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Vier vereinfachte Geschäftsprozesse

Feature | 9. Juni 2015 von Dinesh Sharma 0

Unternehmen können sowohl ihre Geschäftsabläufe vereinfachen als auch den Wandel zur digitalen Wirtschaft meistern – und zwar gleichzeitig. Diese vier Beispiele zeigen, wie Vereinfachung in der digitalen Wirtschaft funktionieren kann.

Es gab bereits viele Diskussionen darüber, wie Unternehmen ihre Geschäftsabläufe vereinfachen und gleichzeitig den Wandel zur digitalen Wirtschaft meistern können – häufig mit ernüchterndem Ergebnis. So scheint es, als schließe sich beides gegenseitig aus. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Hyperkonnektivität und Vereinfachung sind eng miteinander verbunden. Die folgenden vier Beispiele belegen dies.

Kaeser Kompressoren: einfacherer Kundenservice und innovative Ideen

Traditionell wurden vor allem Produkte verkauft, Services und Zusatzleistungen hingegen galten als zweitrangig. Im Zeitalter der Hyperkonnektivität sind Services jedoch immer häufiger Teil des Produktpakets – und werden zunehmend vom Kunden erwartet. Kaeser Kompressoren ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. Vor 96 Jahren als Maschinenbauwerkstatt gegründet, ist Kaeser heute einer der weltweit führenden Hersteller und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich Druckluft. Derzeit stimmt das deutsche Unternehmen seine Geschäftsprozesse auf die digitale Wirtschaft ab. Die Kompressoren werden mit Sensoren ausgestattet, die einen drohenden Ausfall oder Defekt direkt an den Kundendienst melden und aufzeichnen, wie viel Druckluft verbraucht wird. Der Kompressorenhersteller gewinnt das Vertrauen seiner Kunden, indem er ihnen bietet, was sie sich wünschen: einen umfassenden Kundenservice, einfache Zusammenarbeit, kurze Bearbeitungszeiten und faire Preise.

Doch Kaeser Kompressoren nutzt die Daten, die die Sensoren übermitteln, noch anderweitig. So helfen die Informationen dabei, mögliches Verbesserungspotenzial zu bestimmen, innovative Ideen für neue Produkte zu entwickeln und den Absatz bereits bestehender Produktlinien zu steigern.

Precision Farming: die Antwort auf steigenden Nahrungsmittelbedarf

Precision Farming, die ortsdifferenzierte und zielgerichtete Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen, wird immer mehr zum Sinnbild für nachhaltige Landwirtschaft. Das Verfahren orientiert sich an ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten und gilt als nachhaltige und effektive Möglichkeit, genügend Nahrungsmittel für die wachsende Weltbevölkerung zu produzieren, deren Nahrungsbedarf bis 2050 um 70 Prozent steigen wird. Die zukunftsweisende Methode wird mehr und mehr zum Standard und immer häufiger von Bauern eingesetzt.

Die Vernetzung und Auswertung von Daten an jedem Punkt der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette führt dabei zu Ertrags- und Qualitätssteigerungen –und sie schont gleichzeitig natürliche Ressourcen. Durch die Analyse lokaler Wetter- und GPS-Daten und ihre Kombination mit Vorgaben für Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel können Bauern lang- und kurzfristig auf Wetterumschwünge, Marktanforderungen und Regenfälle reagieren. So können sie Ertrag und Gewinn steigern, ohne die Fruchtbarkeit des Bodens zu beeinträchtigen.

Der Hamburger Hafen vereinfacht seine Betriebsabläufe

Ist ein Hafen überlastet, wird er meist im Rahmen eines Großprojekts und unter großem Kapital- und Personalaufwand vergrößert. In Hamburg jedoch ist es gelungen, die Kapazität des Hafens zu erhöhen, ohne die Hafenfläche auszuweiten. Als Wirtschaftsprognosen darauf hindeuteten, dass mit einem Wachstum des Containerumschlags um 150 Prozent zu rechnen ist, war schnell klar, dass eine Vergrößerung des Hafens nicht möglich ist – das zusätzliche Volumen würde auf den bestehenden 7.200 Hektar Fläche abgefertigt werden müssen.

Dank der Erfassung und Zusammenführung von Daten von Speditionen und Parkplatzbetreibern erhalten LKW-Fahrer im Hamburger Hafen heute über ein Mobilgerät Echtzeit-Informationen zur aktuellen Verkehrslage und Parksituation. Dies reduziert Standzeiten, macht Touren besser planbar und vereinfacht die Kommunikation. Künftig möchte man zudem Informationen zu Anlegepositionen der Frachtschiffe und Ablagestellen für Container zur Verfügung stellen und auch Containerterminalbetreiber in das System aufnehmen, um den Warenumschlag weiter zu optimieren und zu vereinfachen. Ein möglichst genauer Überblick über die Hafenaktivitäten hilft den Verantwortlichen zum Beispiel dabei, zu bestimmen, wann Brücken zu sperren sind, um den Weg für die Schiffe freizumachen oder herauszufinden, wie der Straßenverkehr sinnvoll umgeleitet werden kann, ohne dass es zu Staus kommt. Zudem können so mögliche Störfaktoren frühzeitig erkannt werden.

Reisekosten-Abrechnung leicht gemacht

Wenn ein Geschäftsreisender heute ins Flugzeug steigt, muss er nicht mehr befürchten, dass sein Flug wegen eines Naturereignisses ausfällt oder umgeleitet wird. Im Zeitalter der Hyperkonnektivität können Piloten einem Vulkanausbruch in Chile oder einem Schneesturm in Boston jederzeit ausweichen. Flugangst hin oder her – häufig erscheint die Aufgabe, Belege zu sortieren, um die Reisekostenerstattung zu beantragen, noch viel beängstigender. Glücklicherweise ist dies in der digitalen Wirtschaft kein Problem mehr. Heute können Geschäftsreisende ihr Smartphone nutzen, um die Reisekosten schon unterwegs zu dokumentieren. Dazu genügen Fotos der Belege, die nach Abschluss der Reise per Knopfdruck eingereicht werden. So müssen sich Geschäftsreisende nie wieder Gedanken um verlorene oder beschädigte Belege machen, sondern können sich nach ihrer Rückkehr auf das konzentrieren, was wirklich zählt.

Große Datenmengen bergen das Risiko, ein Unternehmen zu lähmen und die Komplexität zu erhöhen. Doch das ist nicht zwingend der Fall. Big Data sollten genutzt und nicht als Hindernis gesehen werden. Sie helfen Unternehmen, schneller und flexibler zu reagieren, Innovationen zu fördern und Geschäftsprozesse zu vereinfachen. Die Chance ist da, sie muss nur genutzt werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.


Foto: Shutterstock

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