“Unsere nächsten gemeinsamen Ziele sind öffentlich geförderte Forschungsprojekte”

Feature | 17. Mai 2005 von admin 0

Warum haben Zebra und SAP ihre Zusammenarbeit im Bereich RFID-Technologie verstärkt?

Hohberger: Im März 2004 entschlossen sich SAP und Zebra, die Früchte aus fünf Jahren Partnerschaft zu ernten und – mit Blick auf unsere Kunden – unsere jeweiligen RFID-Produkte direkt miteinander zu verbinden. Zu dieser Zeit entwickelte SAP seine RFID-Technologie, die SAP Auto-ID Infrastructure (SAP AII), und Zebra hatte gerade die Markteinführung seines ersten UHF-Produkts angekündigt, des R4MPlus. Vieles hat sich seitdem geändert, zum Beispiel ist der Produkteinführungs-Zeitplan aggressiver geworden: Zebra hat zur Zeit sieben RFID-Drucker/Codierer auf dem Markt, und weitere werden bald folgen.

Zebra ist auf den Wunsch seiner Kunden hin, Barcode-Etikettierung aus SAP heraus zu generieren, eine Partnerschaft mit SAP eingegangen. Im Jahre 1999 taten sich Zebra und die SAP zusammen, um BAR-ONE for mySAP Business Suite von Zebra zu entwickeln. Dieses Produkt war die erste Lösung zur Barcode-Etikettierung für SAP-Kunden. Seitdem haben wir Tausende von BAR-ONE for mySAP Business Suites verkauft und kürzlich eine Version herausgebracht, die Unicode unterstützt.

Welche besonderen Produkte bieten Zebra und SAP an?

Hohberger: Zebra hat vier RFID-Drucker/Codierer, die eine direkte Verbindung zu SAP AII unterstützen, darunter den R110Xi und den R170Xi – zur Zeit der einzige Sechs-Zoll-Drucker auf dem Markt – in Nordamerika. Die Druck-Engine RPAX4 lässt sich direkt mit Print-and-Apply-Anwendungen von SAP AII verbinden. Zebra geht mit Firmen Partnerschaften ein, die unsere Druck-Engines in ihre Hochgeschwindigkeits-Drucksysteme einbinden. Wir sind auch dabei, unseren Drucker/Codierer R4MPlus in Europa einzuführen. Nach dem Verkaufsstart wird er der einzige Drucker/Codierer in Europa sein, der eine direkte Verbindung zu SAP AII bietet. Dies ist ein idealer Einstieg in die Codierung von RFID-Aufklebern bei Pilot-Implementierungen.

Welches Ziel hat die Zusammenarbeit?

Hohberger: Das Ziel unserer gemeinsamen Zusammenarbeit war es, unseren Kunden nahtlose Verbindungen zu bieten: Produkte von Zebra und SAP sind in mehr als 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen installiert. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise wenn viele verschiedene Geräte beteiligt sind (RFID-Wand-Leser, Handscanner oder Waagen), ist eine direkte Verbindung nicht die beste Wahl. Dann wird eine Software für das Gerätemanagement benötigt, um die Kommunikation zwischen den Geräten zu verwalten. SAP hat mehrere Unternehmen als Partner, die Gerätemanagement-Software anbieten, und viele dieser Firmen verkaufen auch RFID-Drucker/Codierer von Zebra.

Wie arbeiten Zebra und SAP Research zusammen?

Hohberger: SAP Research und Zebra haben gemeinsam in den Bereichen Vertraulichkeits-, Authentifizierungs- und Kodierungstechnologie geforscht. Sie arbeiten gerade an einer Projektidee über Mehrmodell-Etikettierung. Das ist eine Technologie zur mehrfachen Etikettierung und Codierung, um Ressourcen ausfindig zu machen. Zusätzlich suchen SAP Research und Zebra zur Zeit nach Möglichkeiten für gemeinsame öffentlich finanzierte Forschungsprojekte, um ihre Forschungsaktivitäten auf Regierungsorganisationen und weitere Partner auszudehnen.

Derzeit fehlen aber noch international einheitlicher RFID-Normen. Was bedeutet das für die Entwicklungsarbeit?

Hohberger: Internationale RFID-Normen werden in den gemeinsamen technischen Ausschüssen von ISO und IEC, SC17 (Zahlungskarten) und SC31 (Artikelverwaltung) entwickelt. Es gibt die Normen ISO/IEC 14443 und ISO/IEC 15693 für Finanz-Smartcards, Fahrgelderhebung und Ausweise. Die mehrteilige ISO/IEC-18000-Serie hat RFID-Einrichtungen für den Betrieb bei Frequenzen unter 150 kHz, 13,56 MHz, 433 MHz, 860-960 MHz, und 2,45 GHz definiert. Das betrifft alle Aspekte der Funk-Schnittstelle zum Gerät und geht auf die Vereinbarkeit mit den verschiedenen internationalen Funkverkehrs-Regelungen ein. EPCglobal hat ISO seine Spezifikation Klasse 1 Generation 2 (“Gen2”) vorgelegt, und sie durchläuft zur Zeit eine Schnell-Zulassung, um zur ISO 18000-6c zu werden. Dieser Vorgang sollte im Jahr 2006 abgeschlossen sein. Zusätzliche ISO/IEC-Normen zur Spezifikation von Datenstrukturen und Mechanismen werden entwickelt, die es mehreren Anwendungen erlauben, die gleiche Frequenz und den gleichen Etikett-Typ in derselben Umgebung zu benutzen. Das ist wichtig bei Anwendungen wie der Gepäckabwicklung bei Fluglinien, wo das Lesen eines Koffer-Etiketts auch ermöglicht, zusätzliche Etiketten auf Produkten, Büchereibüchern oder Smartcards auszulesen, die sich im Koffer selbst befinden.Ein wichtiger Aspekt bei der ISO-Normung ist der, dass sich so relevante Patente oder geistiges Eigentum zuverlässig zuordnen lassen. Das ist ein entscheidender Schritt für die globale Einführung von UHF-RFID im Supply Chain Management.

Einige Branchen treiben den Einsatz von RFID stärker voran als andere. Auf welche Branchen setzen SAP und Zebra?

Hohberger: Wir konzentrieren uns auf Verbraucherprodukte, den Einzelhandel, Verteidigungs- und Militärversorgung, Teileverfolgung in der Luftfahrt-, Maschinenbau- und Automobilindustrie, gewerbliche Logistik, Paketdienst, Medikamenten-Etikettierung, medizinische sowie Anwendungen in der Sicherheits- und Zugangskontrolle.

Welche unterschiedlichen Anforderungen für die Verwendung von RFID haben die verschiedene Branchen?

Hohberger: Die Tabelle gibt die beste Übersicht über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Anwendungen für die Branchen, die ich genannt habe.

Zebra Technologies liefert ein breites Spektrum an Drucker/Codierern und Druck-/Codier-Etikettiermaschinen, die sowohl ISO-Transponder mit 13,56 MHz als auch solche mit UHF EPCglobal Klasse 0, Klasse 1 und in naher Zukunft auch Generation 2 unterstützen. Wir bieten auch anwendungsspezifische Medien für diese Anwendungen sowie Informationen für Kunden und Etiketten-Weiterverarbeiter, mit deren Hilfe diese selbst spezifische Medien für Anwendungen in Druckern/Codierern von Zebra erstellen können.

Arbeiten Zebra und SAP beim Thema RFID mit weiteren Partnern zusammen?

Hohberger: Zebra ist bekannt für sein starkes Partnerprogramm “PartnersFirst”. Für wertschöpfende RFID-Reseller bietet Zebra als Teil des PartnersFirst-Programms ein spezielles Programm an. Mehrere RFID-Geschäftspartner haben wir mit SAP gemeinsam, darunter Peak Technologies, Acsis, Inc. und Catalyst. Jedes dieser Unternehmen verkauft der SAP-Welt Zebra-Drucker oder RFID-Drucker/Codierer. Diese Geschäftspartner arbeiten täglich mit SAP-Endanwendern zusammen und bieten ihnen Lösungen für ihren Auto-ID-Geschäftsbedarf. Der Nutzen, den diese Geschäftspartner einbringen, ist SAP-Fachwissen, praxiserprobte Kenntnisse der Zebra-Hardware und die Fähigkeit, eine vollständige Auto-ID-Lösung für SAP-Implementierungen zu liefern. Wir tun uns auch mit Herstellern von Handhelds zusammen, die Hardware für den SAP-Bereich liefern. Ein Beispiel dafür ist die Firma Symbol Technologies. Weiterhin sind Psion Teklogix und LXE Mitglieder unseres PartnersFirst-Programms: Sie verkaufen unsere tragbaren Drucker, Barcode-Drucker und RFID-Drucker/Codierer zusammen mit ihrer eigenen Hardware.

Beschränkt sich die Zusammenarbeit auf bestimmte Regionen, zum Beispiel auf den US-amerikanischen Markt?

Hohberger: Zebra und SAP arbeiten weltweit zusammen. Die Mehrzahl der Firmen, die zur Zeit RFID einsetzen, ist in Nordamerika und Europa angesiedelt. Die Drucker/Codierer von Zebra werden in mehreren SAP-Democenters ausgestellt, unter anderem in den SAP Labs in Palo Alto und in der Hauptverwaltung von SAP Amerika in Newtown Square. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Acsis, einem Partner aus dem PartnersFirst-Programm von Zebra, Accenture und Symbol Technologies.

Welche Anwender werden mit den kombinierten SAP-Zebra-Lösungen angesprochen?

Hohberger: RFID-Projekte betreffen fast jeden Mitarbeiter im Unternehmen, vom IT-Leiter über Logistik, bis zu Qualität und Vermarktung, wenn RFID-Tags auf der Verpackung angebracht sind. RFID kann auch relevant für Leute sein, die Verkaufsbeziehungen mit Einzelhandelsfirmen pflegen oder die über EDI (elektronischen Datenaustausch) mit Lieferanten kommunizieren. Als hauptsächliche Führungskräfte sind oft der IT-Leiter oder der Leiter der Logistik in die Implementierung eingebunden.

Wer implementiert die RFID-Lösungen in den Unternehmen, wer unterstützt diese bei Implementierung und Integration?

Hohberger: Wenn eine Firma ihr eigenes internes Projekt durchführt, dann wird meistens ein Beauftragter für Spezialprojekte aus der Firma benannt, der das Projekt leiten und managen soll. Dieser Beauftragte kann aus dem IT-Bereich oder der Geschäftsführung kommen. Hat das Unternehmen kein internes Personal für die Projektleitung, nimmt sie eine Dienstleistungsfirma zu Hilfe, beispielsweise ein Consulting-Unternehmen oder einen Partner aus dem PartnersFirst-Programm.

Informationen über Zebra-Barcode- und -RFID-Produkte unter
www.Zebra.com.
Informationen über die SAP-Lösungen von Zebra:
www.Zebra.com/sap.

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