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Women in Data Science: „Werden wir je wieder glauben, dass irgendetwas unmöglich ist?“

Feature | 28. März 2018 von Andrea Diederichs

Bei 35 „Women in Data Science“-Events an weltweiten SAP-Standorten setzten Wissenschaftlerinnen und SAP-Mitarbeiterinnen Perspektiven für die Zukunft – nicht nur auf diesem Planeten!

Adriana Marais, Head of Innovation bei SAP Africa

„Die Distanz zwischen Traum und Realität ist kürzer als je zuvor.“ Warum? Weil die Technologie sich mit einer beispiellosen Geschwindigkeit entwickelt“, erklärt Adriana Marais, Head of Innovation, SAP Africa, und eine der 100 Finalisten für die Mission „Mars One“, deren Ziel es ist, Menschen auf dem Mars anzusiedeln. Unsere technologische Fähigkeit, Daten zu sammeln, zu speichern und zu analysieren hat zur Entstehung der „Data Science“ geführt und erlaubt es uns, in ganz neue Bereiche vorzudringen. „Wir leben in der interessantesten Zeit in der Geschichte des Lebens auf der Erde“, meint Marais in ihrer Keynote bei der Veranstaltung “Women in Data Science” in Walldorf. „Wir haben die notwendigen Fähigkeiten entwickelt, um uns an das ehrgeizigste Projekt aller Zeiten heranzuwagen – die erste menschliche Besatzung zu unserem nächsten Nachbarn, dem Planeten Mars, zu schicken.“

Neben ihrer eigenen Begeisterung für ihre geplante Reise ins Unbekannte ist Marais überzeugt, dass ein wichtiger Aspekt der Weltraumforschung darin besteht, andere zu inspirieren. „Während der Apollo-Ära hat sich eine nie dagewesene Anzahl von Postgraduate-Studenten in MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) eingeschrieben“, erklärt Marais. Die Forschung zeigt, dass die gleiche Gruppe von Studenten mit der Entstehung neuer Technologien wie dem Handy, dem PC und dem Internet in Verbindung gebracht werden kann. „Wenn wir miterleben, dass Menschen das Unwahrscheinliche wahr werden lassen, kann uns das dazu inspirieren, hart zu arbeiten und das Gleiche zu erreichen“, so Marais. „Wenn wir sehen, dass Menschen auf einem anderen Planeten leben – werden wir dann jemals wieder glauben, dass irgendetwas unmöglich ist?“

Women in Data Science: Aus einer Konferenz wird eine Bewegung

Als Innovationsgemeinschaft, die das Engagement der SAP für die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung unterstützt, ist SAP Next-Gen stolz darauf, Sponsor der „Stanford Women in Data Science (WiDS)“-Konferenz zu sein. „Aus einer Konferenz ist eine ganze Bewegung geworden, die die nächste Generation von Datenwissenschaftlerinnen unterstützt“, erklärt Ann Rosenberg, Senior Vice President und Global Head von SAP Next-Gen. „Wir wollten, dass jeder an dieser Konferenz, die Stanford ins Leben gerufen hat, teilhaben kann.“ Aus diesem Grund, und um gemeinsam mit der WiDS-Konferenz die nächste Generation von Datenwissenschaftlerinnen zu fördern, wurde das Programm #sheinnovates entwickelt. „Im Jahr 2017 veranstaltete mein Team 24 Satellitenveranstaltungen in 20 Ländern; dieses Jahr sind es 35 Veranstaltungen in 22 Ländern. Frauen an den jeweiligen Standorten haben so die Möglichkeit, direkt vor Ort die Veranstaltungen zu besuchen und sich von den Teilnehmerinnen und Sprecherinnen inspirieren zu lassen.“

Die Women in Data Science Conference (WiDS), die von der Stanford University gesponsert wird, fördert Datenwissenschaftler weltweit und bietet besondere Unterstützung für Frauen in diesem Bereich. Als globaler Sponsor der „Stanford Women in Data Sciences (WiDS)“-Konferenz ist SAP Next-Gen stolz darauf, in diesem Jahr mehr als 35 globale Veranstaltungen auszurichten.

Die Veranstaltungsreihe, die mit dem WiDS-Event in New York begann, bringt Akademiker, Start-ups, Accelerator sowie SAP-Experten und -Partner in der globalen „SAP Next-Gen Innovation with Purpose Community“ zusammen, um darüber zu diskutieren, welchen Beitrag die Datenwissenschaften zur Erreichung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele leisten können.

Inspiring Women Ambassadors

Global Women in Data Science (WiDS) ist wie eine Frauendemo für Analytics“, so heißt es in einem kürzlich erschienenen Artikel im Forbes Magazine. Aber müssen Frauen im Jahr 2018 noch für ihre Rechte auf die Straße gehen? Ja, obwohl wir das nicht erwartet hätten, war die einhellige Antwort der „Inspiring Women Ambassadors“, die an der Podiumsdiskussion in Walldorf teilnahmen.

Am 8. März startete die Initiative „SAP Next-Gen Advisors“, die Mentoren mit jungen Sozialunternehmern verbindet.

SAP Next-Gen hat die Initiative SAP Next-Gen Advisors ins Leben gerufen, um Experten des SAP-Ökosystems mit Sozialunternehmern, Entwicklern, Datenwissenschaftlern und Technologiegründern der nächsten Generation zu vernetzen. Ziel ist es, Innovationen zu fördern, die die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele unterstützen und gleichzeitig neueste SAP-Technologien einsetzen.

Ein breit gefächertes Beraterteam aus SAP-Führungskräften, Serienunternehmern, Produktentwicklungs-Experten und Risikokapitalgebern mit Erfahrung in verschiedensten Branchen und Unternehmen – vom Großkonzern bis zum Start-up – engagiert sich als Mentoren für Studenten und Hochschulabsolventen. Ziel ist es, ihnen den Übergang in ihr Arbeitsleben zu erleichtern und Einblicke in Geschäftsmodellinnovation, Investor-Pitching, Vertrieb und Marketing sowie Produktvermarktung zu geben. Die Mentoren treffen die Jungunternehmer sowohl persönlich vor Ort in SAP-Next-Gen-Labs oder vernetzen sich virtuell mit ihnen, um ihre Startup-Geschäftsmodelle auf den Weg zu bringen.

Durch das Programm haben Kunden und Stakeholder im globalen SAP Next-Gen-Netzwerk neue Möglichkeiten, sich mit angehenden Sozialunternehmern an Universitäten in Verbindung zu setzen, Unternehmertalente aufzuspüren und gemeinsam mit Start-ups neuartige Innovationen zu fördern, die in der Welt etwas bewirken.

Das Programm SAP Next-Gen Advisors soll es weltweit geben. Die Kick-Off-Veranstaltung für die erste Gruppe fand am 8. März 2018 in München statt, zeitgleich mit dem Internationalen Frauentag. Gründerinnen aus dem Technologiebereich können sich für ein Mentoring-Programm bewerben, das über einen Zeitraum von sechs Monaten Praxis-Workshops und Experten-Sessions beinhaltet. Die Teams können sich noch bis zum 7. April über die deutsche SAP-Startup-Website bewerben.

Hala Zeine, Chief Business Development Officer bei der SAP

Hala Zeine, Chief Business Development Officer bei der SAP, erinnert sich: „Als Jugendliche sah ich viele inspirierende Frauen im Fernsehen, wie die britische Regierungschefin Margret Thatcher oder Hanan Ashrawi, die die Friedensverhandlungen im Nahen Osten leitete. Und ich dachte mir, irgendwann wird das die Norm sein. Leider sind wir gerade in einer anderen Situation. Wir sollten nicht ruhen, bis auch die letzte Frau im letzten Winkel dieser Erde Gleichberechtigung erreicht hat.“

Diskriminierung oder Voreingenommenheit ist jedoch nicht immer leicht zu bekämpfen – oder zu erkennen, wie die Forschung zeigt. Der durchschnittliche CEO ist zum Beispiel etwa sechs Zentimeter größer als der Durchschnittsmann. Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass unsere Welt durch Diskriminierung oder Stereotype beeinflusst wird, auch wenn diese Stereotype nicht von Vorurteilen herrühren. Mit anderen Worten, „die meisten Menschen entscheiden sich nicht bewusst: Ich will einen großen CEO“, erklärte Professor Nicola Marsden von der Universität Heilbronn. Sie plädierte dafür, bestimmte Prozesse, wie Bewerbungsverfahren, von vornherein so zu gestalten, dass implizite Rollenbilder oder -erwartungen gar nicht erst greifen können.

Die Mehrheit der Diskussionsteilnehmerinnen sah Quotenregelungen in diesem Zusammenhang als nützliches Instrument an. Sie könnten unter anderem Entscheidungsträger dazu bewegen, bei der Besetzung von Positionen stärker in alle Richtungen zu schauen. „Ich befürworte Quoten“, erklärte Zeine. „Was ist gefährlich daran? Wenn ich einmal in einer Position bin, stelle ich meinen Wert unter Beweis. Und wenn es ein paar Frauen gibt, die das nicht tun, dann ist das auch in Ordnung – denn es gibt auch Männer, die ihren Wert nicht unter Beweis stellen.“

Professor Jivka Ovtcharova, Leiterin des Instituts für Informationsmanagement im Ingenieurswesen am Karlsruher Institut für Technologie, ist keine Befürworterin von Quoten. Ihrer Meinung nach „beginnt diese Diskussion mit Chancengleichheit in der Bildung. Es geht weiter mit Chancengleichheit bei der Bewerbung um einen Job. In traditionellen Industrien ist Präsenz ein großes Thema, was Menschen mit jungen Familien benachteiligt.“ Daher sei es für Organisationen sehr wichtig, flexibler und anpassungsfähiger zu sein.

Der Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung hat jedoch eine weitreichendere Bedeutung. „Um die großen Herausforderungen zu lösen, denen wir auf diesem Planeten gegenüberstehen“, so Adriana Marais, „ist es wichtig, dass jeder von uns sein maximales Potenzial verwirklichen kann. Die Zukunft, die wir uns wünschen, müssen wir jetzt schon leben. Das bedeutet, dass jede Art von Kategorie oder Vorurteil oder Stereotyp, ob in Bezug auf das Geschlecht, die ethnische Herkunft usw., einfach keine Rolle für uns spielen darf.“

#sheinnovates

SAP Next-Gen hat zudem #sheinnovates ins Leben gerufen, eine globale Initiative zur Unterstützung der UN Women Global Innovation Coalition for Change. Die Bewegung #sheinnovates wurde in Davos gestartet und auf dem Mobile World Congress weiter vorangebracht, um die Bildung in den MINT-Fächern, Innovation und unternehmerische Chancen für Frauen und Mädchen zu fördern. Ein weiteres Highlight der Initiative #sheinnovates bildete die Veranstaltung UN Woman & Innovation Norway – International Women’s Day Celebration am 8. März in New York (Fotobuch, Video, Artikel, Facebook). Unter den Ehrengästen war auch die norwegische Kronprinzession Mette-Marit. In ihrem Vortrag sprach sie darüber, warum weibliche Unternnehmensgründer und disruptive Technologien entscheidend zur Gleichberechtigung und finanziellen Gleichstellung von Männern und Frauen beitragen.

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