SAP baut Partnerschaften im Bereich physische KI aus und stellt den Erfolg neuer Robotiklösungen unter Beweis

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Neue Kooperationen mit führenden Robotikherstellern und Unternehmenspartnern treiben autonome Abläufe in der Fertigung, Logistik und im Außendienst voran.

Fortschritte bei KI-Agenten, Daten und Plattformfähigkeiten versehen Entwickler mit den Werkzeugen, um die Geschäftstransformation voranzutreiben.

Die ersten Ergebnisse von Proof-of-Concept-Anwendungen im Rahmen der Robotik-Initiative „Embodied AI“ von SAP sind vielversprechend: bis zu 50 Prozent weniger ungeplante Ausfallzeiten, bis zu 25 Prozent höhere Produktivität und ein deutlicher Rückgang der Bedienfehler bei der Fertigung, Lagerautomatisierung und Qualitätsprüfung.

Diese Ergebnisse sind einer der Gründe, warum die SAP wie auf der SAP TechEd 2025 angekündigt ihr Ökosystem für Embodied-AI-Lösungen durch Partnerschaften mit führenden Robotikherstellern und Robotics-Enablement-Partnern erweitert hat. Nachdem das Unternehmen erst kürzlich seine Zusammenarbeit mit NEURA Robotics und NVIDIA bekannt gegeben hat, ist dies ein weiterer Schritt, um die zukünftige Entwicklung im Bereich physische KI voranzubringen.

Im Rahmen der Initiative „Embodied AI“ sollen die Vorteile von SAP Business AI auch in physischen Abläufen zum Tragen kommen. Hierzu werden Roboter mit kognitiven Fähigkeiten ausgestattet, sodass sie komplexe Aufgaben eigenständig ausführen und dabei den allgemeinen Geschäftskontext verstehen können, in dem sie agieren. Dadurch sind Unternehmen in der Lage, sich schneller an neue Betriebsumgebungen anzupassen.

Durch ihre jahrzehntelange Erfahrung mit Geschäftsanwendungen, die umfassend in die zentralen Prozesse moderner Unternehmen integriert sind, ist die SAP bestens aufgestellt, diese Innovationen zu entwickeln und bereitzustellen. Wie kein anderes Unternehmen kann die SAP deshalb Kunden dabei unterstützen, Robotik nahtlos in ihre Geschäftsfunktionen zu integrieren.
Aus den neuen Partnerschaften der SAP im Bereich Robotik sind unter anderem neue Proof-of-Concept-Anwendungen für Embodied AI hervorgegangen, die den geschäftlichen Nutzen und den Return on Investment des Lösungsansatzes der SAP unter Beweis stellen.

Zukunftsweisende Experimente zeigen messbare Produktivitätssteigerungen 


BITZER, ein führender Anbieter von Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnologie, hat es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit SAP und NEURA Robotics die Lagerlogistik zu revolutionieren. In Rahmen eines Pilotprojekts wurde vor Kurzem ein Proof of Concept erstellt, bei dem das Lager von BITZER als Versuchsgelände für einen der modernsten humanoiden Roboter Europas diente: 4NE1 stellte unter Beweis, dass er Kommissionieraufgaben eigenständig und in Echtzeit ausführen kann.

Schauen Sie das Video: SAP x Neura x Bitzer

Die Aufgaben werden von Embodied-AI-Agenten ausgewählt. Dabei wird auch die SAP-Geschäftslogik aus SAP S/4HANA für Extended Warehouse Management (EWM) über die SAP Business Technology Platform in den Prozess integriert. Vor dem Einsatz im Lager wurde 4NE1 virtuell mit der Software NVIDIA Isaac Sim trainiert, um sicherzustellen, dass der Roboter umfassend für den Einsatz in einer realen Umgebung vorbereitet ist.

Durch Integration von Embodied AI in seine Lagerprozesse konnte BITZER eine Auslastung rund um die Uhr und eine hohe Reaktionsschnelligkeit erzielen. Die Technologie kann das menschliche Know-how ergänzen, indem sie bei Bedarfsschwankungen und in Stoßzeiten unterstützend eingreift. Sie bietet außerdem flexible und skalierbare Unterstützung im regulären Schichtbetrieb. Dadurch werden agile und effiziente Abläufe auch bei unterschiedlichen Arbeitslasten sichergestellt. Dank einer zentralen Datenquelle können Aufträge nahezu in Echtzeit erweitert oder storniert werden, da Roboter Änderungen sofort umsetzen. Das hat kürzere Reaktionszeiten zur Folge und ermöglicht es BITZER, ein hohes Serviceniveau zu gewährleisten und zugleich die Ressourcennutzung zu optimieren.

„Wir sind hocherfreut, uns der Embodied-AI-Initiative mit SAP und NEURA anzuschließen“, erklärte Christian Stenzel, Vice President Corporate Organisation and IT bei BITZER. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir durch diese Zusammenarbeit unsere Abläufe effizienter gestalten und Innovationen in unseren Prozessen vorantreiben können.“

Christian Stenzel, Vice President Corporate Organisation and IT bei BITZER

Transformation der Lagerprozesse von Sartorius

Stellen Sie sich ein Lager vor, in dem intelligente Maschinen und Menschen zusammenarbeiten. Der erste Proof of Concept für Embodied AI bei Sartorius ist ein Meilenstein auf dem Weg zu neuartigen Logistikprozessen und zeigt, dass dies keine bloße Zukunftsvision ist.

„Wie bei vielen anderen Unternehmen stand auch bei uns bisher die fest installierte Automatisierung im Vordergrund. Dabei übernehmen spezielle Systeme nur eine einzige Aufgabe. Unser Schwerpunkt liegt nun auf einer intelligenten, wesentlich dynamischeren Automatisierung, mit der wir die Herausforderungen eines schnelllebigen Umfelds bewältigen können.“

Steffen Dietz, Manager of Business Process Management in Operations and Supply Chain, Sartorius


Der Proof of Concept, der ebenfalls im Rahmen der Partnerschaft mit SAP und NEURA Robotics erstellt wurde, zeigt, wie Roboter mit kognitiven Fähigkeiten Handarbeitsplätze in einer modernen Lagerumgebung unterstützen können. Der humanoide Roboter 4NE1 wurde hierfür im Lab von NEURA Robotics mit Produkten von Sartorius trainiert. Die Lösung baut auf einer Migration auf SAP S/4HANA und der Einführung von Extended Warehouse Management (EWM) im Mai auf, mit der die Grundlage für die Nutzung der neuesten Funktionen von SAP geschaffen wurde.

Mit der Lösung profitiert Sartorius nun von mehr Effizienz und stabileren betrieblichen Abläufen. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit SAP und NEURA dieses neue Zeitalter einzuläuten“, führte Steffen Dietz weiter aus.

Optimierung der Automobilproduktion bei Martur Fompak

Martur Fompak, ein weltweit führender Anbieter von Sitzsystemen für die Automobilindustrie, hat gemeinsam mit dem Roboterhersteller Humanoid und SAP untersucht, wie sich durch den Einsatz von humanoiden Robotern Arbeitsabläufe im Außendienst transformieren lassen.

Schauen Sie das Video: Martur Fompak x Humanoid

Humanoid entwickelt Roboter, mit denen kostengünstige Lösungen für die industrielle Automatisierung und Lagerprozesse zur Verfügung stehen. Modulare Designs ermöglichen dabei die Konfiguration für Logistikabläufe, die Anlagenüberwachung und skalierbare Anwendungen für den Außendienst.

In einem gemeinsamen Team testen die drei Unternehmen, wie kognitive Robotik das Kommissionieren und Verpacken in den 30 Werken von Martur Fompak unterstützen kann, die auf verschiedene Länder und Kontinente verteilt sind.

In einer ersten Erkundungsphase werden modulare Roboter von Humanoid mit SAP-Lösungen vernetzt. Sie führen dann Arbeitsabläufe wie das Abrufen von Komponenten, das Bestücken von Trays und das exakte Platzieren in Produktionsbehältern aus. Die Embodied-AI-Agenten von SAP stellen relevante Kontextinformationen zu den Fertigungsaufträgen und Komponentenvarianten bereit.

„Mit der KI-Plattform von SAP werden unsere Roboter mit der nötigen Intelligenz ausgestattet, um sich an die Anforderungen von Unternehmen anzupassen. Sie lassen sich außerdem skalieren, was eine flexible Automatisierung ermöglicht“

Artem Sokolov, Gründer und CEO von Humanoid

Erste Testläufe stellen den Nutzen unter Beweis: Sich wiederholende und ergonomisch anspruchsvolle Aufgaben wie das Auspacken von Teilen, das Bestücken und Transportieren von Trays oder das Unterstützen von Kitting-Prozessen können automatisiert werden. Diese Experimente sind der Ausgangspunkt für eine groß angelegte Transformation, bei der humanoide Roboter fester Bestandteil SAP-gesteuerter Fertigungsumgebungen und Logistikprozesse bilden.

Unternehmenspartner im Bereich Robotik

Die SAP möchte auf diesen Erfolgen aufbauen und hat deshalb weitere Partnerschaften mit folgenden Unternehmen angekündigt:

AgiBot

AgiBot entwickelt vielseitig einsetzbare Roboterprodukte mit Embodied AI und ein Anwendungs-Ökosystem. Das umfassende Produktportfolio des Robotikherstellers ist für den Einsatz in allen wichtigen Anwendungsszenarien geeignet.

„Unsere Partnerschaft mit SAP eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die industrielle Automatisierung, indem humanoide Funktionen mit Enterprise-Intelligence-Funktionen verknüpft werden, die auch den Geschäftskontext verstehen“, erläuterte Peng Zhihui, Gründer und CEO von AgiBot.
 
Sehen Sie hier das Video zu AgiBot
 
ANYbotics

ANYbotics stellt eine umfassende Lösung für autonome Inspektionen bereit, die autonome Robotik mit Inspektionsdaten kombiniert. „Durch die Integration dieses kontinuierlichen Datenflusses aus Inspektionen in Anwendungen von SAP sind nicht nur autonome, sondern wirklich intelligente Abläufe möglich. Dadurch lassen sich Probleme vorhersagen, verstehen und vermeiden, bevor sie sich auf die Produktion auswirken“, so Dr. Péter Fankhauser, CEO und Mitgründer von ANYbotics.
 
Video zur Sichtprüfung von Anlagen mit ANYbotics
 
Booster Robotics

Booster Robotics hat mit dem T1 einen humanoiden Roboter für Lagerabläufe und die Instandhaltung im Außendienst entwickelt: „Unsere humanoiden Plattformen schaffen mit den intelligenten Technologien von SAP eine Grundlage für die adaptive Automatisierung, die Geschäftsprozesse und den operativen Kontext versteht“, erklärte Cheng Hao, CEO von Booster Robotics.

Schauen Sie das Video: Booster x SAP EWM
 
Galbot

Galbot hat vollständig autonome humanoide Roboter entwickelt, die vielseitig unter anderem in der Industrie, Logistik, im Einzelhandel und Gesundheitswesen eingesetzt werden können. Der Galbot G1 verwendet proprietäre VLA-Modelle (Vision Language Action), um komplexe Aufgaben wie das präzise Sortieren von Teilen, das Handling von Industriebehältern und durchgängige Prozesse in Apotheken eigenständig auszuführen. Mithilfe dieser VLA-Modelle können sich die Roboter von Galbot schnell an dynamische Umgebungen anpassen und so eine hohe Präzision und Effizienz auch unter schwierigen Bedingungen gewährleisten.

„Unsere Zusammenarbeit mit SAP ist ein wichtiger Meilenstein. Wir transformieren die Art und Weise, wie Roboter Unternehmensumgebungen verstehen und in diesen agieren“, erklärte He Wang, Gründer und CEO von Galbot. „Indem unsere Roboter den Geschäftskontext erkennen können, ermöglichen wir eine Automatisierung, die sich nahtlos und in Echtzeit an veränderte betriebliche Prioritäten anpassen kann.“
 
Schauen Sie das Video : Galbot x SAP EWM

Humanoid

Humanoid bietet zuverlässige HMND 01-Humanoid-Roboter an, die kosteneffiziente Lösungen für industrielle Automatisierung und Lagerwesen bieten. Mit modularen Designs ermöglichen sie Konfigurationen für Logistikoperationen, Vermögensüberwachung und skalierbare Anwendungen im Außendienst.

„Die KI-Plattform von SAP verleiht unseren Robotern die Intelligenz, sich an die Bedürfnisse von Unternehmen anzupassen und zu skalieren, was flexible Automatisierung schafft“, sagte Artem Sokolov, Gründer und CEO von Humanoid.

Unitree Robotics

Unitree Robotics stellt den hochmodernen, vierbeinigen Roboter QUADRUPED Go2 für die Navigation im Lager und die Anlageninspektion bereit. Das Unternehmen hat außerdem den humanoiden Roboter G1 entwickelt, der aufgrund seiner großen Beweglichkeit und Gelenkigkeit für Logistikprozesse geeignet ist, während die industriellen B2-Modelle für die Instandhaltung in Außenanlagen eingesetzt werden können.

„Embodied-AI-Agenten von SAP werden autonome Abläufe im Unternehmen revolutionieren – von der Lagerverwaltung bis hin zur vorausschauenden Instandhaltung von Anlagen“, erklärte Wang Xingxing, CEO und Gründer von Unitree Robotics.
 
Video zu Unitree Robotics

Partner im Bereich Robotics Enablement

Die SAP arbeitet außerdem mit folgenden Partnern im Bereich Robotics Enablement zusammen. Ziel dieser Partnerschaften ist es, humanoide und mobile Roboter miteinander zu vernetzen, die Intralogistik zu optimieren, Inspektionen zu vereinfachen und physische Anlagen zu koordinieren, die SAP Business AI und Automatisierungstechnologien nutzen:
 
Capgemini

Capgemini untersucht, welcher Nutzen sich aus dem Zusammenspiel moderner Technologien wie Agentic-AI- und Multi-Agenten-Systemen, humanoider Robotik, Reinforcement Learning, Spatial Computing, Echtzeit-3D-Umgebungen und dialogbasierter KI ziehen lässt. Gemeinsam erforschen Capgemini und SAP, wie Unternehmen durch den Einsatz physischer KI Wettbewerbsvorteile erzielen können.
 
Cyberwave 

Cyberwave verbindet SAP-Systeme über seine Physical-AI-Plattform, die Roboter, Sensoren und digitale Zwillinge in Arbeitsabläufe von Unternehmen integriert, mit der physischen Welt.

„In Zusammenarbeit mit SAP nutzt Cyberwave Unternehmensdaten als Grundlage für koordinierte physische Bewegungen und schafft durch den Einsatz von physischer KI eine Verbindung zwischen digitaler Intelligenz und Abläufen in realen Umgebungen“, führte Cyberware-Gründer Simone Di Somma aus.
 
HCLTech

HCLTech ist auf Automatisierungslösungen spezialsiert und stellt die Plattform AI Force sowie Funktionen für die Integration in SAP-Systeme bereit. In Zusammenarbeit mit SAP will das Unternehmen im AI & Cloud Native Lab die Entwicklung von Robotiklösungen beschleunigen, die auf generativer KI basieren.

„Unsere Zusammenarbeit mit SAP ermöglicht eine nahtlose Integration kognitiver Robotik in Unternehmenssysteme, die Geschäftsabläufe durch Automatisierung transformieren“, erläuterte Vijay Guntur, CTO und Ecosystems Head von HCLTech.
 
KINEXON

KINEXON integriert physische KI in die laufende Steuerung von Materialflüssen und hilft Kunden, den Betrieb gemischter Flotten mit einer herstellerunabhängigen Orchestrierungsplattform für autonome mobile Roboter (AMRs), fahrerlose Transportfahrzeuge (AGVs) und manuelle Fahrzeuge auszuweiten. „Durch unsere Zusammenarbeit mit SAP können wir geschäftsprozessorientiertes Agentic Reasoning in die Planung und Durchführung von Materialbewegungen integrieren und so die Auslastung und den Durchsatz maximieren“, so. Dr. Alexander Hüttenbrink, Co-CEO von KINEXON Industries.
 
Lighthouse

Lighthouse entwickelt digitale Lösungen, mit denen Unternehmen komplexe geschäftliche Herausforderungen bewältigen können, und bringt dabei sein Know-how zu SAP Asset Management, SAP Business AI und der SAP Business Technology Platform ein.

„Embodied AI birgt ein sehr großes Potenzial für Anwendungsfälle wie Anlageninspektion und Begehung, Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie Qualitätsprüfung und kann resilientere, flexiblere Abläufe ermöglichen. Wir sehen bereits jetzt einen großen Bedarf bei Kunden, beispielsweise in gefährlichen Umgebungen wie Offshore-Plattformen in der Öl- und Gasindustrie, in der Versorgungsindustrie und im Transportwesen“, sagte Urs Gehrig, Managing Director Business Development bei Lighthouse.

SinoSwissHub

Sino Swiss Hub bringt eine in SAP integrierte Orchestrierungsplattform für Multi-Roboter-Flotten auf den Markt, die regionalen Vorschriften entspricht und insbesondere auf die Unterstützung von Humanoiden ausgerichtet ist.

„Wir vernetzen Roboter nicht nur mit einem SAP-System, sondern ermöglichen in Zusammenarbeit mit SAP völlig neue Prozesse auf der Grundlage von physischen Echtzeitdaten und den Aufbau anpassungsfähiger, resiliente Wertschöpfungsketten“, erklärte Yuki Long, Gründer und CEO von Sino Swiss Hub und Aimbo Robotics.
 
Mit diesen strategischen Partnerschaften bleibt die SAP Vorreiter bei der Weiterentwicklung von herkömmlichen robotergestützten Werkzeugen zu Robotiklösungen, die autonome Abläufe ermöglichen und dabei umfassenden Geschäftskontext nutzen.

Um zu erfahren, wie Technologien von SAP Proofs of Concept in Bereich Robotik ermöglichen, informieren Sie sich über die Referenzarchitektur im SAP Architecture Center und registrieren Sie sich hier, um sich über die Initiative „Embodied AI“ von SAP auf dem Laufenden zu halten oder aktiv daran mitzuwirken.


Dr. Łukasz Ostrowski ist Leiter von Embodied AI & Robotics

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