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Zeit für neue Geschäftsmodelle

Blog | 8. Juli 2015 von Rob Enslin 0

Rob Enslin, President of Global Customer Operations und Vorstand bei SAP, erläutert, warum sich Unternehmen in der digitalen Wirtschaft nicht nur verändern, sondern neu erfinden müssen.

Die digitale Wirtschaft hat mit rasantem Tempo unseren Alltag erobert. Weltweit tragen bereits mehr als zwei Milliarden Menschen ein technisch ausgereiftes Mobilgerät mit sich herum. Und etwa 90 Prozent der weltweiten Daten wurden allein in den letzten zwei Jahren erzeugt. Soziale Netzwerke bieten uns die Möglichkeit, Ideen auszutauschen und Veränderungen voranzutreiben – einfacher, schneller und mit größerer Reichweite als je zuvor.

Im Jahr 2015 haben Unternehmen mehr als 1,7 Billionen US-Dollar in Initiativen und Technologien investiert, die das Internet der Dinge unterstützen.

Angesichts dieser Zahlen überrascht es nicht, dass sich unser Leben, sowohl beruflich als auch privat, grundlegend verändert. In der Geschäftswelt ist die digitale Wirtschaft allerdings weit mehr als eine Veränderung. Hier geht es um Neuerfindung.

Die digitale Wirtschaft ist da

Laut einer Studie der Economist Intelligence Unit (EIU) glauben fast 60 Prozent der Führungskräfte, dass ihre Unternehmen ein sehr großes Risiko eingehen, wenn sie sich nicht auf „Hyper-Connectivity“ setzen. Von denjenigen, die die Chancen der digitalen Wirtschaft ergreifen, sind überwältigende 86 Prozent der Meinung, dass dies einen positiven Einfluss auf ihr Unternehmen hat. Dennoch gibt es weiterhin gewisse Ängste. Ungefähr ein Drittel steht dem neuen Zeitalter noch skeptisch gegenüber und befürchtet, dass die digitale Wirtschaft mehr Bedrohungen als Chancen mit sich bringt.

Wo steht Ihr Führungsteam, wenn es darum geht, die digitale Wirtschaft zu akzeptieren? Sehen Sie ein Risiko darin, der digitalen Wirtschaft zu widerstehen? Sehen Sie in der digitalen Wirtschaft etwas Positives oder zählen Sie zu den 33 Prozent, die der Auffassung sind, dass die Risiken die Vorteile überschatten?

Ganz gleich, wie Sie antworten, Fakt ist: Die digitale Wirtschaft ist da, ob Sie bereit dafür sind oder nicht.

Zeit für neue Geschäftsmodelle

Durch die digitale Wirtschaft wird die Kultur, in der wir leben und in der Unternehmen arbeiten, rasch neu definiert. Dies erlebe ich täglich bei meinen Gesprächen mit Geschäftsführern aus der ganzen Welt. Es gibt drei Dinge, die sich durch diese neue Wirtschaft verändern:

1. Ihre Wettbewerber bringen Ihr Geschäft ins Wanken – nicht die digitalen Start-ups

Überraschenderweise kommt der größte Wettbewerbsdruck weiterhin von den etablierten Wettbewerbern, mit denen Sie schon seit Jahren zu tun haben. Aus der EIU-Studie geht hervor, dass 57 Prozent der Führungskräfte aufgrund des digitalen Angebots eines etablierten Wettbewerbers „mäßigen“ oder „starken“ Druck spüren. Doch weniger als die Hälfte der Befragten sieht Start-up-Unternehmen als eine Bedrohung.

2. Zuvor stagnierende Volkswirtschaften florieren

Mobiltelefone bewähren sich in ganz Afrika. Apps für das mobile Bezahlen helfen dem Land, die fehlende Bankeninfrastruktur zu ersetzen. Ärzte und Lehrer nutzen Textnachrichten, um mehr Menschen zu kontaktieren, die nur über begrenzte Kommunikationsmöglichkeiten verfügen. Da die Nutzung von Smartphones immer selbstverständlicher und der Internetzugang immer besser wird, verändert sich die gesamte Wirtschaft.

Der EIU-Studie zufolge rechnet Deloitte damit, dass die Nutzung des Internets in Afrika, Lateinamerika und Südostasien das Bruttoinlandsprodukt um bis zu 72 Prozent steigern und zu 140 Millionen neuen Jobs führen wird. Folglich würde das Durchschnittseinkommen pro Haushalt um 600 US-Dollar steigen. Hunderte Millionen von Menschen können dann ein Leben hinter sich lassen, das von extremer Armut, dürftiger Gesundheitsversorgung und begrenzten Bildungschancen geprägt war.

3. Diejenigen, die „hyper-connected“ sind, üben Druck auf Ihre Branche aus

Glauben Sie, dass Ihre Branche immun gegen die digitale Wirtschaft ist? Seien Sie sich da nicht so sicher. Tatsächlich ist es so, dass viele Branchen auf unbeabsichtigte Weise verändert werden.

Denken Sie nur an die Automobilindustrie. In ihren neuesten Modellen bringen die Hersteller Hunderte von Sensoren an, um alles zu optimieren – vom Kundenservice bis zum Produktdesign. Aber die Wirkung reicht noch weiter als zur Service-Abteilung beim Händler. Versicherungsanbieter nutzen diese Daten, um ihre Policen an das Fahrverhalten der Nutzer anzupassen.

Sogar Geldinstitute setzen auf diese Informationen, um festzustellen, ob ein Kunde, der ein Darlehen beantragt, zu riskanten Investitionen neigt. Die geschäftliche Nutzung von Daten, die durch Autos erzeugt wurden, ist ein Mikrokosmos dessen was in der digitalen Wirtschaft möglich ist.

Was die digitale Wirtschaft für Ihr Unternehmen bedeutet

Unternehmen, die das Potenzial von „Hyper-Connectivity“ voll und ganz nutzen, werden in dieser neuen digitalen Wirtschaft erfolgreich sein. Die Echtzeitverarbeitung bietet Entscheidungsträgern unmittelbare Einblicke, die ihnen helfen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile für ihr Unternehmen zu erzielen. Anwender können sämtliche Daten, die in ihren Systemen gespeichert sind, auswerten – unabhängig von Volumen, Komplexität oder erforderlichen Zugriffsrechten,

Aber damit durch diese Einblicke wirklich ein Wandel geschieht, benötigen Unternehmen eine Reihe digitaler Prozesse, die alle Informationen in Echtzeit mit Personen, Geräten und Unternehmensnetzwerken verbinden. Durch diese Neugestaltung von Prozessen wird die geschäftliche Zusammenarbeit vereinfacht, denn mit raschen Entscheidungen können Mitarbeiter schneller mehr zum Unternehmenserfolg beitragen. Vor allem aber haben sie von überall sofortigen Zugriff auf wichtige Informationen und dank einer einfachen, personalisierten Benutzeroberfläche müssen sie keine promovierten Datenwissenschaftler sein.

Einige der weltweit führenden Unternehmen haben den Sprung geschafft. Andere stehen noch am Anfang. Und es gibt eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen, die noch am Rande zuschauen. Was immer bei Ihrem Unternehmen der Fall sein mag, es ist an der Zeit, Ihr Geschäftsmodell neu zu gestalten, um dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein und die Aufmerksamkeit Ihrer Kunden zu gewinnen.

Rob Enslin ist Vorstandsmitglied und President of Global Customer Operations der SAP SE.

Foto: Shutterstock

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