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„Smart Mobility“: Virtuelles Ideenlabor für Porsche

Feature | 27. Juli 2016 von Gabriele Middendorf 7

Es ist unbestritten – das Auto der Zukunft wird intelligent und vernetzt sein. Wie diese Zukunft aussehen könnte, haben Karlsruher Studierende bei einem Entwicklungsprojekt für Porsche mitgestaltet.

Ein Seminarraum im Karlsruher Institut für Technologie (KIT), ein runder Tisch und eine Gruppe von Studierenden, die eifrig miteinander diskutieren und bunte Kärtchen an eine Pinnwand heften. Was ausschaut wie ein loses Brainstorming an einer Hochschule, hat einen gänzlich anderen Hintergrund: Die Studierenden befinden sich in einer Art virtuellem Ideenlabor – zusammen mit weiteren Kommilitoninnen und Kommilitonen, die über das Internet hinzugeschaltet sind. Und auch die gelben und grünen Post-its sind nicht zum Anfassen, sondern rein virtueller Art. Sie leuchten auf dem Display eines Bildschirms und stehen für die Produktideen, die die Studierenden für ein Entwicklungsprojekt erarbeiten.

Das Projekt läuft am IPEK – Institut für Produktentwicklung des KIT in Kooperation mit der Hochschule Karlsruhe, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, und hat in diesem Sommersemester eine besonders spannende Aufgabenstellung: „Smart Mobility“ heißt das Thema, das vom Projektpartner Porsche vorgegeben wurde. Dabei sollen die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure Konzepte für die Porsche-Kunden von Morgen entwickeln, etwa neue Funktionalitäten für die Einbindung von Smartphones und für die Head Unit, der Schnittstelle zwischen Mensch und Fahrzeug. Mit dem Fachpraktikum namens „ProVIL – Produktentwicklung im virtuellen Ideenlabor“ wird somit die Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen. „Es ist für Studierende sehr wichtig, das in Vorlesungen erworbene Wissen auch praktisch anwenden zu können. ProVIL bietet ihnen diesen Praxisbezug – und wir sind sehr froh, in diesem Sommersemester die Porsche AG als Projektpartner gewonnen zu haben“, sagt Albert Albers, Professor am KIT/IPEK.

Strukturiertes Arbeiten – dank SAP Innovation Management

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Die virtuelle Pinnwand und viele weitere Funktionen von SAP Innovation Management erleichtern die Zusammenarbeit im Projektteam

Die bunten Kärtchen auf der Pinnwand sind Teil des virtuellen Ideenlabors – genauer gesagt der virtuellen Ideenplattform SAP Innovation Management, die das SAP Innovation Center Network für das Projekt kostenlos zur Verfügung stellt. Alle 32 Studierenden sowie ihre Lehrkräfte, Innovations-Coaches und Porsche-Mitarbeiter sind über dieses Hub in einem Co-Creation-Prozess vernetzt. So können sie sich jederzeit austauschen und zusammenarbeiten – und bei Bedarf auch noch weitere Experten virtuell hinzuziehen. Flexible Berechtigungsvergabefunktionen sorgen dabei jederzeit dafür, dass niemand Einblick in das Ideenlabor erhält, der darauf keinen Zugriff haben soll.

Ihre Konzepte für Smart Mobility entwickeln die Studierenden in acht Vierer-Teams. Der gesamte Prozess läuft dabei in SAP Innovation Management ab – von der Recherche- über die Profil- und Ideen- bis zur Konzeptphase. „Es war für uns sehr spannend zu sehen, wie sich unser agiler Innovationsprozess in den virtuellen Raum übertragen lässt“, stellt Dr. Nikola Bursac fest, Abteilungsleiter für Entwicklungsprozesse am IPEK.

Zehn von SAP ausgebildete Studierende der Hochschule Karlsruhe stehen den Projektteams als Innovations-Coaches zur Seite, um sie beim Moderieren von Kreativ-Sessions, beim Crowd-Management und den Prozessen zu unterstützen. „Das Tolle an SAP Innovation Management ist, dass es so einfach zu bedienen ist“, ist Alexander Maier, Student am KIT, begeistert. „Außerdem kann ich mit meinem Projektteam von jedem beliebigen Ort aus zusammenarbeiten, Ideen diskutieren, Präsentationsvideos oder Produktprofilvideos hochladen und vieles mehr – per Tablet, PC oder Smartphone.“ Das ProVIL-Projekt hört jedoch nicht bei Produktideen und -konzepten auf. Die Studierenden überführen ihre Konzepte in Mockups, die von Testkunden und Lead-Usern erprobt werden.

Wie gut die Konzepte ankommen – auch das lässt sich unmittelbar im System ablesen. Denn jeder Zugriffsberechtigte hat die Möglichkeit, Vorschläge in SAP Innovation Management mit Sternen zu bewerten und zu kommentieren. Zusätzlich erhalten die Studierenden Feedback von Experten, die ihre Ideen anhand vorab festgelegter Kriterien beurteilen. Sie profitieren somit von der Projekt-Community und von Crowd Intelligence, sodass sie ihre Konzepte immer weiter optimieren können, bis sie schließlich den erforderlichen Reifegrad erreicht haben.

Innovative Lehrformate und agile Produktentwicklung: eine echte Win-Win-Situation

„Die Partnerschaft zwischen SAP und dem IPEK hat große strategische Bedeutung. Sie bringt für beide Seiten viele Vorteile“, resümiert Professor Albers. „Durch SAP bekommt das IPEK die Möglichkeit, innovative Lehrformate in der modernen Software-Umgebung von SAP Innovation Management umzusetzen. Und SAP bekommt durch die Zusammenarbeit mit dem IPEK kontinuierlich Feedback, welche weiteren Funktionalitäten zur Abbildung agiler Produktentwicklungsprozesse entwickelt werden sollten.“ Die Rückmeldungen zu SAP Innovation Management fließen noch während des Projekts in die Weiterentwicklung des Tools ein. Ziel ist es, den gesamten Innovationsprozess in dem virtuellen Tool abzuwickeln, das vorwiegend bei Unternehmen – darunter Beiersdorf – im Einsatz ist. Dort hat sich die Anzahl der eingereichten Ideen in den ersten drei Monaten nach Einführung der Ideation-Software mehr als verdreifacht. Aber auch die SAP selbst nutzt das Standalone-Tool für ihr internes Intrapreneurship-Programm.

Beeindruckende Vorstellung der Produktkonzepte für Smart Mobility

Die acht besten Produktkonzepte des ProVIL-Projekts wurden auf der Abschlussveranstaltung vorgestellt, die am 26. Juli im Institut für Produktentwicklung stattfand. „Es ist schon beeindruckend, welche Produktkonzepte die Studierenden in diesem Entwicklungsprojekt erarbeitet haben. Geholfen hat ihnen dabei sicherlich auch die Innovationsplattform, die strukturiertes und flexibles Arbeiten und eine Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten möglich macht“, erklärte Benjamin Walter, Leiter des ProVIL-Projekts am KIT/IPEK. Und dieses Innovationsmanagement wird sicherlich zunehmend softwaregestützt sein und alle Phasen des Produktentwicklungsprozesses umfassen – denn ein betriebliches Ideenmanagement, das bei einer E-Mail-Inbox endet, das war einmal.

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Auf der Abschlussveranstaltung präsentierten acht Projektteams ihre Produktkonzepte (Foto: KIT/IPEK)

Titelfoto: Porsche (CZ17U08OX0004)

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