Seit Jahrzehnten finden sich die Geräte der BSH Hausgeräte GmbH, zu deren Portfolio Marken wie Bosch, Siemens und Gaggenau gehören, in Küchen auf der ganzen Welt. Derzeit tüftelt das Unternehmen allerdings an einem ganz besonderen Rezept – nicht für ein Gericht, sondern für seine Prozesse im Finanzbereich. In Zusammenarbeit mit SAP setzt die BSH bei ihrer IT-Landschaft ganz auf die Cloud, um manuelle Aufgaben für Mitarbeitende zu reduzieren und bei der Entscheidungsfindung auf wertvolle Informationen zurückgreifen zu können.
Heiko Schletz, Head of Governance, Methods and Systems bei BSH, erläutert, wie das Unternehmen sein Finanzwesen umgestaltet und warum der Umstieg in die Cloud ein entscheidender Faktor ist, um in der von KI geprägten Welt von morgen erfolgreich zu sein.
Technologie muss zur Vision passen
Die BSH ist in mehr als 50 Ländern vertreten und produziert Haushaltsgeräte in 39 Fabriken weltweit. Das Team von Schletz betreut das Konzerncontrolling und sorgt dafür, dass Finanzdaten aus Kernsystemen wie ERP auf Konzernebene verfügbar sind. Sein Team steuert, wie Finanzdaten in allen Geschäftseinheiten weltweit strukturiert und integriert werden und stellt sicher, dass diese Daten effektiv für die unternehmensweite Berichterstattung und die Entscheidungsfindung herangezogen werden können.
Die BSH ist derzeit damit beschäftigt, Buchhaltung und Controlling in einem integrierten Prozess zusammenzubringen, unterstützt von Echtzeitdaten und -analysen. Bei dieser Umgestaltung steht ein Grundsatz im Vordergrund: Die Technologie muss zur Vision passen, nicht umgekehrt. Im Rahmen dieser Transformation befasst sich die BSH auch mit neuen Technologien, um ihre Ziele umzusetzen und so Veränderungen voranzutreiben.
Um beispielsweise die Berichterstattung zu vereinfachen, testet die BSH derzeit SAP Datasphere, die SAP-Datenmanagementplattform der nächsten Generation. Mithilfe dieser Lösung können Nutzende sämtliche SAP-Daten vereinheitlichen und steuern und eine nahtlose Verknüpfung zu externen Daten herstellen.
Im Kontext eines aktuellen Anwendungsfalls wurden Bilanzen verknüpft, sodass Daten aus der Gewinn- und Verlustrechnung sowie Marktmetriken in SAP Datasphere gesteuert und konsolidierte Berichte ohne Tabellenkalkulationen und manuellen Aufwand bereitgestellt werden können. „Das verdeutlicht, was wir erreichen wollen – es geht darum, Quellen zusammenzuführen und sie zu bündeln“, so Schletz.
Silos abbauen, KI fördern
Das langfristige Ziel der BSH im Finanzbereich ist es, Silos zwischen Buchhaltung, Controlling und Treasury-Management zu beseitigen. Schletz möchte eine parallele Ledger-Architektur umsetzen, die Daten sowohl auf Ebene der Geschäftseinheiten als auch auf Konzernebene abbildet und so komplexe Analysen wie Werttreiberbäume ermöglicht. Durch den Umstieg auf SAP S/4HANA Cloud Private Edition und die Integration mit SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud möchte BSH einen zentralen Datenpool für das Finanzwesen schaffen – von Nebenbüchern bis hin zur Konzernkonsolidierung.
Schletz ist überzeugt, dass ein cloudbasiertes, synchronisiertes Toolset es seinem Finanzteam ermöglichen wird, aktuelle Zahlen für die Entscheidungsfindung noch schneller und mit einem geringeren manuellen Konsolidierungsaufwand bereitzustellen. „Die KI-Evolution bei SAP bewegt sich in die Richtung, die auch wir einschlagen möchten“, erklärt Schletz. „Die Technologie steht in Einklang mit unserer Vision und passt deshalb perfekt zu uns.“
Das Unternehmen setzt seit Jahrzehnten auf SAP-Lösungen – angefangen bei SAP R/3 bis hin zu SAP S/4HANA, SAP Business Warehouse und SAP Analytics Cloud. Der nächste Meilenstein ist der Umstieg in die Cloud mit RISE with SAP. „In den nächsten zwei Jahren wechseln wir in die Cloud“, erklärt Schletz. „Wir wollen ein synchronisiertes Toolset, das uns eine ganzheitliche Sicht ermöglicht.“
Um die Analyse- und KI-Funktionen optimal nutzen zu können, konsolidiert und vereinfacht die BSH derzeit ihre breite Landschaft an Unternehmensanwendungen. Ziel des Unternehmens ist es, von sechs separaten ERP-Lösungen zu einer globalen SAP-S/4HANA-Umgebung überzugehen, die alle Tochtergesellschaften und Regionen abdeckt.
Umstieg auf SAP S/4HANA will gut vorbereitet sein
Unternehmen, die die Möglichkeiten von RISE with SAP erkunden, sollten ihre Ziele von Anfang an klar formulieren, rät Schletz: „Ohne zunächst ein Konzept zu haben, bei dem Buchhaltung und Controlling kombiniert werden, sollte man nicht mit dem Umstieg auf SAP S/4HANA beginnen“, betont er. Bei der Finance-Transformation handle es sich nicht um ein isoliertes IT-Projekt, da eine Abstimmung zwischen Logistik, Vertrieb und Kundenservice notwendig sei. „Die Umstellung auf SAP S/4HANA ist ein bereichsübergreifendes Unterfangen“, fügt er hinzu.
Die Transformation bei BSH ist noch nicht abgeschlossen, aber die Richtung steht fest: ein Umstieg in die Cloud mit RISE with SAP, Datenintegration und ein Finanzwesen, das wertvolle Einblicke ermöglicht und manuellen Aufwand reduziert. „Wir wollen, dass die Maschine das tut, was sie am besten kann, damit sich die Menschen auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können“, betont Schletz abschließend.



