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Wer Apple-Mitbegründer Steve Wozniak inspirierte

Feature | 21. Juni 2016 von Susan Galer 0

Steve Wozniak, Ikone und Mitbegründer von Apple, bezeichnet sich selbst zwar als Außenseiter, hat aber ganz normale Werte: Computer für einen guten Zweck einsetzen, zusammenarbeiten und Spaß haben.

Die kürzlich angekündigte Kooperation zwischen SAP und Apple begrüßt Steve Wozniak sehr: „Softwareanwendungen von SAP müssen auf bestimmte Geräte zugeschnitten sein und ich freue mich über die Partnerschaft mit Apple, da SAP mein Favorit bei den Datenbankunternehmen ist.“

Auf der SAPPHIRE NOW  begeisterte Wozniak zahlreiche Besucher, als er in seinem Vortrag mal spitzbübisch mal ernsthaft Anekdoten zum Besten gab, die von den Anfängen seiner Karriere über seine Liebe zu Scherzen bis hin zum Kauf eines Teslas reichten. Wozniak erzählte, dass sein Vater und sein Lehrer in der fünften Klasse die größten Inspirationsquellen für sein Leben waren.

„Ich habe mich schon immer für zwei Bereiche interessiert – für Technik und fürs Unterrichten. Als ich in der fünften Klasse war, habe ich meinem Dad erzählt, dass ich entweder wie er Elektroingenieur oder Lehrer werden möchte“, sagte er. „Nach meinem Schulabschluss wurde ich Techniker. Allerdings war es mir immer auch wichtig, Wissen weiterzugeben. Und ich wollte, dass jedes Produkt, das wir entwickeln, auch anwendbar ist. Mich hat der Gedanke inspiriert, dass es der Gesellschaft sehr viel bringen würden, wenn wir mehr Computer hätten und dadurch unmittelbar miteinander kommunizieren könnten.“

Ein Leben lang Techniker

Wozniak geht nie ohne seinen Gameboy aus dem Haus und war erstaunt, dass Siri wahllose Fragen richtig beantworten konnte, noch bevor Apple die App kaufte. Seine Entscheidung, HP zu verlassen, zählt er zu den schwierigsten seines Lebens. „Ich wollte mein ganzes Leben als Techniker bei HP bleiben. Dann überzeugte mich ein Freund davon, dass ich als Techniker auch ein Unternehmen gründen und dort Techniker bleiben kann.“

So gut wie jeder weiß, dass Hewlett-Packard (HP) Wozniaks Idee, einen PC zu bauen, fünf Mal ablehnte. In seinem Vortrag stellte er aber richtig, wie die Apple-Gründung wirklich zustande kam. „Ich dachte, dass ich mein Leben lang bei HP arbeiten würde“, sagte er. „Es war aber nicht so wie im Film, dass Steve Jobs zu mir kam und mich in einen Computerclub mitnahm. Ich war in dem Club schon bekannt, weil ich dort gemeinsam mit anderen an Computern herumbastelte. Ich war derjenige, der Steve mitnahm.“

Steve Wozniak: Ich lasse die Leute nur glauben, dass ich genial bin – das ist meine eigentliche Genialität.

Wozniak bezweifelt, dass er ein Genie ist und fügte mit seinem für ihn typischen Humor hinzu: „Ich lasse die Leute nur glauben, dass ich genial bin – das ist meine eigentliche Genialität.“ Trotzdem baute Wozniak in der sechsten Klasse bereits einen Funksender und danach einen transistorbasierten Computer, auf dem man Tic-Tac-Toe spielen konnte. Zu Studienzeiten hatte er nach eigener Aussage meist schon vor Kursbeginn die Hälfte der Materialien durchgelesen.

Maschinen als Freunde

Zurzeit interessiert sich Wozniak brennend für Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Technologie. „Virtual Reality spricht die Emotionen an“, sagte er. „Von den Anfängen des Computers bis heute haben sich mit jedem Fortschritt auch die Displays weiterentwickelt. Die Bildschirme wurden größer, Farben und Auflösung verbesserten sich und Bilder sind von richtigen Menschen kaum mehr zu unterscheiden. Ich bin ein großer Fan der Virtual-Reality-Technologie. Und Augmented Reality wird ebenfalls eine große Rolle spielen.“

Anstelle von künstlicher Intelligenz verwendet Wozniak lieber das Wort „simulierte Intelligenz“. Er begründet es damit, dass Informationen nur von Menschen stammen, und das wirke dann nicht real. „Maschinen können keine Ideen entwickeln – und das muss man können, um Probleme zu lösen“, erklärte er. „Da sind wir noch lange nicht und ich bin mir auch nicht sicher, ob wir da in nächster Zeit hinkommen. Solange wir die Vorgänge im Gehirn nicht nachbilden können, kann künstliche Intelligenz es nicht mit uns aufnehmen, wenn es um Konflikte, Feindschaften, Freundschaften, Beziehungen oder Ideen geht. Maschinen werden dafür eingesetzt werden, um die Probleme zu lösen, die wir vorgegeben haben. Sie werden uns unseren Alltag lange Zeit erleichtern. Sie werden unsere Freunde werden.“

Computer als Lehrer

Wozniak, der selbst acht Jahre lang als Lehrer unterrichtete, träumt von einem System, in dem auf einen Schüler ein Lehrer kommt. Seiner Theorie zufolge könnte für den Unterricht in Zukunft auch künstliche Intelligenz eingesetzt werden.  „Wir lieben ja unser Smartphone und könnten Lehrer durch Computer ersetzen. Lehrpläne sind mittlerweile online verfügbar und Menschen schätzen ihre Unabhängigkeit sehr. Wie wäre es, wenn ich einen Lehrer hätte, der mein Computer und gleichzeitig mein bester Freund wäre?“ fragte er.

Zu Scherzen aufgelegt

Wozniak, der sich selbst als Witzbold bezeichnet, erinnert sich an zahlreiche Streiche, die er seinen Kollegen, Freunden und Familienmitgliedern im Laufe der Jahre gespielt hat. Beispielsweise baute er in die Hupe seines Autos einen Mechanismus ein, mit dem er sie auslösen konnte, wenn er Kilometer entfernt war. Falls seine Späße schiefgingen, schaffte er es immer, die Schuld dafür auf andere abzuschieben. „Ich finde immer etwas an neuen Geräten, das ich für meine Scherze verwenden kann. Ich bin auch froh, dass meine Frau das gut findet.“

Und dass er sich doch noch seinen heiß-ersehnten Tesla gekauft hat, schreibt Wozniak vor allem der Beharrlichkeit seiner Frau zu. Die erste Chance, einen Tesla zu kaufen, ließ er verstreichen – und das, obwohl er sechs Monate auf der Warteliste gestanden hatte. Seine Bedenken waren wie weggeblasen, als das Design später geändert wurde. Ihn faszinierte die neue Technologie des Elektroautos. „Meine Frau sagte einige Monate später zu mir: ‚Wenn du den Tesla willst, kannst du ihn bestellen.‘ 30 Minuten später besaßen wir einen.“

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