Millenials: Die 8 wichtigsten Verhaltenstipps

Feature | 27. November 2013 von Jenny Dearborn, SuccessFactors 0

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Die geburtenstarke Generation der Babyboomer legte Wert auf eine solide Altersvorsorge, ein helles Büro und eine klar abgesteckte berufliche Laufbahn. Wenn ihnen ein Arbeitgeber diese Wünsche erfüllte, blieben sie ihm oft bis zum Rentenalter treu. Sie machten es sich in ihren Büros gemütlich. Doch mit dem Eintritt der Generation der Millennials ins Berufsleben gerät ihre einst so sichere Welt ins Wanken.

Die Millennials sind die größte Generation aller Zeiten und werden bald unsere Arbeitswelt maßgeblich beeinflussen. Zunehmend stellen sich auch die Unternehmen auf die Bedürfnisse dieser Generation ein, um als Arbeitgeber für die Nachwuchskräfte attraktiv zu bleiben. Die solide Altersvorsorge, das helle Büro und die klar abgesteckte Laufbahn wurden vom Wunsch nach einer leistungsorientierten Bezahlung, offen gestalteten Arbeitsbereichen und einer alles andere als geradlinig verlaufenden Karriere abgelöst.

Acht Erfolgstaktiken

Unternehmen, die wissen möchten, wie sie die Produktivität der Millennials steigern können, empfehle ich acht Taktiken, die ich selbst in meinem Unternehmen erfolgreich angewendet habe.

1) Schaffen Sie in Ihrem Büro eine Atmosphäre wie in einem Apple Store. Richten Sie offen gestaltete Arbeitsbereiche ein, stellen Sie genügend Kaffeeautomaten auf, und statten Sie Ihre Mitarbeiter mit coolen Geräten aus. Für nichts geben die Millennials lieber Geld aus als für internetfähige Geräte. Wenn sie diese Geräte am Arbeitsplatz zusammen mit einer bequemen Ladestation gestellt bekommen, gewinnt Ihr Unternehmen als Arbeitgeber enorm an Attraktivität.

2) Begegnen Sie ihnen auf ihrem (virtuellen) Terrain. Die Society for Human Resource Management SHRM, ein US-amerikanischer Verband für Personalmanagement, führte im Mai 2013 eine Online-Umfrage durch, derzufolge zwei Drittel der Millennials ihren Arbeitgeber nach dessen technischem Know-how beurteilen. „Man muss sich mit der Technik auskennen, die bei den Millennials gerade angesagt ist“, so Dan Schawbel, Autor des Buches Promote Yourself: The New Rules for Career Success. „Man muss wissen, wie Instant Messaging, Skype, Google-Hangouts und soziale Netzwerke funktionieren, wenn man Fachkräfte aus dieser wichtigen Bevölkerungsgruppe anwerben und an sein Unternehmen binden möchte.“

Millenials: Mit übervorsorglichen Helikopter-Eltern groß geworden

3) Beziehen Sie die Eltern ein. Viele Millennials sind mit sogenannten Helikopter-Eltern groß geworden, die sich überfürsorglich um ihre Kinder und offenbar auch um deren berufliche Laufbahn kümmern. Einige Unternehmen haben deshalb begonnen, die Eltern ihrer Arbeitnehmer einzubeziehen. Sie hoffen, auf diese Weise talentierte Fachkräfte für sich gewinnen und langfristig binden sowie ihre Mitarbeiter besser motivieren zu können. So kümmert sich der Finanzdienstleister Northwestern Mutual in Milwaukee intensiv auch um die Eltern junger Praktikanten und lädt sie beispielsweise regelmäßig in die Firma ein, berichtet Michael Van Grinsven, der den Bereich Field Growth and Development des Unternehmens leitet. Es gibt sogar Manager, die den Eltern ihrer Praktikanten eine Nachricht schicken, wenn diese ihre Umsatzziele erreicht haben, oder den Eltern gestatten, bei Vorstellungsgesprächen und Gehaltsverhandlungen dabei zu sein.

4) Respektieren Sie den Wunsch der Millennials, alle paar Jahre etwas Neues auszuprobieren. Millennials bleiben durchschnittlich nur zwei Jahre lang in einem Job, bevor sie zu neuen Ufern aufbrechen. Machen Sie das Beste daraus. Größere Unternehmen haben den Vorteil, dass sie die langfristige Mitarbeiterbindung meist durch interne Programme fördern und beispielsweise Möglichkeiten für fachliche Versetzungen, die Jobrotation und abteilungsübergreifende Schulungen anbieten.

Ansprüche an Work-Life-Balance ernst nehmen

5) Schaffen Sie Gemeinschaften und fördern Sie persönliche Kontakte. Die Millennials sind eine sehr lebensbejahende Generation, der die Work-Life-Balance wichtiger ist als Status. Sie möchten weniger Zeit im Büro verbringen als ihre Eltern und Großeltern. Zugleich verschwimmen jedoch in dieser Generation auch die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr. Über soziale Netzwerke wie Facebook und Tools für die Online-Zusammenarbeit wie Jam bauen sie sich ihre eigenen Gemeinschaften auf, oder sie treffen sich in ihrer Freizeit mit Kollegen, die ebenfalls zu ihrem engsten Freundeskreis gehören. Wenn Mitarbeiter auch bei der Arbeit persönliche Freundschaften schließen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihrem Arbeitgeber treu bleiben.

6) Holen Sie die Meinungsführer ins Boot. Millennials legen großen Wert auf die Möglichkeit, Kontakte zu Vordenkern und Meinungsführern – den Führungspersönlichkeiten in ihren Gruppen – zu knüpfen. Sie respektieren die Ansichten der Meinungsführer in ihrer Gruppe. Um den Erfolg eines Produkts zu garantieren, ist es sinnvoll, sich beim Design und der Einführung des Produkts von den Meinungsführern der jungen Generation beraten zu lassen. So kann man sicher sein, dass sie sich bei der Vorstellung des Produkts über Instagram und Twitter positiv darüber äußern werden.

7) Schulen Sie die soziale Kompetenz der Millennials. Da sich ihr Leben so sehr um Geräte und Gadgets dreht, sind die Millennials im Umgang mit Menschen mitunter weniger versiert. „Ich führe jeden Tag eine Million virtuelle Gespräche“, erzählte mir einmal ein 20-jähriger Praktikant. „Ich empfinde es aber oft als anstrengend, wenn ich mich von Angesicht zu Angesicht mit einer Person unterhalten, meinem Gesprächspartner in die Augen schauen und in vollständigen Sätzen sprechen muss.“ Sobald die heutigen Nachwuchskräfte auch Führungspositionen übernehmen, werden sie sich häufiger persönlich mit anderen unterhalten müssen. Sie als Arbeitgeber können ihnen als Vorbild dienen und die soziale Kompetenz der jungen Arbeitnehmer schulen.

Gleich viel investieren: Ein Geben und ein Nehmen

8) Investieren Sie in Ihre Nachwuchskräfte. „Ich gebe in meinem Job so viel, wie mein Arbeitgeber auch in mich investiert“, erklärte mir einmal ein junger Kollege bei SuccessFactors. Die Beziehung zwischen einem Arbeitnehmer aus der Generation der Millennials und seinem Arbeitgeber beruht auf einem gegenseitigen Vertrag, der von beiden Seiten stets aufs Neue verlängert werden muss.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich als Beitrag auf SAP Business Trends veröffentlicht.

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2 comments

  1. Jürgen Schöntauf

    Die Generation Y hat einen starken Verbündeten: Die Demographie. Allein schon aus diesem Grund werden sich viele Unternehmen umstellen müssen, wenn sie zukunftsfähig bleiben wollen. Die alten, eingefahrenen Strukturen aus der industriellen Ökonomie funktionieren in Zukunft nicht mehr. Um den Wandel besser zu verstehen, lohnt es sich die Megatrends anzuschauen.

  2. Sieben der acht Punkte gelten doch auch für Nicht-Millennials. Nur meine Eltern würde ich nicht mehr mit auf die Arbeit bringen. Obwohl das schon wieder was von Loriot hätte: “Guten Tag, mein Name ist Klose, mein Sohn arbeitet hier!” (Anlehnung an Papa ante portas).

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