Die Bedeutung von Universaldaten

Ein Unternehmen muss heute gleichermaßen kundenorientiert und agil sein, also schnell auf veränderte Marktbedingungen und auf Kundenanforderungen reagieren können. Zur Umsetzung dieses Ziels sind intelligente Prozesse, Erfahrungen und Analysen erforderlich.

Echtzeitdaten sind ein zentraler Bestandteil intelligenter Unternehmen. Darauf bin ich bereits in einem früheren Artikel eingegangen. Daten sind die Währung der digitalen Transformation und datengesteuerte Anwendungen sind die Zukunft der Anwendungsentwicklung. Diese Lösungen der nächsten Generation sind proaktiv. Ereignisse lösen bestimmte Aktionen aus und die zugrunde liegende Technologie macht sie nicht nur effizienter, sondern auch intelligenter. Sehen wir uns ein Beispiel an: ein durchgängiger Prozess, bei dem Sensordaten gesammelt werden, um neue nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle zu ermöglichen. In diesen Prozess integriert werden Geodatenanalysen, maschinelles Lernen, Blockchain, Auftragsvergabe, Betrieb und Fakturierung. Dadurch eröffnet sich eine völlig neue Welt datengestützter Entscheidungsprozesse.

Bedarf an durchgängigem Datenmanagement

Die Einführung neuer, fortschrittlicher Technologien kann aber auch bislang ungekannte Herausforderungen mit sich bringen. Zunehmend komplexere Datenlandschaften stellen Unternehmen vor eine neue Herausforderung: Sie müssen die Flut von strukturierten sowie unstrukturierten Daten aus verschiedenen Anwendungen, Dateien, Datenbanken, Data Warehouses und Data Lakes verwalten und benötigen eine Lösung zur Vereinfachung ihrer Landschaft, die aber gleichzeitig höchste Sicherheit bietet. Unternehmen möchten neue Datenszenarien schnell und einfach produktiv nutzen und einen umfassenden datenquellenunabhängigen Überblick über ihre Unternehmenssituation erhalten, der alle Datensätze in einem einzigen Datenuniversum vereint – seien es Big Data, Transaktions- oder Analysedaten. In Bezug auf ihre Cloud-Infrastruktur und die Architektur ihrer Lösungen müssen sie flexibel sein.

Um all diese Ziele zu erreichen, fehlt ihnen lediglich eine sofort einsetzbare Technologie. Vor diesem Hintergrund sorgen sich viele Unternehmen außerdem um die Sicherheit und Präzision der Daten, auf deren Basis sie täglich geschäftskritische Entscheidungen treffen.

Einführung von Universaldaten

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, hat die SAP mit der SAP HANA Data Management Suite eine umfassende, durchgängige Datenlösung eingeführt, die auf den Technologien SAP HANA, SAP Data Hub und SAP Enterprise Information Management (EIM) beruht. Dabei handelt es sich um eine offene, hybride und Multi-Cloud-fähige Lösungssuite, die alle benötigten Daten in einer zuverlässigen, einheitlichen Landschaft koordiniert und Unternehmen sichere, gesteuerte Anwendungen und Analysen bietet. Mit der SAP HANA Data Management Suite lassen sich flexible, datengesteuerte Anwendungen erstellen, die jederzeit aktuelle Daten nutzen. Mit nur einer Abfrage liefert die moderne Datenplattform der SAP Ergebnisse aus einem einzigen logischen Datensatz, der das gesamte Unternehmen abdeckt – und setzt so das Konzept der Universaldaten in die Realität um.

SAP HANA Data Management Suite – was verbirgt sich hinter?

Die Suite beruht auf einer bewährten SAP-Technologie, die sich für Kunden als sehr nutzbringend erwiesen hat. SAP HANA liefert die für heutige Datenvolumina erforderliche In-Memory-Performance und ist damit für intelligente Unternehmen die Geschäftsdatenplattform der Wahl. Ein wichtiges Merkmal der neuen Suite ist, dass zahlreiche native Analyse-Engines in der SAP-HANA-Datenbankplattform integriert sind. Dazu zählen Engines zur Verarbeitung von Geodaten und Diagrammen, für Textanalysen, Suchvorgänge und Data Mining, maschinelles Lernen, Streaming oder das Speichern und Verarbeiten von Seriendaten. SAP HANA bildet die äußere Schicht der SAP HANA Data Management Suite, auf der Anwendungen entwickelt werden können. So ist sichergestellt, dass diese auch in verteilten Umgebungen ausführbar sind und Big-Data-Szenarien unterstützen.

Wir haben die einzigartige Datenlösung SAP Data Hub vergangenes Jahr in New York vorgestellt. Sie zentralisiert Landscape Orchestration und Governance sowie das Metadaten- und Lebenszyklusmanagement. Benutzer steuern den Datenfluss, indem sie Operatoren hinzufügen, die beispielsweise Daten vorbereiten, während diese erfasst werden. Sie steuern Daten über sämtliche Datenspeicher hinweg (ob On-Premise oder in der Cloud) und definieren Datenflüsse für Modelle für maschinelles Lernen. Daneben ist hervorzuheben, dass diese Operatoren in Containern verwaltet werden und sich unabhängig und unmittelbar skalieren lassen. Im Dezember haben wir mit dem Release von SAP Data Hub, Developer Edition an diesen Erfolg angeknüpft. Die Lösung bietet Benutzern kostenfreien Zugang zu SAP-Data-Hub-Funktionen zum Testen, Bewerten und Erstellen von Prototypen für ihre Datenszenarien.

Das dritte zentrale Element der SAP HANA Data Management Suite bilden die SAP-Lösungen für das Enterprise Information Management (EIM). Damit können Kunden ihre Daten in strategisches Kapital verwandeln, da sie eine optimale Nutzung von Informationen ermöglichen: Sie unterstützen Funktionen, mit denen Unternehmen ihre Daten verstehen, integrieren, bereinigen, managen, verbinden und archivieren können, um ihre Geschäftsprozesse und analytischen Erkenntnisse zu optimieren. So können Kunden sicher sein, dass ihre Daten die Qualität und Konsistenz aufweisen, die sie im gesamten Unternehmen benötigen.

Durch die Kombination des breiten Funktionsspektrums, das SAP HANA, SAP Data Hub und die SAP-Lösungen für EIM bieten, haben wir DIE Datenplattform für SAP-Anwendungen erstellt, die Seven Laws of Universal Data (Sieben Regeln von Universaldaten) liefert.

Bernd Leukert ist Vorstandsmitglied der SAP SE, Products & Innovation.