Fünf Vorteile zweistufiger ERP-Systeme

Die Übernahme neuer Unternehmen oder die Ausweitung von Geschäftsaktivitäten hat oft auch Auswirkungen auf die bestehende Technologielandschaft innerhalb eines Konzerns. Meistens versuchen wachsende Unternehmen, die neuen Tochtergesellschaften, Geschäftsbereiche und Regionen in eine allumfassende ERP-Lösung einzubinden. Doch ist dies wirklich der beste Weg, um neue betriebliche Abläufe zu integrieren und für schnellen Mehrwert zu sorgen?

„Oft wird für die Systeme der kleineren Tochtergesellschaften nicht derselbe Funktionsumfang benötigt wie für die Systeme im Hauptsitz des Unternehmens“, erklärt Thomas Kramer, Leiter des Bereichs für SAP-Business-ByDesign-Implementierungen beim SAP-Cloud-Partner B4B Solutions in Deutschland. Kramer ist der Meinung, dass das Funktionsspektrum und die Kosten für eine einstufige Systemlandschaft kleinere Tochtergesellschaften sogar überfordern können. In vielen Fällen wird ein einstufiges ERP-System für die Berichtkonsolidierung in der Firmenzentrale jedoch als unumgänglich und als einzige tragfähige Lösung angesehen.

Zweistufiger Ansatz beim ERP

Es gibt jedoch eine weitere Option: Eine cloudbasierte Alternative, die genau in diesen Szenarien Abhilfe schafft und für schnelle Wertschöpfung sorgt. Dieses zweistufige Konzept macht sich die Vorzüge einer kompakteren Cloud-ERP-Lösung zu Nutze.

Aber was genau ist ein zweistufiger Ansatz? Bei dieser Strategie werden zwei ERP-Lösungen simultan genutzt und miteinander integriert. Die leistungsstärkere, umfassende ERP-Lösung kann dabei auf Unternehmensebene (erste Stufe) eingesetzt werden, während die flexiblere und kostengünstigere Lösung auf der Ebene des Tochterunternehmens (zweite Stufe) zur Anwendung kommt.

Vorteile einer Cloud ERP

  • Schnelle Integration: Laut Tomas Fertig, CEO beim IT-Dienstleister Seidor in den Vereinigten Staaten, kann das Cloud-ERP-System doppelt so schnell implementiert werden wie eine einstufige Lösung mit demselben Funktionsumfang.
  • Flexible Anpassung und einfache Abläufe: Eine zweistufige Lösung kann individuell angepasst werden, sodass nur die Prozesse zum Einsatz kommen, die von den Benutzern tatsächlich benötigt werden – also genau die Kerndaten, Funktionen und Abläufe, die für ihre täglichen Arbeiten notwendig sind. Im Vergleich zu einer individuell eingerichteten Version der bestehenden ERP-Unternehmenslösung bietet diese vereinfachte ERP-Version mehr Flexibilität im selben Budgetrahmen.
  • Mehrwert: Ein zweistufiger Ansatz sorgt nicht nur für mehr Flexibilität, sondern lohnt sich auch aus finanzieller Sicht, wie Bob Atkinson, Geschäftsführer bei In Cloud Solutions für Großbritannien und Nordirland, erläutert: „Sie schaffen im selben Zeitrahmen zwei- bis dreimal soviel wie mit Ihrer bestehenden ERP-Lösung. Grund dafür sind die vorkonfigurierten Prozesse in der kompakten, cloudbasierten Lösung.“
  • Optimierte und kosteneffiziente Implementierung: Mit der zweistufigen Strategie lassen sich im Vergleich zum einstufigen Konzept oft Zeit und Kosten sparen. Tochtergesellschaften könnten bei der Einführung einer neuen Lösung die vom Hauptsitz definierten Lösungsvorlagen wiederverwenden, so Tankler Wang, Vice President im Bereich Service des IT-Unternehmens Acloudear in China. Damit kann der Schwerpunkt auf andere Arbeiten gelegt werden, etwa länderspezifische Lokalisierung.
  • Einfach und kostengünstig: Viele Tochtergesellschaften fühlen sich von einer einstufigen Unternehmenslösung überfordert und implementieren lieber ihre eigenen ERP-Systeme. Sie bevorzugen kostengünstigere Lösungen, die auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet sind. Dies führt jedoch in der Regel zu einem größerer Aufwand für Verwaltung, Aktualisierungen und Supportanfragen sowie den Erwerb und die Integration zusätzlicher Lösungen. Die Kosten dafür überschreiten oft das ursprünglich eingeplante Projektbudget.

Durch die Nutzung schlanker und überschaubarer Lösungen im zweistufigen Ansatz kann die Effizienz und Transparenz auf Ebene des Tochterunternehmens gesteigert werden. Das Cloud-ERP-System ist flexibel und skalierbar und lässt sich unter anderem auf spezifische Formulare sowie Steuerregelungen abstimmen. Es basiert auf der betriebsspezifischen Datenbank der einstufigen Unternehmenslösung (zum Beispiel zur Beschaffung und Verteilung des globalen Bestands).

Resümee: zweistufiges ERP-Modell

Bei der Einführung eines ERP-Modells ist ein gutes Preis-Leistungsverhältnis das A und O. Der Mehrwert bei einer zweistufigen Lösung ist im gleichen Budgetrahmen zwei- bis dreimal so hoch wie bei einem einstufigen Modell. Kunden erhalten so genau das, was sie benötigen – und sparen dabei noch Kosten.

Dieser Blogbeitrag wurde unter Mitwirkung von vier Mitgliedern von United VARs erstellt, die ihre Erfahrungen und ihr Expertenwissen geteilt haben: Bob Atkinson, Geschäftsführer, In Cloud Solutions, Mitglied von United VARs in Großbritannien und Nordirland; Tankler Wang, Vice President des Bereichs Service, Acloudear, Mitglied von United VARs in China; Tomas Fertig, CEO bei Seidor, Mitglied von United VARs in den Vereinigten Staaten; Thomas Kramer, Leiter des Bereichs SAP Business ByDesign Implementation, B4B Solutions, Mitglied von United VARs in Österreich und Deutschland. Die United VARs, eine Vereinigung von mehr als 50 SAP-Lösungsanbietern, ist auf Projekte und zweistufige Systemstrategien auf der ganzen Welt spezialisiert.

Dieser Artikel wurde ursprünglich im ERP Solutions Review veröffentlicht und wurde mit Genehmigung abgedruckt. United VARs ist ein Platinum-Partner von SAP.