Soccer team in a huddle

Vom reinen Softwarehersteller zum Technologie- und Plattformanbieter

Feature | 3. Juni 2013 von Anja Paschke-Hess 0

Kunden und Partner können SAP-Technologien jetzt auf sehr einfache Weise in ihre Produkte und Dienstleistungen einbetten. Von diesem Prinzip, auch OEM genannt, profitieren aber nicht nur Unternehmen.

Die Reifen auf dem neuen Auto, die Grafikkarte im Computer, die Leuchtstoffröhre in der Designerlampe: Kein Markenhersteller fertigt diese Teile selbst; er kauft sie bei einem sogenannten Original Equipment Manufacturer (OEM) – deutsch Erstausrüster – ein.

Auch SAP stellt Innovationen und bewährte Softwareprodukte inzwischen als OEM-Modell zur Verfügung. „Wir haben uns zu einem Technologie- und Plattformanbieter gewandelt. Neben den klassischen On-Premise SAP-Applikationen bieten wir mittlerweile zahlreiche Technologien und Lösungen aus den Bereichen Mobile, Cloud, Analytics und Datenbanktechnologien wie In-Memory Computing (SAP HANA) für jeden Anwendungsbereich an“, erklärt Frank Bunte, Vertriebsleiter für das OEM-Geschäft von SAP. „An diesen innovativen Technologien wollen wir unsere Partner und Kunden teilhaben lassen – und ihnen somit neue Möglichkeiten für Innovationen und Wachstum sowie Steigerung ihrer Wertschöpfung  an die Hand geben.“ Auch Partner, die über eigene Entwicklungskapazitäten verfügen, gewinnen durch dieses Modell, denn sie können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Wissend, mit SAP einen branchenführenden Partner an der Seite zu haben.

SAP bietet die Technologieplattformen dazu in Form einer OEM-Partnerschaft an. Aus einem „Baukasten“ an Produkten und Lösungen können sich die Partner bedienen und damit eigene Anwendungen, Produkte oder Services mit neuen Technologien und Erweiterungen anreichern. „Diese Plattformstrategie kennen wir zum Beispiel klassisch aus dem Automobilbau, wo verschiedene Modelle auf der identischen technischen Basis entstehen“, so Bunte. In der Automotive-Branche lassen sich mit SAP-Technologie wie der speicherbasierten Datenanalyse erstmals auch die Parameter von Motorentests in aller Tiefe auswerten, die Motorensteuerung verändern und damit das Laufverhalten in Echtzeit optimieren, wie das Beispiel von Mieschke Hofmann und Partner (MHP) aus Ludwigsburg beeindruckend zeigt.

Drei Optionen, viele Möglichkeiten
SAP bietet drei OEM-Modelle an. Als Embedded-Lösung in Software vertraut zum Beispiel Haufe-Lexware für die kaufmännischen Komplettlösungen im Unternehmen auf eine SAP-Datenbank. Aber auch eine Embedded-Lösung in Hardware ist vorstellbar – wie Mettler-Toledo zeigt; der Konzern setzt in seinen Einzelhandelswaagen auf die bewährte Technologie von SAP. „Mit SAP Sybase SQL Anywhere liefert uns SAP eine robuste und leistungsstarke Datenbank. In unserem Umfeld ist besonders wichtig, dass die Datenbank einfach mit der Applikation zu installieren ist und einen geringen Wartungsaufwand im laufenden Betrieb hat“, berichtet Kapil Gupta, Entwicklungsleiter Retail von Mettler-Toledo. Dritte Option ist eine Bundle-Lösung, verbunden beispielsweise mit Serviceleistungen. „Das kann für einen Serviceprovider sehr interessant sein, der sein Angebot um SAP-Software ergänzt und sich dadurch ganz neue Marktmöglichkeiten eröffnet“, so Bunte.

Doch nicht nur ökonomische Argumente sprechen für OEM-Produkte von SAP. Wie auch der Mensch durch Technologie gewinnt, zeigt der Anwendungsfall von Beispiel MolecularHealth aus Heidelberg eindrucksvoll: Das Unternehmen hat eine integrierte IT-Lösung zur Erbgutanalyse von Krebspatienten und der dazu notwendigen biomedizinischen und klinischen Datenintegration und -interpretation entwickelt. MolecularHealth verwendet diese Technologie für den Aufbau eines umfassenden Diagnostikservice, der Ärzte dabei unterstützen wird, die Behandlungsqualität bei Krebserkrankungen im Sinne einer personalisierten Medizin zu revolutionieren. Dabei wird MolecularHealth künftig auch die Echtzeitdatenbank SAP HANA nutzen, um die mehrere Milliarden Datenpunkte umfassende Erbgutinformation aus gesunden und Tumorzellen zu vergleichen und in zielgerichtete Behandlungsstrategien zu übersetzen.

„Wir haben die technologische Grundlage geschaffen, um individuelle Patientendaten effizient zu produzieren und präzise zu interpretieren. Auf dieser Basis können personalisierte Krebstherapien ausgewählt und deren Behandlungserfolge erhöht werden. Die Technologien von SAP werden uns dabei helfen, den Herausforderungen immer größerer und komplexerer Datenmengen auch in Zukunft effektiv zu begegnen“, berichtet Dr. Stephan Brock, Geschäftsführer von MolecularHealth. Der Hintergrund: Bei der Erbgutanalyse häufen sich rund zwei Terabyte an Daten pro Patient an. Gedruckt entspricht das der Bibliothek einer mittelgroßen Grundschule.

„Unser Angebot ist für sämtliche Branchen interessant. Wir sind im Wandel, bieten nicht mehr nur Produkte, sondern eine innovative Plattform an“, fasst Vertriebsleiter Bunte noch einmal zusammen. „Mit SAP-Technologie eröffnen sich allen Unternehmen neue Chancen. Nun ist die Zeit, diese zu ergreifen.“

Weitere Informationen:
SAP-OEM-Partner-Homepage und Übersicht des OEM-Produktportfolios (in Englisch).
SAP und MolecularHealth arbeiten an der Zukunft der personalisierten Krebsbehandlung.
SAP und Mieschke Hofmann und Partner ermöglichen Echtzeitanalyse im Takt der Motoren.
SNP AG schließt OEM-Vertrag mit SAP.
Video: SAP Embedded Solutions and OEM Platform Partners.
SAP OEM auf Twitter: @sapoem.
Interessenten können sich gerne per E-Mail oder per Telefon unter +49 (0)7032 798-350 an Tiberius Stelli von SAP wenden.

Tags: , , , ,

Leave a Reply