Zum „Game Changer“ werden

Feature | 11. Februar 2013 von Sebastian Nikoloff 0

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Die New Economy brachte neue Riesen hervor. Ebay und Amazon sind zwei Gewinner, die ihren Erfolg durch eine geniale Verknüpfung von neuer Technologie mit Bestehendem fanden. Nach nunmehr zehn Jahren könnte nun wieder eine goldene Zeit für Technologie anbrechen. Eine Renaissance für die IT?

„Heute stehen wir am Anbeginn dessen, was eine neue Zeit für die IT sein kann“, sagt Mark P. McDonald, Group Vice President beim Analystenhaus Gartner im Webinar zum Thema. Er hat mit dem Gartner Executive Program Survey über 2.000 CIOs befragt. Viele sehen vielfältige Veränderungen auf sich zukommen: mobile Anwendungen, neue Möglichkeiten im Bereich Business Analytics und Big Data, Social Media und die Cloud.

Hier das Ranking der priorisierten Technologien im Einzelnen:

  1. Analyse und Business Intelligence
  2. Mobile Technologien
  3. Cloud Computing
  4. Collaboration
  5. Modernisierung der Legacy-Anwendungen
  6. IT-Management
  7. CRM
  8. Virtualisierung
  9. Security
  10. ERP-Anwendungen

Jagen und sammeln statt CRM und ERP

Gartner-Analyst McDonald hat sich eingehend mit den Daten beschäftigt, und seine Analyse ist eindeutig: CIOs entscheiden – ob sie wollen oder nicht – in erheblichem Maße über den Erfolg von Unternehmen. Nicht, in dem sie das CRM bereitstellen und neue Systeme einführen. Das war einmal. Sondern indem sie „jagen und sammeln“, wie Mark McDonald von Gartner es gern ausdrückt.

McDonald meint damit die Suche nach neuen Geschäftsmodellen, nach Marktlücken, die sich durch digitale Veränderungen ergeben, nach Innovation durch das Zusammenbringen von Bestehendem und Technologie – ganz wie Amazon und Ebay es getan haben. Die zentrale Frage, die sich CIOs stellen müssen, ist nicht mehr „Wie kann ich helfen, dass wir effizient arbeiten?“, sondern: „Wie kann unser Unternehmen mit Technologie wachsen?“

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Welche Themen den CIO zum “Game Changer” machen

Das erfordert ein Umdenken – geradezu eine Neuinterpretation der Rolle des CIOs. Diese sind an sich gut vorbereitet: 65 Prozent wissen, dass die IT-Abteilung in der Form bis spätestens 2020 nicht mehr bestehen wird – ganze 40 Prozent erwarten dies sogar innerhalb der nächsten drei Jahre. Knapp die Hälfte der bereiten sich darauf vor, nicht mehr reine Service-Einheit zu sein, sondern direkt einen eigenen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.

CIO muss das Geschäft mit gestalten

Big Data und Analytics ist das Thema, dem die meisten CIOs Bedeutung beimessen, dicht gefolgt von Mobility sowie Cloud und Netzwerken zur Zusammenarbeit. Es sind mehrere neue Technologien, die zusammenkommen. Ihre Kombination, im Zusammenspiel und durch ihr gleichzeitiges Auftreten entfalten sie immense Kraft. Sie haben gemeinsam das Potenzial, für Unternehmen zum „Game Changer“ zu werden.

In einer Schlüsselposition sitzt dabei der CIO. Diese hochrelevanten Technologien werden nur durch ihn beherrsch- und nutzbar. Als Experte muss er nicht nur das Unternehmen vollständig überblicken, sondern auch das Ohr der Entscheider haben. Indem er beides zusammenbringt, wird er vom Service-Provider zum entscheidenden Strategen im Unternehmen: zum CIO der Zukunft. Das spiegelt sich ebenfalls in der Studie wider: Auf Platz eins der Prioritäten liegt für CIOs, das allgemeine Wachstum des Unternehmens zu fördern. Gleich danach kommt, die betriebswirtschaftliche Effizienz zu fördern und Kosten im Unternehmen zu senken.

CIO: Betriebswirtschaftliche Innovationen im Blick haben

Was muss ein CIO mitbringen, um Erfolg zu haben? „Er muss geschäftlich fit sein“, sagt Analyst McDonald. Wenn der Sinn fürs Geschäftliche und der Blick für betriebswirtschaftliche Innovation fehlt, kann er sein technologisches Expertenwissen nicht anbringen. „Und er muss kommunikationsstark sein“, ergänzt McDonald, „vermitteln und Chancen mit ihrem betriebswirtschaftlichen Aspekt klar aufzeigen können“.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die zehn Business-Prioritäten der CIOs

Wie entscheidend beide Eigenschaften sind, unterstreicht die Gartner-Studie deutlich: Sie ergab, dass lediglich 43 Prozent aller Unternehmen das Potenzial aus neuen Technologien nutzen. Da geht noch was – muss noch was gehen.

Hier das Ranking der Business-Prioritäten der CIOs in der Übersicht:

  1. Wachstum steigern
  2. Operative Ergebnisse sichern
  3. Kosten senken
  4. Neue Kunden gewinnen, bestehende halten
  5. IT-Anwendungen und Infrastruktur verbessern
  6. Neue Produkte und Services schaffen
  7. Effizienz verbessern
  8. Mitarbeiter motivieren
  9. Analysetools implementieren und Big Data
  10. Neue Märkte erschließen

Steht eine Renaissance der IT an? „Vermutlich waren Technologie und diejenigen, die sich in Unternehmen damit beschäftigen, seit zehn Jahren nicht mehr so entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens wie heute“, sagt Analyst McDonald und resümiert: „Renaissance ist zu kurz gegriffen. Die IT steht vor einer Phase, die für sie so entscheidend sein kann wie das Zeitalter der Aufklärung für die Menschheit.“ Wenn CIOs nun die Chance beim Schopfe packen, können sie prägend für die Strategie ihres Unternehmens werden.

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