Vorhang auf für das neue ERP

Feature | 11. Januar 2013 von Olga Heiland 0

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Foto: SAP

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Frankfurt, New York und Palo Alto verkündete SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratsvorsitzender Hasso Plattner sichtlich stolz diesen großen Schritt: Das Flaggschiff SAP ERP (wie auch SAP CRM und weitere Anwendungen) läuft nun ebenfalls auf der Hauptspeicherdatenbank SAP HANA. Rund 200 Journalisten und Medienvertreter an den drei Standorten, die live via Satellit verbunden waren, bekamen einen exklusiven Einblick in die neue Lösung. SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe, Vorstandsmitglied Vishal Sikka und Vertriebschef Rob Enslin erläuterten weitere Details.

So besteht die neue Lösung aus den Kernanwendungen der SAP Business Suite, die nun optional auch auf der In-Memory-Plattform SAP HANA laufen und erstmals die transaktionale (OLTP) und die analytische (OLAP) Welt zusammenführen. Damit können Geschäftsprozesse wie Planung, Berichterstattung oder Analyse jetzt in Echtzeit gesteuert werden. Gleichzeitig wird durch die Nutzung einer einzelnen Plattform die Komplexität, die redundante Daten und Systeme verursachen, verringert. Durch die Hauptspeicherdatenbank entfallen die Nachteile, die klassische festplattenbasierte Datenbanken mit sich bringen wie große Indizes oder mehrfach geschriebene Sicherungen. “Ich bin mir sicher, dass dies eine genauso große Veränderung ist wie die Einführung von R/3 vor 20 Jahren”, so Plattner. “Dies wird die Branche verändern.”

Intelligentere Innovationen

Auch für die SAP Business Suite powered by SAP HANA gilt: SAPs Stärke, die durchgängige Prozess-Integration auf allen Ebenen, bleibt bestehen. Und Kunden haben selbstverständlich weiterhin die Wahl: Sie können ihre SAP-Business-Suite-Anwendungen nach wie vor auf herkömmlichen Datenbanken betreiben, der Betrieb auf SAP HANA wird zusätzlich neu angeboten. SAP HANA wird dabei preislich wie andere Datenbanken auch lizenziert, zusätzliche Kosten entstehen lediglich für die neue Hardware. Hier hat SAP alle großen Serverhersteller mit im Boot. Damit ist das Produkt “ein gigantischer Schritt für die Unternehmen, aber ein kleiner Schritt für ihre IT-Abteilung”, erklärte Jim Snabe.

John Deere beispielsweise, Hersteller von Traktoren und Landtechnik und einer der ersten SAP-Kunden überhaupt, nutzt die Lösung zur Durchführung vorausschauender Instandhaltungsarbeiten. Durch eingebaute Sensoren in den Traktoren werden in Echtzeit Daten an die SAP Business Suite übertragen. “Während der Kunde auf dem Feld ist, erhalten wir Echtzeitdaten mit Informationen zum Zustand seiner Maschine und können ihm individuelle und genaue Informationen liefern, die er zu diesem Augenblick benötigt”, erläuterte Derek Dyer, Leiter Global SAP Services bei John Deere.

Auf der nächsten Seite: Warum HSE 24 SAP HANA nutzt.

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Foto: SAP

Ein weiteres Beispiel dafür, wie die SAP Business Suite powered by SAP HANA zu schnelleren Geschäftsprozessen führt, lieferte Norbert Paulus, Leiter IT & Broadcast und Mitglied der Geschäftsleitung von HSE 24. Der Online- und Teleshoppingkanal HSE 24 bietet täglich ein 24-stündiges Programm, indem unterschiedliche Verkaufssendungen live ausgestrahlt werden. Durch Info-Call-Center werden Kunden live in die Sendung geschaltet – ein schlagkräftiges CRM ist da Pflicht. “Wir müssen wissen, wo der Kunde ist, was er braucht und wohin er sich entwickelt”, beschrieb Paulus die Bedürfnisse von HSE 24. Nun wissen die Mitarbeiter dank SAP HANA jederzeit, welche Produkte sich gerade gut verkaufen, was die Zuschauer noch interessiert und welche zusätzlichen Angebote sie in der Sendung machen können, um Kundenwünschen entgegen zu kommen und spezifische Angebote machen zu können. Schneller Zugang zu diesen Echtzeit-Informationen ermöglicht also gezieltes Verkaufshandeln.

Einfachere Zusammenarbeit

Das Beispiel für einfachere Geschäftstransaktionen kam von der Ferrero Group, die für internationale Marken wie Ferrero Rocher, Nutella, Kinder-Schokolade und Tic Tac steht. “Wir vertreiben über 80 Produkte in 38 Ländern und brauchen gezielte Analysemöglichkeiten der Rohdaten unter anderem für unsere Marketingabteilung”, erzählte Enzo Bertolini, Leiter IT bei der Ferrero Group. Durch Echtzeitinformationen ergeben sich Vorteile in der Analyse des Käuferverhaltens und der aktuellen Absatzlage in den Märkten, was zu besseren Vorhersagen und Simulationen, optimierten Lieferketten und gezielter Absatzförderung führt. Alle vorhandenen Daten in den Systemen können in Echtzeit analysiert und bearbeitet werden.

Kunden, die auf die SAP HANA-Plattform migrieren wollen, können dies mittels eines Erweiterungspakets tun, auch eine sogenannte Rapid-Deployment-Lösung bietet SAP an. Es ist also kein großes Upgrade oder ein Releasewechsel nötig. Mehr Informationen finden Sie auf www.saphana.com.

Mehr Informationen zur SAP Business Suite powered by SAP HANA finden Sie hier.

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