Women in Tech@SAP

Mehr Frauen in Tech-Berufen – weil wir alle davon profitieren

Die globale Initiative „Women In Tech@SAP“ will Frauen in der Tech-Branche vernetzen, fördern und sichtbarer machen. Das Women In Tech-Team bei SAP leitet seit 2020 Christine Regitz, Chief Product Expert und SAP-Aufsichtsrätin. Wir haben sie zum Thema interviewt.

Christine Regitz, das Thema Women in Tech ist bei SAP mit Ihnen als Aufsichtsrätin prominent besetzt. Warum ist die Initiative für das Unternehmen so wichtig?

Christine Regitz: Weil wir alle davon profitieren. Da sind zunächst die Frauen selbst. Ein Job in der Tech-Branche ist spannend und extrem inspirierend. Und er ist gut bezahlt – was für maximale Freiheit sorgt und Selbstbestimmung erleichtert. Außerdem können Frauen hier ganz viele Bereiche als Expertinnen mitgestalten – nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch.

Und davon profitiert auch SAP. Denn Innovation entsteht durch Vielfalt. Gemischte, diverse Teams sorgen für die besten Ideen und Lösungen, weil sie Probleme von unterschiedlichen Seiten betrachten. So bringen Frauen zusätzliche Use Cases mit. Sie wollen fast immer auch die Auswirkungen einer Innovation verstehen, wollen wissen, wem sie genau nützt und warum.

Und gerade wenn es um die große Fragen unserer Zeit wie Klimawandel, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung geht – die ja alle auch die Tech-Branche betreffen – ist dieser weibliche Blick eminent wichtig. Und das bedeutet, dass von mehr Frauen in technischen Berufen wir alle profitieren, die Gesellschaft als Ganzes.

Frauen in der Tech-Branche vernetzen

Bis zum Jahr 2030 soll die Hälfte der SAP-Belegschaft weiblich sein. Aktuell ist man von diesem Ziel noch ein Stück entfernt. Was sind die größten Hindernisse auf dem Weg dorthin?

Christine Regitz: Viele Frauen haben immer noch unklare und zum Teil falsche Bilder von den Jobs in unserer Branche vor Augen. Die Vorstellung, bei SAP würde 90 Prozent der Belegschaft von morgens bis abends programmieren, ist immer noch weit verbreitet – und die damit verbundene Befürchtung, bei uns käme es fast ausschließlich auf technische Fähigkeiten an.

Was mit der Realität wenig zu tun hat…

Christine Regitz: Genau. In der Realität arbeiten bei uns eben auch Patentanwältinnen, Controllerinnen, Kundenberaterinnen – um nur drei Jobprofile zu nennen. Und natürlich sind Team- und Kommunikationsfähigkeit wie in anderen Branchen wichtiger denn je. Außerdem haben längst nicht alle Frauen, die bei uns Erfolg haben, schon mit 14 von einem Tech-Job geträumt. Viele sind Quereinsteigerinnen, starten bei uns eine zweite Karriere. Dabei profitieren dann beide Seiten von jenem Prozesswissen, das sie in ihrem bisherigen Berufsleben erworben haben.

Mit welchen Mitteln stellt sich die Women in Tech-Initiative den beschriebenen Vorurteilen entgegen? Wie konkret stärken sie Frauen, wie motivieren Sie sie, in die Tech-Branche einzusteigen?

Christine Regitz: Es geht uns vor allem um die Professionalisierung von Frauen in der Technologiebranche. Expertinnen in ihrem Gebiet sind sie ja schon, aber wir helfen ihnen dabei, dieses Expertentum erfolgreich mit anderen zu teilen, zum Beispiel indem sie inspirierende Präsentationen und Vorträge halten. Hilfreich für diese Professionalisierung ist sicher auch die SAP-interne Vorgabe, dass mindestens 30 Prozent der Sprechenden auf Veranstaltungen Frauen sein müssen.

Aber wir vermitteln unsere Expertinnen auch auf die Bühnen externer Veranstaltungen. Damit werden sie zu Role Models, zu Vorbildern für andere und wir können sichtbar machen, was für tolle Frauen ganz unterschiedlicher Expertise wir bei SAP haben – und wie großartig diese Branche ist.

Gemeinsam mit dem Online-Magazin FemaleOneZero hat Women in Tech eine LinkedIn-Eventreihe ins Leben gerufen (siehe unten). Worum geht es thematisch in der ersten Folge am 26.5.?

Christine Regitz: Das erste Event dieser globalen, englischsprachigen Reihe konzentriert sich auf die #MENA Region – also auf den vorderen Orient und Nordafrika – und auf die Frage, warum Frauen in einigen dieser Länder deutlich häufiger MINT-Fächer studieren als bei uns.

Wir möchten so im globalen Maßstab voneinander lernen und uns noch besser kennenlernen.

Wie lautet Ihre Vision für die Zukunft? Wann würden Sie – abgesehen von Prozentzahlen – sagen: Ja, wir haben unser Ziel erreicht?

Christine Regitz: Schön wäre, wenn Frauen in der Tech-Branche irgendwann nichts besonders Erwähnenswertes mehr wären, sondern schlicht Normalität. Und wenn wir deshalb Women in Tech gar nicht mehr bräuchten. Will sagen, im Grunde arbeitet unsere Initiative daran, sich selbst überflüssig zu machen.

The Global Perspective: The Rise of Women in Tech Fireside Chat

(Digitales Kamingespräch – via LinkedIn)

26. Mai 2021, 18:00 – 19:30 CET

Gemeinsam mit dem Online-Magazin FemaleOneZero hat Women in Tech diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. In der ersten Folge geht es um den Nahen Osten und Nordafrika und um die Frage, warum in einigen Ländern der Region Frauen deutlich häufiger MINT-Fächer studieren als bei uns.

Interessiert? Hier können Sie sich zum Event anmelden!