese wichtigen Aufgaben unter Einhaltung aller Verordnungen und Regularien zuverlässig lösen.

Wer den Begriff Umweltmanagement hört, denkt oft spontan an Unternehmen der chemischen oder pharmazeutischen Industrie. In der Tat haben diese Branchen eine Vielzahl verschiedener Richtlinien im Bezug auf Gefahren- und Giftstoffe einzuhalten. Doch grundsätzlich zählen zum Umweltmanagement auch Aufgaben und Anforderungen, mit denen sich jedes Unternehmen auseinandersetzen muss. So ist die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Sicherheit der Mitarbeiter nicht nur beim Einsatz von Gefahrstoffen geboten, sondern bezieht sich auch auf eher alltägliche Bereiche wie die Vermeidung von Luftverschmutzung oder die Abfallentsorgung.

„Unternehmen müssen hier alle Vorschriften genau überblicken können und darüber hinaus den Informationsfluss nach innen und außen sicherstellen“, erklärt Ralf Ufheil, bei Ciber als SAP-Berater in den Bereichen Logistic Execution und Product Lifecycle Management (PLM) tätig. Um diese umfangreichen organisatorischen Aufgaben möglichst reibungslos zu bewältigen, bietet sich eine mit anderen Unternehmensprozessen voll integrierte Lösung an.

Durchgängige Prozess- und Informationsketten

„Die Anwendung SAP Environment, Health and Safety Management (SAP EHS Management) lässt sich nahtlos in andere Funktionsbereiche der SAP-Softwarelandschaft einbinden – etwa in Logistik, Vertrieb und Materialwirtschaft, aber auch in das Personalwesen oder die Projektplanung“, führt Ufheil aus. Anders als bei Insellösungen, die aktuell noch bei vielen Unternehmen im Einsatz sind, fallen mit einer integrierten Lösung Fehlermöglichkeiten durch doppelte Datenhaltung, Schnittstellen oder eine Unterbrechung der Prozess- und Informationsketten gar nicht erst an.

„Viele Entscheider denken beim Umwelt- und Arbeitsschutz lediglich an das Erstellen von Sicherheitsdatenblättern“, so Ufheil. „Doch ein modernes Umweltmanagement kann viel mehr.“ So stellt SAP Environment, Health and Safety Management beispielsweise alle relevanten Daten für Transportbegleitpapiere, Angaben zur korrekten Lagerung von Stoffen, die Durchführung von Entsorgungsabwicklungen oder Prozesse der Instandhaltung zentral zur Verfügung, ohne die ERP-Prozesse im Unternehmen zu beeinflussen.

Eine ähnlich wichtige Rolle kann SAP EHS Management beim Arbeitsschutz spielen – ein Thema, das für Unternehmen fast aller Branchen und Größen von Bedeutung ist. Mithilfe der Anwendung lassen sich beispielsweise die gesetzlich geforderten Mitarbeiterinformationen für den sicheren Umgang mit Betriebsmitteln ohne großen Aufwand bereitstellen. Darüber hinaus bietet die Software vorkonfigurierte Prozesse, mit denen ein Unfall bei der zuständigen Behörde gemeldet und die notwendigen Berichte erzeugt werden können. „Arbeitssicherheit wird damit buchstäblich zu einer integralen Aufgabe des Unternehmens – und wird nicht länger als ungeliebter Zusatzaufwand betrachtet“, weiß Ufheil aus Erfahrung.

Gesetzliche Bestimmungen sicher einhalten

Neben den internen Vorteilen, die ein Unternehmen mit einer integrierten Lösung für Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz erzielen kann, macht sich vor allem die Unterstützung bei der Einhaltung rechtlicher Verordnungen bezahlt. „Man denke beispielsweise an die europäische REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemical Substances), die weltweit gültigen Bestimmungen zur Reduzierung der Luftverschmutzung sowie verschiedene Verordnungen der US-Behörde für Umwelt- und Gesundheitsschutz (USEPA)“, zählt Ufheil auf. „Noch vor wenigen Jahren passten die Bestimmungen in eine relativ übersichtliche Tabelle. Heute gestaltet sich die Prüfung der Vorschriften und die Aktualisierung der Datenbestände für den Umweltschutzbeauftragten als echte Herkulesaufgabe.“ Denn globale Bestimmungen werden oftmals durch länderspezifische Gesetze ergänzt, Sprachbarrieren erschweren eine zügige Bearbeitung der Vorgänge zusätzlich.

Mit SAP EHS Management hat der Sachbearbeiter alle diese Vorschriften fest im Blick. Die Anwendung löst beispielsweise einen Alarm aus, wenn Einfuhrgrenzen erreicht sind oder nationale Bestimmungen zusätzliche Schritte notwendig machen. Ist eine Substanz zum Beispiel in einem Land gesperrt, weist eine Meldung aus der Datenbank den lokalen Einkäufer vorsorglich darauf hin. „Die Lösung fungiert als Gedächtnis – das ist auch deshalb wichtig, weil sich die Regularien immer wieder einmal ändern“, so Ufheil. So müssen beispielsweise seit dem 1. Juni 2013 Gefahrstoffe oder Chemikalien ab 100 Tonnen pro Jahr angemeldet werden – ab dem ersten Juni 2018 verringert sich das meldepflichtige Volumen sogar auf eine Tonne. „Spätestens dann brauchen die Unternehmen eine zuverlässige Hilfe, doch besser ist es, schon jetzt vorzusorgen.“ Denn Vergehen werden drastisch geahndet, neben finanziellen Strafen droht dem Unternehmen oftmals ein – noch schlimmerer – Imageverlust. „Durch frühzeitiges Handeln mit Unterstützung eines erfahrenen Beratungs- und Implementierungspartners lassen sich hier verlässliche Prozesse für den geforderten internen und externen Informationsfluss schaffen“, schließt Ufheil.

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