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Wearables im Trend

Feature | 13. März 2015 von Jacqueline Prause 0

Vom Fitnessarmband bis hin zum Stirnband, das die Gehirnaktivität misst – Wearables sind derzeit einer der meistdiskutierten Trends. Der Markt für Wearable Technologies, also Technologien, die am Körper getragen werden, soll dem Marktforschungsinstitut CCS Insight zufolge von 22 Millionen Geräten im Jahr 2014 auf 135 Millionen Geräte im Jahr 2018 anwachsen. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt für Wearables fünf Mal schneller wächst als der Mobiltelefonmarkt.

So führte Brent Blum, bei Accenture für Wearable Technologies zuständig, auf dem Mobile World Congress 2015 (MWC) eine Podiumsdiskussion mit wichtigen Vertretern der Branche über aktuelle Trends und die neuesten Innovationen im Bereich Wearables.

Fitness und soziale Interaktion mit Fitbit

Fitnessarmbänder sind das am schnellsten wachsende Segment auf dem Markt für Wearables. Oder sind sie nur eine vorübergehende Modeerscheinung? Gareth Jones, Vice President und General Manager für den Vertrieb EMEA bei Fitnesstracker-Hersteller Fitbit, erklärte, was hinter diesem Boom steckt. So haben Hersteller von Wearables erst in den letzten Jahren erkannt, dass Kunden sich benutzerfreundliche Produkte wünschen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. „Wer das Ergebnis einmal gespürt hat, will das Gerät nicht mehr missen“, erläuterte Jones.

Fitbit nutzte den Kongress, um zwei seiner neuesten Produkte vorzustellen: Das Fitbit Charge HR, ein Armband zur Herzfrequenzmessung, und die Fitbit Surge, eine technisch ausgereifte Smartwatch, mit der sich sportliche Aktivitäten nachverfolgen lassen. Fitbit ist mit Angeboten wie den sogenannten Fitbit Challenges oder Wellnessprogrammen für Unternehmen äußerst erfolgreich. Jones erklärte, der durchschlagende Erfolg der Marke im Bereich Fitnessarmbänder sei den sozialen und spielerischen Elementen dieser Programme zuzuschreiben.

Neue Smartwatch von Pebble

Der Smartwatch-Hersteller Pebble führt seinen Erfolg darauf zurück, dass er die Erwartungen seiner Zielgruppe im Blick behält. So wünschen sich Käufer einer Smartwatch nicht nur die klassischen Funktionen eines Smartphones, sondern wollen auch über Zeit und Kontext informiert sein. Eric Migicovsky, Gründer und CEO von Pebble, stellte auf dem MWC seine neue „Pebble Time Steel“ vor. Die aus Edelstahl gefertigte Smartwatch kann auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter für 250 US-Dollar vorbestellt werden und ist ab April erhältlich. Darüber hinaus hat Pebble seine Armbanduhren nun mit einem zusätzlichen Hardwareanschluss ausgestattet, sodass die Nutzer auf jede Situation vorbereitet sind.

Swarovski Shine: edler Fitnesstracker mit Solarbetrieb

Auch Schmuckhersteller Swarovski hat den Einstieg in das Geschäft mit Wearables gewagt. Das Unternehmen beweist besonderes Feingefühl im Umgang mit einer Zielgruppe, die von der Technologiebranche häufig vernachlässigt wird: Frauen. Joan Ng, Senior Vice President Product Marketing Region Asien-Pazifik bei Swarovski, erklärte: „Für Frauen ist Funktionalität oft zweitrangig. An erster Stelle steht häufig ein ansprechendes Design.“ In Befragungen gaben viele Swarovski-Kundinnen an, erst eine Auswahl an vielfältigen Designs könne sie wirklich von einem Gerät überzeugen. „Wie kann Swarovski Frauen dazu bewegen, einen Fitnesstracker den ganzen Tag über zu tragen?“, fragte sich Ng.

Daraufhin tat sich das Unternehmen mit Fitnesstracker-Hersteller Misfit zusammen und entwickelte mit Swarovski Shine nicht nur ein Produkt, sondern eine ganze Kollektion auf Basis eines austauschbaren Aktivitätstrackers in Kristalloptik. Dieser kann je nach Outfit und Anlass in verschiedene Armbänder und Ketten eingesetzt werden und ist ab Anfang April in ausgewählten Ländern verfügbar. Gegen Ende des Jahres wird es dann auch ein solarbetriebenes Modell geben.

Fitnesstracker für die grauen Zellen: das Stirnband von Muse

Ariel Garten, Gründer und CEO von Muse, bezeichnet das Gehirnstromanalyse-Stirnband des Unternehmens als „Fitnesstracker für die grauen Zellen“. Vom Stressmanagement über den Umgang mit Schlaflosigkeit bis hin zu Achtsamkeit oder Gedächtnistraining für Senioren – das Geschäft mit der Gehirngesundheit ist 4,7 Milliarden Euro schwer. Das Analysestirnband von Muse liegt bequem am Vorderkopf auf und ist leicht und unauffällig. Es analysiert die Gehirnaktivität seiner Nutzer und hilft ihnen, entspannter und produktiver zu arbeiten. Das Produkt ist in den USA und Kanada bereits über Amazon erhältlich und wird auch in Europa demnächst verfügbar sein.

Vorausschauende Wartung im Unternehmen mit SAP und Swisscom

Auch Unternehmenssoftwarehersteller SAP setzt auf Wearables. Das Unternehmen ist überzeugt, dass Wearable Technologies künftig auch im betrieblichen Kontext immer stärker an Bedeutung gewinnen werden. Hier stehen in erster Linie funktionale Aspekte im Vordergrund, besonders im Hinblick auf Effizienz, Sicherheit und Compliance. Josh Waddell, Vice President des Mobile Innovation Center bei SAP und Jürgen Winandi, bei Swisscom für die SAP-Integration verantwortlich, stellten auf dem MWC ein Szenario zur vorausschauenden Wartung in Unternehmen vor, in dem Wearables eine wichtige Rolle zukommt. So kann ein Servicetechniker eine Datenbrille aufsetzen, die ihn Schritt für Schritt durch die Reparatur leitet. Gleichzeitig hat er beide Hände frei, um die Wartung auszuführen.

Auf Twitter stehen unter #MWC15WEAR ein Video der Podiumsdiskussion und Bilder der vorgestellten Produkte zur Verfügung.

 

Bildquelle: Jacqueline Prause

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