Wie die Privatwirtschaft Sozialunternehmen unterstützt

Ob die Förderung von Frauen in  Kasachstan oder des Unternehmertums in Südafrika – soziale Organisationen profitieren von der Unterstützung durch die Privatwirtschaft. Im SAP-Social-Sabbatical-Programm engagieren sich SAP-Mitarbeiter für andere.

Gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen erwirtschaften durchschnittlich 4,5 Prozent des BIP ihres Landes und beschäftigen 10 Prozent oder mehr aller Arbeitnehmer. Diese Unternehmen treiben positive Veränderungen voran, indem sie sich um besonders benachteiligte Menschen und Gruppierungen kümmern. Sie springen dort ein, wo der öffentliche oder private Sektor nicht tätig sein kann, und erbringen wichtige Dienstleistungen, die die soziale und wirtschaftliche Entwicklung fördern und entscheidend für die Umsetzung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (UN-Nachhaltigkeitsziele) bis 2030 sind.

In der Regel haben sie jedoch mit großen geschäftlichen Herausforderungen zu kämpfen und benötigen Unterstützung in Bereichen wie strategische Planung, Entwicklung von Geschäftsprozessen und Ausbau ihres Netzwerks. An diesem Punkt setzen Initiativen wie das SAP-Social-Sabbatical-Programm an. SAP Social Sabbatical ist ein Portfolio weltweiter Programme für ehrenamtliche Beratertätigkeit, in deren Rahmen SAP-Mitarbeitende gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen auf der ganzen Welt mit ihrem Fachwissen, ihren Kenntnissen und ihrem Know-how unterstützen. In den vergangenen zehn Jahren haben SAP-Mitarbeitende über 359.000 Stunden Freiwilligenarbeit für mehr als 450 gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen in 52 Ländern geleistet.

Hemang Desai ist Global Program Director für das Portfolio SAP Social Sabbatical im SAP-CSR-Team (SAP Corporate Social Responsibility). Er ist überzeugt, dass gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen enorm vom Know-how und von der Erfahrung der Privatwirtschaft profitieren können, die bereits Lösungen für ähnliche Probleme entwickelt hat. „Durch die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor können sich diese Organisationen die erforderlichen Kenntnisse aneignen, um Geschäftsstrategien zu entwickeln, ihre Abläufe effizienter zu gestalten und ihre Unternehmensführung zu verbessern. Privatunternehmen wiederum haben so die Möglichkeit, sinnvolle, nachhaltige Veränderungen zu bewirken, indem sie die Organisationen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen unterstützen.“

Organisationen langfristig begleiten mit dem SAP-Social-Sabbatical-Programm

SAP hat vor Kurzem die im Rahmen der SAP-Social-Sabbatical-Programme begleiteten Organisationen zu den langfristigen Auswirkungen der Beratung durch SAP-Mitarbeitende befragt. Fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer gab an, dass sie vor allem von der Hilfestellung bei der Strategieentwicklung und Planung profitieren.

Während des Programms 2017 haben SAP-Mitarbeitende beispielsweise die Kazakhstan Foundation for Cultural, Social, and Educational Development (KFCSED) dabei unterstützt, eine auf fünf Jahre ausgelegte Mission, Vision und Strategie für die Organisation zu entwickeln und Informationskampagnen für die Empfänger der Hilfen durchzuführen. Die KFCSED, die sich die Förderung von Frauen auf die Fahnen geschrieben hat, konnte so Umfang und Kapazität ihrer Projekte erweitern und fünf Mal mehr Menschen Hilfe zukommen lassen.

Mariya Asinskaya, ehemalige Projektleiterin bei der KFCSED, berichtet: „Privatunternehmen können gemeinnützige Organisationen mit ihrem umfassenden Know-how unterstützen. Ihre Professionalität und ihre Tools sind genau das, was wir brauchen. Sie lassen sich fast ausnahmslos auch für die Abläufe in gemeinnützigen Organisationen einsetzen.“

Aufbau von wichtigen Kenntnissen für zukünftige Projekte

Über 75 Prozent der gemeinnützigen Organisationen und Sozialunternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, konnten durch die Hilfestellung von Unternehmen ihren Mitarbeitenden neue Kenntnisse vermitteln. Die SA Teen Entrepreneur Foundation beispielsweise fördert den Unternehmergeist von Jugendlichen und hat 2014 am SAP-Social-Sabbatical-Programm teilgenommen. Im Rahmen des Projekts konnten sich die Mitarbeitenden wichtige Kenntnisse in den Bereichen Stakeholder-Management, Marketing und Zusammenarbeit mit externen Partnern aneignen.

Sie lernten unter anderem, wie sie am besten Kontakte zu anderen Unternehmen knüpfen. Dadurch haben sich der Organisation neue Möglichkeiten eröffnet. „Wir werden der SAP für die Unterstützung unserer Organisation ewig dankbar sein“, so Lydia Zingoni, Gründerin und Leiterin der Stiftung. „Vor Kurzem haben wir eine Online-Version unseres Unternehmerprogramms bereitgestellt und weiten das Programm nicht nur in Südafrika, sondern auf globaler Ebene aus.“

Bessere Unterstützung von Zielgruppen mit geeigneten Tools

85 Prozent der Partner im sozialen Sektor gaben an, dass sie mit verbesserten Programmen und Dienstleistungen, optimierten Systemen und erweiterten internen Kapazitäten ihre Zielgruppen besser unterstützen können. Diese Erfahrung machte auch die Early Learning Initiative (ELI) des National College of Ireland. Das Ziel der Initiative ist, das Bildungsniveau benachteiligter Gesellschaftsgruppen zu verbessern.

Vor der Teilnahme am SAP-Social-Sabbatical-Programm im Jahr 2015 konnte die Organisation andere Gemeinden nur unzureichend beim Aufbau und der Umsetzung ihres Programms ParentChild+ unterstützen. Zu diesem Zeitpunkt wurden nur 15 Familien gefördert. Zunächst ermittelte man die Ursachen für Engpässe bei Prozessen und behob diese. Dank der Vorschläge der Freiwilligen von SAP und den Tools für eine bessere Steuerung ihrer Abläufe konnte die ELI das Programm ausweiten. Heute wird ParentChild+ von elf Organisationen durchgeführt und hilft jedes Jahr knapp 400 Kindern.

„Für viele Unternehmen beschränkten sich Partnerschaften mit Nichtregierungsorganisationen und Sozialunternehmern ausschließlich auf Finanzhilfen. Ihnen war nicht klar, vor welchen Herausforderungen ihre Partner stehen und dass ihr Know-how eigentlich die Lösung des Problems ist“, resümiert Hemang Desai. „Indem sie zusammenarbeiten, können Unternehmen und Organisationen im sozialen Sektor wirklich etwas bewirken und die Welt verbessern.“

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von SAP Social Sabbatical in diesem Jahr wurden neue Programme aufgelegt, die Mitarbeitenden erneut die Möglichkeit bieten, Hand in Hand mit Sozialunternehmen und gemeinnützigen Organisationen auf der ganzen Welt positive Veränderungen anzustoßen. Weitere Informationen über das Programm und Erfolgsberichte finden Sie unter sap.com/socialsabbatical.


Photo: Caroline  Lewis, SAP