Webservices ein Schwerpunkt der SAPPHIRE ’04

Feature | 1. Juni 2004 von admin 0

Auf der letztjährigen SAPPHIRE in Orlando, Florida, hatte Henning Kagermann, Vorstandsprecher und CEO der SAP AG, eine Prognose gewagt: Kosteneinsparung habe als alleinige Strategie für Wachstum und Erholung keine Aussicht auf Erfolg. Um finanzielle Gewinne zu erzielen und Marktanteile zu gewinnen, so Kagermann damals weiter, muss ein Unternehmen vor allem auch auf Innovation setzen.
Wie Recht der SAP-Vorstandssprecher mit seiner Ansicht hatte, ließ sich auf der SAPPHIRE ’04 in New Orleans in Zahlen belegen. Kagermann zog dazu die Statistiken der SAP AG aus dem Jahr 2003 zu Rate. SAP habe im genannten Zeitraum die eigenen Ausgaben um 9,2 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar erhöht und damit einen Marktanteil von 59 Prozent erreicht – ein Rekordwert.
Kagermann wertete das als einen sicheren Beweis dafür, dass Unternehmen, die Geld in Innovationen stecken, auch wachsen. Als innovatioves Werkzeug würden sich darüber hinaus viele Unternehmen des SAP NetWeaver bedienen. Kimberly-Clark etwa verwendet SAP, um die eigenen Produkte rascher auf den Markt zu bringen. Ein Autoteilehersteller mit 10 Milliarden US-Dollar Umsatz beschleunigt mit seiner SAP-Lösungen den Fertigungsprozess. Mit Hilfe dieser Beispiele unterstrich Kagermann seine Ansicht, dass innovative, SAP-basierte IT-Lösungen den Unternehmen helfen können, im Umsatz zu wachsen und die strategischen Ziele zu erreichen.
Etwa 8.000 SAP-Kunden und Partner hörten Kagermanns Eröffnungsrede sowie die Vorträge von Hasso Plattner, Mitbegründer der SAP und ehemaliger Co-CEO, und Shai Agassi, Mitglied des Vorstands der SAP. Die Zeit sei gekommen, so betonten alle drei Redner, die traditionellen Client-Server-Systeme durch Web-zentrierte Enterprise Services zu ersetzten. Auf SAP sei in dieser Hinsicht eine Verlagerung von SAP R/3 zur neuen Lösung mySAP ERP zu verzeichnen, die auf der Integrations- und Applikationsplattform SAP NetWeaver basiert.

Referenzen für SAP

Der Vortrag “Government Solutions at Work” brachte IT-Manager unterschiedlicher staatlicher Stellen zusammen. Unter den Teilnehmern waren Delegierte des US-Bundesstaats Washington, der Stadt San Diego in Kalifornien und der Regierung Israels. Sie berichteten über die Implementierungen von Web-Portalen und anderen SAP-basierten Web-Diensten.
In San Diego stellen die Bürger über eine neue SAP-basierte Lösung online Anträge auf die Behebung von Straßenschäden. Elizabeth Mueller, Information Systems Manager für den Straßenbau in San Diego berichtete über ihre Ergebnisse: Im Mai 2004, so Mueller, seien rund 1.000 Anträge auf die Behebung von Straßenschäden online eingegangen. In der Zeit vor der Web-basierten Lösung hatte die Abteilung nur etwa 30 Anträge im Monat erhalten.
In den vergangenen vier Jahren hat die Stadt San Diego Im Straßenbau verschiedene Projekte mit SAP-Lösungen umgesetzt. Dazu zählt auch ein Werkzeug zum Online-Mapping. Auf Karten wird den Mitarbeitern der Verwaltung visuell dargestellt, wo sich Ausrüstung, Personal und die Schäden, die beseitigt werden müssen, befinden. Dieses Werkzeug erleichtere die Planung und Organisation der Aufgaben erheblich, resümierte Mueller. Dopplungen bei der Vergabe der Arbeitsaufträge oder Fehler im Zeitplan ließen sich dadurch deutlich verringern.
Ronald Rosenthal, ERP-Programm-Manager der US Navy, sprach über “Transforming the U.S. Navy: Integration to Protect the Nation”. Von 1999 bis 2003 führte die US Navy vier SAP-Pilotslösungen ein. Derzeit implementiert die Navy diese Lösungen auf breiter Ebene. “Wir wollen die Art, wie wir Geschäfte machen, grundlegend verändern”, erläuterte Rosenthal das Anliegen der US-Marine.
Laut Rosenthal lassen sich mit den implementierten SAP-Lösungen bei der US Navy die Kosten für Logistik und die Zeit für das Beheben von Transaktionsfehlern verringern. Darüber hinaus ging beispielsweise die Zeit für die Reparatur der Ausrüstung um 16 Prozent von 96 auf 81 Tage zurück. Auch ist die Fehlerquote bei der Vorratshaltung in der Luftfahrt auf 5 Prozent gesunken, fügte Rosenthal hinzu. Als Grund nannte der IT-Manager effizientere IT-Prozesse.
Laut Fahrplan sollen im Jahr 2014 alle SAP-Projekte bei der US Navy abgeschlossen sein. Rosenthal rechnet jedoch im Stillen damit, dass bereits 2011 das Finale erreicht ist. Denn, so Rosenthal, bisher sei die SAP-Implementierung “eine wahre Erfolgsgeschichte”.

SAP NetWeaver und .Net

Eine der wichtigsten Neuigkeiten der SAPPHIRE ´04 betrifft die Zusammenarbeit von SAP und Microsoft. Mit der Vertiefung ihrer langjährigen Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen die Integration zwischen SAP NetWeaver und der .Net-Architektur von Microsoft in wesentlichen Punkten verbessern:

  • Das SAP Enterprise Portal Software Developer’s Kit für .Net soll im August 2004 verfügbar sein. Es ermöglicht den Softwareentwicklern, die Microsoft Visual Studio.Net verwenden, die Integration von Applikationen wie Microsoft Excel mit dem SAP Enterprise Portal.
  • Der SAP .Net Connector wird demnächst veröffentlicht und verbindet SAP- mit .Net-Applikationen.
  • Ein gemeinsam geführtes SAP-Microsoft Support-Center hat seinen Sitz bei der Firmenzentrale der SAP in Walldorf.

AMR Research bewertet die Vereinbarungen positiv: Die Interoperabilität zwischen SAP-Applikationen und der Infrastruktur von Microsoft werde dadurch vereinfacht.
Als Neuprodukt wurde auf der SAPPHIRE 04 SAP for Defense & Security vorgestellt, ein Lösungsportfolio für Streitkräfte, Grenzschutz und Rettungsdienste sowie SAP for Logistics Service Providers, eine Lösung für das Outsourcing in der Logistikindustrie. Die SAP-Lösung SAP Global Trade Networks (SAP GTS), Ergebnis der Partnerschaft von SAP und FedEx, ermöglicht Unternehmen den Zugriff auf die weltweit gültigen Zollgebühren und Steuern sowie den Zugang zu SAP NetWeaver. Damit sind Unternehmen in der Lage ihre Geschäftsprozesse zu automatisieren und zu standardisieren.

Sarah Z. Sleeper

Sarah Z. Sleeper

Tags: ,

Leave a Reply