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User Experience as a Service (UXaaS) – eine Einführung

Blog | 10. November 2015 von Alex Joseph 0

„User Experience as a Service“ (UXaaS) ist momentan eines der zentralen Themen der Branche. Jeder spricht darüber: SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert auf der SAP TechEd in Las Vegas, SAP Chief Design Officer Sam Yen in seinen Blogs und auch zahlreiche UX-Sessions und UX-Pods gibt es darüber. Doch was verbirgt sich dahinter? Nur eine weitere schwer auszusprechende Abkürzung oder einfach eine ausgefallene Bezeichnung für UX-Beratungsdienste?

Weder noch: UXaaS ist kurzum die Bezeichnung für ein integriertes SAP-Cloud-Angebot, das UX-bezogenen Funktionen auf der SAP HANA Cloud Platform (HCP) zusammenfügt, um Unternehmen zu ermöglichen, ein herausragendes Benutzererlebnis zu schaffen. UXaaS vereint neue Designwerkzeuge mit leistungsstarken HCP-Funktionen, die für für kundenorientierte End-to-End-Szenarien eingesetzt werden können.

UXaaS

Die Entwicklungsphasen

Welches Problem wird von UXaaS gelöst?

Den meisten IT-Organisationen ist inzwischen klar, wie wichtig den Endbenutzern eine gute UX ist. Deshalb hat SAP in den vergangenen Jahren viel investiert, um mit SAP Fiori ein einfaches, personalisiertes und dynamisches Benutzererlebnis zu schaffen. Unternehmen fordern jedoch zunehmend mehr als vorgefertigte Anwendungen.

Und genau hier stößt die IT oft an ihre Grenzen: Denn zum einen ist es nicht einfach, die entsprechenden Entwicklungsressourcen zu finden, zum anderen reicht es auch nicht aus, einfach nur zahlreiche Anwendungen mit Cloud-basierten Tools auf den Markt zu werfen. So endet ein Großteil der Anwendungen, die von der IT erweitert oder selbst entwickelt werden, als „verwaiste Apps“ mit äußerst mäßiger Benutzerakzeptanz. Woran liegt das? Die IT stellt zu spät (also wenn eine Korrektur am teuersten ist) fest, dass weder die ichtige App entwickelt hat, noch das richtige Problem angegangen ist. Dies liegt vermutlich daran, dass die meisten PaaS-Tools (Platform as a Service) ausschließlich auf Entwicklerproduktivität ausgelegt sind. Darüber hinaus verfügen die wenigsten Entwicklungsteams über die entsprechenden Designkenntnisse. Hochqualifizerte Designer dürfen aus finanziellen Gründen nur für die wichtigsten strategischen Projekte mit ins Boot geholt werden. UX als integralen Bestandteil der IT zu etablieren, kann deshalb oft schwierig sein.

Wie kann UXaaS hier helfen?

UXaaS ermöglicht Design und Entwicklung mit Fokus auf die Benutzer. Beim benutzerorientierten Design geht es darum, schrittweise ein Problem zu erkennen und gemeinsam mit den Endanwendern die Lösung bereits in der frühen Entwicklungsphase zu evaluieren. Mit SAP Splash, einem zentralen UXaaS-Tool für diese erste Phase, können Nicht-Designer Design-Thinking-Methoden mithilfe von intuitiven Lernmaterialien und inspirierenden App-Designs erlernen .

Aus SAP Splash heraus können Sie BUILD aufrufen, ein kollaboratives Design-Tool ( Beta-Version) aus dem UXaaS-Portfolio, mit dem jeder, auch nicht technikaffine, Nutzer problemlos Prototypen erstellen kann– sogar aus Whiteboard-Bildern oder über einfaches Drag-und-Drop der UI-Elemente. Die Lösung kann direkt mit den Anwendern validiert werden. Detaillierte Ergebnisse sind in wenigen Minuten verfügbar – was sonst Wochen dauern würde, wenn alle Nutzer einzeln befragt werden würden. Vor allem kann BUILD als Beschleuniger für die Entwicklung dienen, indem UI-Code erstellt wird, der den Designvorgaben entspricht und durch Entwickler in der HCP mithilfe der ihnen vertrauten SAP Web IDE weiter bearbeitet werden kann. In diesem Prozess kann sich sogar das ausführliche Anforderungsdokument erübrigen, da Prototyp-Design-Artefakte und Nutzerfeedback im BUILD-Tool gesammelt werden. Die App kann auf SAP Fiori Launchpad eingesetzt oder mit HCP Mobile Services mobil verfügbar gemacht werden. Mit SAP Web Analytics sind Benutzerinteraktionen messbar und auswertbar, um das Benutzererlebnis schrittweise zu optimieren. Einen guten Überblick lieferte Sam Yen vor Kurzem in seiner Strategie-Session auf der SAP TechEd (inklusive Demo, ab 43:40).

Was kann UXaaS noch?

UXaaS ist nicht nur für neue Apps hilfreich, sondern auch bei anderen zentralen Kundenanforderungen, Apps zu erweitern, mobil nutzbar zumachen oder mit Collaboration-Funktionen zu ergänzen. Als vorkonfiguriertes Beispielszenario dient SAP Fiori Cloud Edition. Es hilft dabei, On-Premise-Anwendungen mithilfe von SAP Fiori aufzupeppen. Weitere Szenarien und eine engere Integration sind bereits in Arbeit.

Was macht es so einzigartig?

Es gibt wahrhaf keinen Mangel an Cloud-basierten Entwicklungslösungen. Diesen fehlen aber meist Funktionen, die es auch Projektteams ohne Design- und Technikexperten ermöglichen, fortgeschrittene Designarbeiten auszuführen. Mit UXaaS können auch Nicht-Designer (die große Mehrheit in einer typischen IT-Organisation) die Grundlagen guten Designs erlernen. Anwender ohne technischen Hintergrund (beispielsweise Fachexperten und Produktmanager, die häufig das Projektziel vorgeben) können problemlos ins Prototyping und Nutzerfeedback einsteigen, um spätere, teure Nacharbeit zu vermeiden.  Für Entwickler und Administratoren bietet UXaaS im Gegensatz zu eigenständigen Designwerkzeugen den Vorteil der direkten Anbindung an kritische Entwicklungs- und Einsatzfunktionen der SAP HANA Cloud Platform: Dies reduziert das typische Risiko, dass  bei der Übergabe vom Design an die Entwicklung etwas verloren geht.

Mit UXaaS können Sie kosteneffektiv die richtigen Apps mit der besten User Experience entwickeln. Zwar können wir allein durch Technologie nicht die perfekte UX erschaffen, aber wir können sie dafür nutzen,bestes Design zu entwickeln und das Bewusstsein für Design im gesamten Unternehmen zu stärken.

 

Dieser Artikel wurde urspünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

 

Bildquelle: Shutterstock, SAP

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