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SAP veröffentlicht Zwischenstand zu Südafrika-Untersuchungen

Pressemitteilung | 26. Oktober 2017 von SAP News 3

Die SAP SE hat eine freiwillige Meldung des Sachstandes in Südafrika an die zuständigen US-Behörden übermittelt. Zudem wurden Disziplinarverfahren gegen drei Mitarbeiter der südafrikanischen Tochtergesellschaft eingeleitet und in wesentlichen Punkten Prozesse im globalen Vertrieb verändert.

  • US-Behörden über Sachstand in Südafrika in Kenntnis gesetzt
  • Disziplinarverfahren gegen drei Mitarbeiter eingeleitet
  • Vertriebsprovisionen im öffentlichen Sektor in Hochrisikoländern wie Südafrika abgeschafft

SAP habe das US-Justizministerium (Department of Justice, DOJ) und die US-Börsenaufsicht (US Security and Exchange Commission, SEC) am 13. Juli 2017 freiwillig über die Situation in Kenntnis gesetzt, sagt Adaire Fox-Martin, Mitglied im SAP-Vorstand. Sie bestätigte, dass die Untersuchung durch DOJ und SEC andauere. SAP kooperiere umfassend mit beiden Institutionen.

„Als globales Unternehmen bekennen wir uns umfassend zu Integrität und Compliance. Die vergangenen drei Monate haben uns diese Notwendigkeit noch deutlicher vor Augen geführt“, sagt Fox-Martin, verantwortlich für das Geschäft in den Regionen Middle and Eastern Europe (MEE), Europe, the Middle East, and Africa (EMEA), und Greater China. „Die an unsere südafrikanische Gesellschaft herangetragenen Vorwürfe haben unsere Mitarbeiter, Kunden, Partner und die Öffentlichkeit in Südafrika stark verunsichert. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung.“

Disziplinarverfahren

Die Untersuchung hat bis dato keine Belege für Zahlungen an südafrikanische Regierungsvertreter sowie Mitarbeiter von Transnet und Eskom gefunden. Es gibt jedoch Hinweise auf mögliches Fehlverhalten im Umgang mit Drittanbietern aus dem Umfeld der Gupta-Familie. Im Einklang mit südafrikanischem Arbeitsrecht wurde daher ein formelles Disziplinarverfahren gegen drei Mitarbeiter eingeleitet, die seit Beginn der Untersuchung beurlaubt waren. SAP hat stets betont, dass das Unternehmen Fehlverhalten oder widerrechtliche Handlungen nicht toleriert. Der vierte Mitarbeiter war laut Untersuchung nicht maßgeblich mit Anbietern aus dem Gupta-Umfeld involviert und kann daher seine Tätigkeit wiederaufnehmen.

Veränderung in SAP-internen Prozessen

Der SAP-Vorstand hat mit sofortiger Wirkung beschlossen, in Ländern mit einem Korruptionsindex unter 50 (laut Liste von Transparency International) auf Vertriebsprovisionen im Öffentlichen Sektor zu verzichten. Südafrika erreicht auf dieser Skala einen Wert von 45. Darüber hinaus hat der SAP-Vorstand ab sofort und weltweit intensivere Kontrollen und Prüfungen (Due Diligences) bei der Zusammenarbeit mit externen Vertriebsmaklern und Wiederverkäufern (Value Added Resellers) veranlasst, darunter auch zusätzliche Audits.

Zudem vergrößert SAP das Compliance-Team der Landesgesellschaft SAP Africa. Das neue Personal mit Sitz in Südafrika berichtet an die globale Compliance-Organisation von SAP. Darüber hinaus stärkt SAP das Compliance-Komitee in der Region Afrika. Es wird sich unter anderem aus dem lokalen Management-Team, Mitgliedern der Compliance-Organisation und weiteren Funktionsbereichen zusammensetzen. Damit sorgt das Unternehmen für noch höhere Integrität und ordnungsgemäße Abläufe bei Geschäftsabschlüssen und stärkt die Compliance weiter.

Die Untersuchungen durch die internationale Anwaltskanzlei Baker McKenzie sind noch im Gang. Mit Rücksicht auf die Untersuchungen von DOJ und SEC kann SAP derzeit keine weiteren Angaben machen. Nach wie vor ist aber Ziel, umfassendere Untersuchungsergebnisse zu veröffentlichen.

„Der SAP-Vorstand nimmt die erhobenen Vorwürfe sehr ernst. Das betonen wir immer wieder“, sagt Fox-Martin. „Wir haben uns uneingeschränkt verpflichtet, diesen Prozess transparent, unter ethisch höchsten Standards und verantwortungsvoll zu Ende zu führen.“

Anhang (Status der Untersuchung von Baker McKenzie)

In der ersten Untersuchung von Baker McKenzie lag der Fokus auf Verträgen zwischen SAP und Transnet bzw. Eskom. Dieser Teil wird voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen. Als Ergebnis einer Datenanalyse unter 8,4 Millionen Dokumenten, hat Baker McKenzie in einem ersten Schritt 131.609 Dokumente geprüft, 52.985 Dokumente haben eine zweite Prüfung durchlaufen. SAP kann zudem vertragsgemäß Dritte auditieren, soweit diese in Verbindung mit Gupta stehen könnten. Diese Prüfungen stehen noch am Anfang.

Die Anwaltskanzlei hat von SAP den Auftrag erhalten, Geschäfte im öffentlichen Sektor in Südafrika rückwirkend bis 2010 zu prüfen. Diese Untersuchung läuft. Zwischen Dezember 2014 und November 2016 schloss SAP zwei Software-Verträge mit Transnet sowie zwei Verträge mit Eskom. Hierbei war jeweils eine Firma involviert, die nach heutiger Erkenntnis eine Geschäftsbeziehung zu den Guptas unterhalten hatte.

Im Rahmen dieser vier Verträge hat SAP Software mit einem Umsatzvolumen von rund ZAR 660 Mio. (ca. USD 48 Mio.) geliefert. Für diese Summe sind Kommissionen in Höhe von rund ZAR 94 Mio. (ca. USD 6,8 Mio.) an eine Firma geflossen, die nach heutiger Erkenntnis mit den Guptas in Verbindung stehen könnte. Die Höhe der Zahlungen an Dritte beliefen sich auf rund ZAR 107 Mio. (ca. USD 7,7 Mio.), denn vertraglich war eine zusätzliche Zahlung in Höhe der Mehrwertsteuer vereinbart, die auf die Kommission aufgeschlagen wurde.

Im Dezember 2016 und im Juni 2017 hat SAP zwei weitere Verträge zur Lieferung von Software und Services an Eskom abgeschlossen. Auch hier war Stand heute ein Gupta-nahes Unternehmen involviert. Diese beiden Verträge kamen allerdings nicht zum Tragen. SAP rechnet hier auch nicht mehr mit Umsätzen oder zu entrichtenden Kommissionen. Baker McKenzie steht weiter im ständigen Austausch mit dem DOJ und der SEC.

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