Weniger Downtime bei SAP-Upgrades

Feature | 28. Juni 2004 von admin 0

Für viele IT-Manager ist “Upgrade” ein Synonym für “Mühsal”. Doch früher oder später müssen insbesondere Unternehmen, die ältere SAP-R/3-Releases nutzen, Versionsumstellungen vornehmen, um höhere Support-Kosten zu vermeiden.
Eine wesentliche Aufgabe beim Upgrade ist das Kopieren der Produktivdaten, wozu in der Regel der laufende Systembetrieb unterbrochen werden muss. Verringern lässt sich diese Ausfallzeit (Downtime), wenn die Daten-Replikation automatisiert erfolgt. Ein solches Vorgehen schaltet Risiken beim Upgrade, zum Beispiel Tests mit unvollständigen Datenbeständen oder das Überschreiten vereinbarter Zeitfenster, weitgehend aus.
Darüber hinaus ist die automatisierte Replikation unabhängig von Upgrade-Projekten hilfreich. Denn sie ermöglicht es, ohne Störung des Produktivbetriebs neue SAP-Module zu implementieren oder Applikations-Tests, Schulungen und gezielte Datensuchen (data mining) durchzuführen.

Datenbanken in wenigen Stunden kopieren

Zwei neue Lösungen von EMC leisten hierbei Hilfestellung. Sie beschleunigen Replikationsprozesse, verringern das Risiko bei Versionsumstellungen und steigern die Produktivität in SAP-Umgebungen. Der EMC Replication Accelerator “for SAP Upgrades” unterstützt die Umstellung von SAP-R/3-Lösungen auf neuere Software-Versionen, etwa SAP R/3 Enterprise oder mySAP ERP, indem er automatisch wichtige Geschäftsdaten repliziert. Dabei lassen sich nicht nur ganze SAP-Datenbanken, sondern auch die Daten von weiteren, mit dem System integrierten Anwendungen kopieren. Gleichzeitig verringert die Lösung die Downtime, das Risiko von Datenverlusten und schont die Ressourcen, etwa Personaleinsatz, oder die Belastung von Netz- und CPU (Central Processing Unit).
Die zweite Lösung, der EMC Replication Accelerator “for SAP Productivity”, hilft Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer SAP-Umgebung dauerhaft zu verbessern. Sie erstellt automatisch Kopien der kritischen Unternehmensdaten aus der Datenbank der SAP-Lösung, die für tägliche Analysen, Reports oder Tests benötigt werden. Zudem erzeugt sie Klone von produktiven SAP-Datenbanken, mit denen Neuinstallationen gefahrlos getestet werden können. Auf diese Weise lassen sich Performance-Tests, die Prüfung der Datenintegrität oder Anwenderschulungen vom produktiven Betrieb abkoppeln.
Mit der Replikations-Lösung von EMC dauert das Klonen von SAP-Datenbanken je nach Volumen nur Minuten oder Stunden anstatt wie bisher mehrere Tage. Ein Anwender beispielsweise war damit in der Lage, seine SAP-Produktionsumgebung mit 600 GB in nur einer Stunde automatisch und unterbrechungsfrei zu kopieren. Ohne den EMC Accelerator dauerte dieser Vorgang drei bis vier Tage. Eine weitere Organisation verringerte die Downtime während eines Upgrades von 60 auf nur sieben Stunden. SAP-Upgrades mit dem EMC Replication Accelerator “for SAP-Upgrades” gewährleisten eine bessere Kontrolle, Verfügbarkeit und Ressourcen-Auslastung bei geringeren Kosten. Das BASIS-Team kann Testumgebungen mit neuen Datenklonen auf Anfrage problemlos erstellen. Da sich eine Vielzahl von Tests schon vor dem Live-Upgrade bei geringer Belastung der Infrastruktur durchführen lassen, verringert sich das Risiko einer Downtime. Upgrades und Datenbank-Replikationen werden damit zu Prozessen, die IT-Managern nur noch wenig Kopfzerbrechen bereiten.

Upgrades effizienter implementieren

Service-Experten der EMC Technology Solutions Group planen und implementieren die Replikations-Lösungen gemeinsam mit Kunden und Systemintegratoren. Beide Lösungen sind für vernetzte Symmetrix- und Clariion-Speichersysteme konzipiert. Sie bestehen aus verschiedenen Software-Produkten von EMC, etwa dem EMC Replication Manager, TimeFinder oder PowerPath, um Sicherheit und Verfügbarkeit der Informationen und der Infrastruktur zu garantieren. Dabei erstellt der EMC Replication Manager die Kopien und verwaltet sie, ohne dass sich der Administrator mit Details des Speichersystems befassen muss. Die TimeFinder-Software von EMC generiert die Replikate im Speichersystem, während PowerPath dem Volume- und Pfad-Management dient.
Unternehmen, die den EMC Replication Accelerator “for SAP Upgrades” nutzen wollen, können die Lösung entweder vor dem Umstellungsprojekt einrichten oder als Bestandteil ihres Upgrades einplanen. Spezialisten von EMC definieren mit dem EMC Replication Manager die automatisierten Prozesse für die Speicher-Replizierung, indem sie zum Beispiel die Datenbank für die Replika-Erstellung vorbereiten und gewährleisten, dass sie sich komplett kopieren lässt. Dank dieser Vorarbeit können BASIS- oder Datenbank-Administratoren die Datenkopien zu einem beliebigen Zeitpunkt ad hoc oder in regelmäßigen Intervallen auf Knopfdruck erzeugen und somit das Upgrade effizienter und sicherer implementieren. In der Regel erfolgt die Replikation direkt vor Beginn und nach Abschluss des Upgrades. Die Kopien lassen sich aber auch zwischen wesentlichen Phasen der Umstellung anlegen, um einen Wiederanlaufpunkt zu haben, falls die nächste Phase scheitert.

Vorbereitende Schritte

Beispiel-Architektur

Beispiel-Architektur

Die IT-Infrastruktur muss auf die Implementierung der Replikations-Lösung vorbereitet werden. Zunächst gilt es, eine Storage-Architektur für die SAP-Umgebung zu konzipieren. Dabei gewährleisten ein zentrales Management und vernetzte Speicher-Ressourcen einen kostengünstigen und sicheren Betrieb der Speicherlösung. So erlauben es vernetzte Ressourcen, die Speicherkapazitäten von allen angeschlossenen Rechnern flexibel zu verteilen und zu nutzen. Voraussetzung für den Einsatz des EMC Replication Managers (ERM) ist es, die Benutzer zu definieren sowie Aktivitäten, Infosets, Speicher-Pools und das Scripting zu erarbeiten. Damit lässt sich die automatisierte Daten-Replikation in einer klar definierten Umgebung durchführen.
Darüber hinaus sind SAP- und datenbankspezifische Überlegungen zu berücksichtigen, beispielsweise benutzerdefinierte Erweiterungen oder Anpassungen. Die von EMC empfohlenen Konfigurationen für Server, Storage Area Networks (SAN) und Speichersysteme sollten entsprechend entwickelt sein, da der Einsatz erprobter und getesteter Umgebungen Risiken minimiert. Zur Übersicht und für eine eventuell notwendige Suche von Fehlerquellen ist es außerdem hilfreich, alle Komponenten der SAP-Datenbank und ihre Verbindung zu Logical Unit Numbers (LUNs oder auch Volumes, den eigentlichen “Speicherplätzen”) oder zu Speichersystemen aufzulisten. Unternehmen sollten sich darüber hinaus einen Überblick über alle Bereiche der Infrastruktur verschaffen, deren Performance optimiert werden kann. Nach diesen vorbereitenden Arbeiten lässt sich die ERM-Fähigkeit (Enterprise Replication Management), also die Replikation von unternehmensweiten Datenbeständen, für die produktive SAP-Umgebung planen und umsetzen.

Replikationsprozesse vom Desktop aus steuern

Mit Hilfe der EMC-Lösung steuern BASIS-Administratoren die Automatisierung des SAP-Replikationsprozesses von ihrem Desktop aus und generieren auf Tastendruck Testumgebungen. Sie erhalten Informationen über die Funktionen des ERM und seiner Konfiguration sowie Angaben über die Host-Registrierung, die Speicher-Zuordnung, Benutzerprofile, die Ausführung bestimmter Aktionen, das Erstellen von Infosets und Aktivitäten sowie Post-Script-Calls. Über die grafische Benutzeroberfläche des ERM können Administratoren die Parameter für neue Datenkopien selbst bestimmen und sind somit unabhängig von weiterem IT-Personal. Die Experten von EMC erläutern den System- und Datenbank-Administratoren Schritt für Schritt das Pre- und Post-Scripting. Zusätzlich hilft ein detailliertes Handbuch bei Fragen zu Betrieb und Wartung der Replikations-Umgebung.

Mika Kotro

Mika Kotro

Tags:

Leave a Reply