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Warum UPS glaubt, dass 3D-Drucker die Logistikkette verändern werden

23. Mai 2016 von John Ward 0

Der 3D-Druck wird die Massenmärkte erobern und die traditionelle Fertigung revolutionieren.

„Das Prinzip des 3D-Drucks gibt es bereits seit den 80er-Jahren, aber heute wächst der Markt explosionsartig“, erklärt Alan Amling, Vice President für Marketing bei United Parcel Services (UPS) Global Logistics & Distribution. 3D-Druck ist zurzeit eines der meistdiskutierten Themen und es ist leicht nachzuvollziehen warum.

Zunächst scheint die Technologie unglaublich viel Kreativität zu wecken. Denken Sie nur an die findigen Leute, die die Technologie nutzen, um Blinden klassische Malerei näher zu bringen oder die damit Panzer-Prothesen für verletzte Schildkröten herstellen.

Wie Amling erklärt, wird der 3D-Druck auch die Massenmärkte erobern. Die neue Technologie wird wahrscheinlich die traditionelle Fertigung revolutionieren und wir werden unsere Vorstellung von Logistik neu definieren müssen.

Alte Regeln gelten nicht mehr

Amling ist Experte, wenn es um 3D-Druck beziehungsweise additive Fertigungsverfahren geht. Er hält Reden bei den bekannten TED Talks und hat sogar vor dem Energie- und Handelsausschuss des amerikanischen Abgeordnetenhauses gesprochen.

In seinen Präsentationen weist er darauf hin, dass die Herstellung seit Jahrzehnten den gleichen Regeln der Massenproduktion folgt. „Aber es gibt eine Reihe von Vorteilen, die additive Fertigung besonders attraktiv machen“, betont Amling. „Dazu zählen: keine Mindestmengen, keine Vorabinvestition in Werkzeuge, schnellere Produktionszeiten und kostengünstigere Anpassungen.“

Er glaubt nicht, dass der 3D-Druck sämtliche Produktionsprozesse ersetzen wird, aber er geht davon aus, dass die Technologie die Fertigung verändern könnte, so ähnlich wie E-Commerce den traditionellen Einzelhandel auf den Kopf gestellt hat.

Der 3D-Markt wird sich in den nächsten Jahren verdreifachen.

„Der 3D-Markt wird sich wahrscheinlich in den nächsten drei Jahren verdreifachen“, sagte Amling. „Wenn Sie sich vorstellen, dass nur fünf Prozent der Herstellung auf 3D-Druck umgestellt werden, entspräche dies 640 Milliarden US-Dollar.“

Tatsächlich sieht Amling den 3D-Druck als Teil einer größeren, stärker vernetzten digitalen Wirtschaft. In seinem TED-Vortrag beschreibt er ein globales Netzwerk aus Tausenden von 3D-Druckern. Sie sind intelligent vernetzt, stehen an zentralen Standorten auf der ganzen Welt und bilden eine flexible, bedarfsorientierte Fertigungs-Cloud.

Ein neues Bindeglied in Versorgungsketten

Amling nennt als Beispiel einen Hersteller, der additive Fertigungstechniken einsetzt, um eine Einspritzdüse für Flugzeugturbinen neu zu gestalten, die bei der Betankung der firmeneigenen Jets regelmäßig verwendet wird. Während die alte Einspritzdüse aus 20 Bauteilen bestand, kommt die neue Düse in einem Stück aus dem 3D-Drucker. Ein anderer Flugzeugbauer testet derzeit ein massives, im 3D-Druck-Verfahren hergestelltes Lagergehäuse, das für 48 Turbinenschaufeln ausgelegt ist. Die Titan-Struktur hat eine Breite von eineinhalb Metern.

Aber warum haben gerade Amling und UPS ein so starkes Interesse am 3D-Druck?

UPS ist ein Konzern, der sich heutzutage nicht mehr nur um Pakete kümmert, sondern auch auf Supply-Chain-Management-Lösungen für Unternehmen spezialisiert hat.

„Wir unterhalten weltweit mehr als 1.000 Lager“, betont Amling. „Und diese Lagerhallen bevorraten kritische Ersatzteile für Unternehmen rund um den Globus.“ Doch was geschieht mit diesem wichtigen Geschäftssegment, wenn Inventar virtuell gespeichert wird und per 3D-Druck hergestellt werden kann?

UPS setzt bis zu 1.000 3D-Drucker ein

UPS ist bestrebt, immer einen Schritt voraus zu sein. In Zusammenarbeit mit dem amerikanischen 3D-Druck-Dienstleister CloudDDM führt UPS ein Shared-Services-Modell ein. Im UPS Supply Chain Center in Louisville, Kentucky, sollen bis zu 1.000 3D-Drucker genutzt werden, um auf Abruf Prototypen und Produktteile für Geschäftskunden herzustellen.

Amling rät jedem Unternehmen, „dabei zu sein“ und Schritt zu halten mit dem, was in der Welt des 3D-Drucks geschieht. „Der Wandel ist auf dem Weg und es gibt keine Möglichkeit, ihn zu stoppen“, erklärt er. „Also müssen Sie eine Entscheidung treffen . Möchten Sie die Fliege oder die Windschutzscheibe sein?“

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf SAP Business Trends.

Lesen Sie auch die Pressemitteilung: SAP und UPS wollen bedarfsorientierte Fertigung mit durchgängiger Prozesskette für 3D-Druck vereinfachen

Sehen Sie dazu das Interview im Video auf der SAPPHIRE Now: SAP, UPS and the 3D Printing Network

Foto: Shutterstock

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