Zwei auf eins bei Baerlocher

Feature | 9. Juni 2009 von Stephan Kienle, TDS AG 0

Baerlocher: Spezialist für Kunststoff-Zusätze (Foto: Baerlocher)

Baerlocher hat Produktionsstätten in der EU, den USA, Südamerika und Asien und ist in über 50 Ländern durch Vertriebsgesellschaften vertreten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an das SAP-System in Bezug auf die Sprachenvielfalt, insbesondere bei den Sicherheitsdatenblättern.

Diese hält der Spezialist für Kunststoff-Additive in seinem SAP-System in 25 Sprachen vor, darunter auch solche wie Griechisch oder Russisch, die nicht über den westeuropäischen Zeichensatz darstellbar sind.

Deshalb arbeitete Baerlocher bislang mit einem so genannten MDMP-System (Multi-Display Multi-Processing), das es ermöglichte, unterschiedliche Zeichensätze (Code Pages) in einem SAP-System abzubilden. „Da MDMP-Umgebungen nicht mehr von SAP ERP 6.0 unterstützt werden, blieb uns keine Wahl: Wir mussten parallel zum Releasewechsel eine Unicode-Migration durchführen“, beschreibt Maria Mayer-Schefe, Projektleiterin und SAP-Koordinatorin bei Baerlocher, die Ausgangssituation.

Durch die Umstellung auf SAP ERP 6.0 bei gleichzeitiger Uniode-Migration:

  • wurde die Sprachenvielfalt durch Unicode-Migration weiter gewährleistet,
  • gelang es, Ausfallzeiten zu minimieren,
  • konnten durch SAP Enhancement Packages neue Funktionen in bestehende SAP ERP-Systeme implementiert werden.

Auch sonst gibt es gute Gründe, diese beiden Schritte in einem Projekt zu kombinieren. Neben der Verringerung der durch die Migration verbundenen Ausfallzeiten in der Produktion fallen bei beiden Projekten ähnliche Herausforderungen an:

  • Sind alle Eigenentwicklungen Unicode-konform?
  • Welche SAP-Modifikationen und Schnittstellen müssen angepasst werden?

Diese Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden, sowohl beim Releasewechsel als auch bei der Unicode-Migration.

Als Dienstleistungspartner wählte Baerlocher die TDS AG

Entscheidend: Die richtige Vorbereitung

In der ersten Projektphase wurde mit dem Migrationssystem eine separate SAP-Umgebung aufgebaut. Damit blieben die drei existierenden Systemlandschaften – Entwicklungs-, Test- und Produktionssystem – von der Umstellung zunächst unberührt, wodurch die TDS-Berater im geschützten Bereich des Migrationssystems den kompletten Releasewechsel und die Unicode-Migration testen konnten.

Während dieser Phase nahmen die Berater in Zusammenarbeit mit den IT-Experten von Baerlocher auch die Anpassung der Schnittstellen vor.

Insbesondere die Unicode-Migration erforderte bei Baerlocher selbst umfangreiche Vorarbeiten. Denn für den Umstieg auf Unicode mussten alle im SAP-R/3-Software vorhandenen fremdsprachigen Texte, Textbausteine oder auch nur einzelne Wörter der jeweils richtigen Sprache zugewiesen werden.

Von der Migrationsumgebung bis zum Produktivsystem

Die nächste Phase des Releasewechsels: Das SAP-Upgrade und die Unicode-Migration wurden in der Migrationsumgebung vollzogen.

Nach der Umstellung des Entwicklungs- und anschließend des Testsystems war schließlich das Produktivsystem an der Reihe. Es musste an nur einem Wochenende umgestellt werden. Ein sportliches Ziel, denn insbesondere die Unicode-Migration ist mit einer langen Ausfallzeit verbunden. „Obwohl wir doch etwas ins Schwitzen kamen, hat die Umstellung gut funktioniert“, resümiert Mayer-Schefe

Die Zukunft: SAP Enhancement Packages

Für Unternehmen wie Baerlocher, welche bereits SAP ERP 6.0 eingeführt haben, gehören aufwändige und damit kostenintensive Releasewechsel der Vergangenheit an. Dafür sorgen die SAP Enhancement Packages (Erweiterungspakete für SAP ERP), mit deren Hilfe Anwender gezielt neue Funktionen in bestehende SAP-ERP-Anwendungen implementieren können.

Auch hier empfiehlt sich jedoch die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister, der als so genannter „Ramp-Up-Partner“ bereits mit den ersten Anwendern dieser Pakete zusammengearbeitet und Erfahrungen gesammelt hat.

Die Baerlocher Firmengruppe

…ist ein weltweit tätiger Anbieter von Kunststoff-Additiven. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Unterschleißheim bei München beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter. Darunter befinden sich 225 SAP-Anwender.

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