Geöffnete Hände gefüllt mit Getreide der Welthungerhilft

Die besten Leute im Katastropheneinsatz: Technologie macht es möglich

Die wenigsten Leser dieses Artikels dürften wissen, was echter Hunger ist. Ich selbst bin da keine Ausnahme. Schier unvorstellbar sind die Verzweiflung und Unsicherheit der Menschen, die nicht wissen, woher sie die nächste Mahlzeit für ihre Familie nehmen sollen.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Seit mehr als 50 Jahren steht sie Menschen, die von Armut, Konflikten und Naturkatastrophen betroffen sind, überall auf der Welt mit elementarer humanitärer Hilfe zur Seite. Sie leistet Nothilfe, unterstützt Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung und kämpft gegen den Hunger.

In Bangladesch arbeitet die Organisation mit der einheimischen Partnerorganisation Anando zusammen, um 12.500 Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Familien in den Camps wählen einen Vertreter, Majhi genannt, der als Verbindungsmann zur Camp-Verwaltung und zu den Hilfsorganisationen dafür sorgt, dass die Familien seiner Gruppe Hilfe erhalten. Jeder Vertreter ist für hundert Familien verantwortlich, in einigen Fällen sogar für erheblich mehr.

Ein solcher Majhi ist Azizul Haq, der zusammen mit seiner Familie vor der Gewalt geflohen ist. Er nimmt Lebensmittelrationen entgegen, die er dann an die 173 Familien, die er betreut, verteilt. Als die Geflüchteten ankamen, erhielten sie 25 kg Reis, aber sonst nichts. Inzwischen verteilt Anando, der Partner der Welthungerhilfe, auch Lebensmittelpakete mit Linsen, Öl, Zucker und Salz. Die Bedingungen in den Camps sind entsetzlich. Die Menschen sind nicht nur vom Hunger bedroht, sondern es fehlt auch an allem anderen: Gesundheitsversorgung, Sanitäranlagen, sauberem Wasser und festen Unterkünften. Die Menschen hausen in provisorischen Zelten aus Plastikplanen. „Wir haben nur sechs Toiletten für 173 Familien“, berichtet Haq. Um die Situation erträglicher zu machen, verteilt Anando auch Hygienekits mit Seife, Damenbinden und Waschmittel sowie Töpfe und Bottiche für die Körperpflege und als Toiletten.

Wer sind die Helfer?

Menschen, die für Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe arbeiten, sind tagaus, tagein mit abgrundtiefer menschlicher Verzweiflung konfrontiert. Sie müssen Menschen, die vor den Ruinen ihres Lebens stehen und keine Zukunft sehen, Hoffnung und Hilfe bringen. Um mit solch extremen Umständen umgehen zu können, benötigen Hilfskräfte besondere Fähigkeiten und ein herausragendes Einfühlungsvermögen. Was sind das für Menschen? Und wo finden die Organisationen sie?

Florian Landorff war zehn Jahre lang als Helfer tätig, bevor er Personalchef der Welthungerhilfe wurde: „Ich war mehrmals im Kriseneinsatz. Die ersten Tage nach einer Naturkatastrophe sind wirklich hart. Man sieht so viel Schlimmes, aber man muss sich auf seine Arbeit konzentrieren, um den Menschen zu helfen. Es ist sehr wichtig, sich in einer solchen Situation im Griff zu haben – und extrem schwierig.“

Wie finden Sie die richtigen Leute?

„Die erste Herausforderung ist, die richtigen Leute für lokale Positionen und für globale Positionen zu finden“, erklärt Landorff. „Bei uns gehen viele Bewerbungen ein. Aber es ist schwierig festzustellen, wer die richtigen Fähigkeiten und die passende Persönlichkeit mitbringt. Einerseits suchen wir Fachleute, wie etwa Ernährungswissenschaftler oder Ingenieure für Wasserprojekte, anderseits brauchen wir aber auch allgemeine Kompetenzen wie Selbstmanagement, Kommunikationsfähigkeit und interkulturelle Fähigkeiten. Und natürlich brauchen wir Leute mit Führungsqualitäten. SAP SuccessFactors hilft uns, schneller und einfacher die richtigen Leute zu finden, einzustellen und einzuarbeiten.“

Die Herausforderungen reichen über die Einarbeitung neuer Mitarbeiter hinaus. Auch die Weitergabe und gemeinsame Nutzung von Wissen und Informationen innerhalb der Organisation muss sicherstellt werden. Gleichermaßen wichtig ist es, die Finanzen genau im Auge zu behalten. Als Nichtregierungsorganisation ist die Welthungerhilfe auf öffentliche Zuschüsse und Spenden angewiesen. „Kosteneffizienz und Kennzahlen helfen uns, unseren Verpflichtungen gegenüber unseren Spendern nachzukommen. SAP SuccessFactors gibt uns die richtigen Tools an die Hand, um die Daten zu verfolgen und zu analysieren“, betont Linda Szelag, IT-Leiterin bei der Welthungerhilfe. Das System bietet auch Vorlagen, weltweite Standardprozesse und die Flexibilität, auf lokale Anforderungen einzugehen.

Stärkere strategische Ausrichtung

Eine der wichtigsten Entwicklungen, die die Technologie Organisationen wie der Welthungerhilfe eröffnet hat, ist die Möglichkeit, das Personalwesen von seiner rein administrativen Funktion zu lösen und ihm eine eher strategische Rolle zuzuerkennen. Nichtregierungsorganisationen wie die Welthungerhilfe können nur mit einem weitreichenden Netzwerk von Partnern und einheimischen Organisationen erfolgreich sein.

Wenn sich irgendwo auf der Welt eine Katastrophe ereignet, müssen die Nothilfeteams sofort einsatzbereit sein. Das bedeutet, dass in kürzester Zeit Helfer mit genau den richtigen Fähigkeiten gefunden und an den Ort der Katastrophe geschickt werden müssen. Dabei spielt die Personalabteilung eine zentrale Rolle. „Nach dem Erdbeben in Nepal war die Personalabteilung maßgeblich an der Zusammenstellung des Nothilfeteams beteiligt“, führt Landorff aus. „Zuerst stellten wir fest, wen wir sofort losschicken konnten, und dann, wer in einer zweiten Phase für den langfristigen Wiederaufbau verfügbar sein würde.“

Ein höherer Zweck

Studien zeigen, dass im Zuge des digitalen Wandels Gewinn allein nicht reicht, um Unternehmen erfolgreich zu machen. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen ihren Beschäftigen zwei wesentliche Dinge bieten: die Freiheit, kreativ zu sein, und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Nichtregierungsorganisationen wie die Welthungerhilfe sind nicht gewinnorientiert. Die Menschen, die für sie arbeiten, haben sich bereits einem höheren Zweck verschrieben. „Der Grund, warum ich für eine Non-Profit-Organisation arbeite”, so Landorff, „ist einfach, dass wir so viel für Menschen tun, die sich nicht selbst helfen können. Das Gehalt ist nicht die Motivation. Mit wunderbaren Menschen zusammenzuarbeiten, um unsere große Vision – eine Welt ohne Hunger – Wirklichkeit werden zu lassen, ist wirklich eine tolle Erfahrung.“

Die Welthungerhilfe hat 2.523 hochmotivierte Beschäftigte in 39 Ländern. Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 Hunger und Unterernährung weltweit zu besiegen. Die SAP ist entschlossen, die Welthungerhilfe als Technologieanbieter dabei zu unterstützen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Business Trends in der SAP Community.