Vorweihnachtszeit ganz ohne Hektik

Feature | 1. Oktober 2003 von admin 0

Der Arbeitsalltag eines Spielwarenherstellers besteht in den seltensten Fällen aus Spaß und Spiel. Und vor dem Weihnachtsgeschäft ist daran so oder so nicht zu denken. Pressman Toy Corporation, der drittgrößte Spielwarenhersteller in den USA, wollte sich für das kommende Weihnachtsgeschäft nicht mehr auf eine grobe Umsatzprognose verlassen. Für dieses Jahr setzte Pressman daher auf eine ERP-Lösung, um die Organisation des Betriebskapitals, die Bestandskontrolle sowie solide Marketingplanungen unter einen Hut zu bringen.
Das im Jahre 1922 von Jack Pressman gegründete Unternehmen Pressman Toy wurde durch das Spiel Chinese Checkers bekannt, das immer noch in der Produktlinie des Unternehmens geführt wird. Als Vorreiter auf dem Gebiet von Lizenzierungen stellte Pressman in den späten 30er-Jahren die Spielzeuge Dick Tracy und Little Orphan Annie her und erwarb später von Disney die Lizenzen für Schneewittchen und The Mickey Mouse Club.
Neben den Produktlinien Gooey Louie und Scooby Doo hatte das Unternehmen vor kurzem mit TV-Spielshow-Adaptionen wie ‘Wheel of Fortune’ (Glücksrad), ‘Jeopardy’ und ‘Double Dare’ Erfolg. In den letzten beiden Jahren ergaben sich zusätzliche Geschäftsfelder durch die Filme Spider-Man und Hulk.

Übergang zu mySAP All-in-One

Als mittelständisches Unternehmen auf der Suche nach einer integrierten Plattform hatte Pressman die üblichen Softwareanbieter in die Entscheidung mit einbezogen. Die Unternehmens- und Technologieberatungsfirma Answerthink, ein SAP Business Partner, stellte die Vorteile einer mySAP-All-in-One-Lösung auf Grundlage der SAP Best Practices for Consumer Packaged Goods (CPG) vor. Pressman war schnell überzeugt. Der Beginn dieser Erfolgsstory wurde im Onlinemagazin Consumer Goods in einem Artikel mit dem Titel „Wheels of Fortune“ geschildert.
„Für uns war es sehr reizvoll, auf eine vorkonfigurierte Lösung für ein CPG-Unternehmen umzusteigen, da sie sich innerhalb weniger Monate implementieren lässt“ berichtete Alan Novick, Leiter der Informationssysteme bei Pressman. „Uns überzeugte, dass die SAP Best Practices Anwender schrittweise führt und so Geschäftsprozesse bereits während der Implementierung verbessert werden können. Außerdem bekamen wir so einen Einblick in die Art und Weise, wie große Unternehmen vorgehen.“
Answerthink und Pressman planten und definierten gemeinsam, wie durch die Implementierung der SAP-Lösung der Ertrag gesteigert, optimale finanzielle Vorgehensweisen integriert, der Bestand kontrolliert und Geschäftsprozesse rationalisiert werden können. Anhand dieser soliden Zahlen konnten die Führungskräfte von Pressman überzeugt werden. In Zusammenarbeit mit dem SAP Services Partner IBM Global Services war Answerthink den zuständigen Mitarbeitern bei Pressman in den ersten drei Monaten der Einführungsphase behilflich.
Während dieser Phase stellte das Unternehmen die mySAP-Financials-Module für die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung sowie das Hauptbuch bereit. Früher verfügte Pressman über verstreute, nicht miteinander kommunizierende ‘Informationsinseln’. Jetzt stehen dem Unternehmen integrierte Informationen zur Verfügung. Diese Zusammenführung bot Vorteile, da die Abhängigkeit von vielen Kalkulationstabellen entfiel, die Finanzen verbessert und die Außenstände reduziert wurden.
„Praktisch ist, dass fast jeder Bildschirm einen Link zu einer weiteren Information enthält“, erzählte Novick dem Magazin “Consumer Goods”. „Wenn Sie einen Buchhaltungsbeleg, einen Verkaufsbeleg oder eine Debitorenrechnung ansehen, die Sie gerade bezahlen, und wissen möchten, ob diese bereits bezahlt wurde, können Sie schnell durch die Rechnung navigieren und die Situation erfassen.“
Novick merkte an, dass diese Art von Integration für ein mittelständisches Unternehmen wie Pressman besonders zweckmäßig ist. Bei einer begrenzten Anzahl an Mitarbeitern sei man auf IT-Systeme angewiesen, die alles zusammen bringen.

Immer in Bewegung bleiben

In der zweiten Phase, die am 1. August live geschaltet wurde, fügte Pressman SAP-Funktionen in den Bereichen Vertrieb, Materialverwaltung, Produktionsplanung, Einkauf und Bestandsverwaltung hinzu, um die Logistik zu rationalisieren. Der Übergang zur Bestandskontrolle war von ausschlaggebender Bedeutung, weil es sich bei Pressman um einen der wenigen inländischen Spielwarenhersteller handelt, der mit Importeuren konkurriert. Folglich muss der Lagerbestand bei einem Portfolio von Tausenden von Artikeln möglichst klein gehalten werden.
„Unsere Kunden drängen auf weitere Automatisierung und eine engere Integration in die Lieferkette“, sagt Novick. „Im Wesentlichen sollen wir als ihr Lager fungieren. Dann können wir unsere Lieferungen mit ihnen zeitlich so kurzfristig abstimmen, dass wir fast ein Teil ihrer Organisation werden.“
Laut Novick wird dieser Trend weitere Hersteller letztlich dazu zwingen, sich an elektronischen Marktplätzen zu beteiligen. Mittlerweile sammeln Megakunden wie die Handelsketten Wal-Mart, Kmart und Toys‘R’Us bereits POS-Daten (Point-of-Sale) an ihren Registrierkassen und senden diese Daten zusammen mit Mitteilungen über ihre Lagerbestände einmal in der Woche an Pressman.

Schnelles Reagieren ist erforderlich

Da die kritischste Phase im Spielwarenhandel die letzten drei bis vier Monate eines Jahres sind, reagiert die Branche besonders empfindlich auf Verbrauchertrends und plötzliche Änderungen in der Nachfrage. Pressman muss den Markt das ganze Jahr über äußerst aufmerksam beobachten und innerhalb kürzester Zeit die Produktionsrichtung wechseln können.
„Hinter jedem Spiel stehen Produktionspläne in den USA und Kaufpläne bei in- und ausländischen Lieferanten, die mit erheblichen Vorlaufzeiten verbunden sind“ führte Novick aus. Die auf Vorgehensweisen der Branche basierende mySAP-All-in-One-Lösung erleichtert das Identifizieren der erforderlichen Änderungen und deren Durchführung.
Bis jetzt wurde die Logistikphase eingerichtet. Sie läuft problemlos, obwohl laut Aussage von Novick zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht zu erkennen ist, inwieweit das Unternehmen die Vorteile einer strengeren Bestandskontrolle sowie realistischerer Produktionspläne in vollem Umfang umsetzen wird.
„Wir befassen uns in diesem Jahr mit Dingen, von denen wir vor 12 Monaten nicht ahnten, dass unsere Kunden sie verlangen würden. Die Mittel und Werkzeuge sollen bereit sein, damit wir uns an diesen Kundeninitiativen beteiligen können. Wir wissen, dass SAP bei Consumer Packaged Goods uns alles zur Verfügung stellen kann, was wir zur Erfüllung der Wünsche unserer Kunden benötigen.“

Derek Davis

Derek Davis

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