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ERP: Bereit für die Cloud

Feature | 9. März 2017 von Paul Taylor 4

In den nächsten Jahren werden viele Unternehmen einen Wechsel vollziehen: von ERP-Altsystemen auf eine neue Generation von intelligenten ERP-Systemen in der Cloud.

Enterprise Resource Planning – die Kernsoftware, die große Unternehmen antreibt – hat einen entscheidenden Punkt erreicht. Branchenanalysten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 vier von zehn Großunternehmen mindestens 60 Prozent ihrer ERP-Anwendungen in der Cloud betreiben werden. Der Markt für Cloud-basierte ERP-Lösungen belief sich 2015 auf 21,1 Milliarden US-Dollar und bis 2020 wird ein Wachstum um 15,5 Prozent auf 43,3 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Zentrale Anwendungen wie Finanz- und Rechnungswesen, Personalwesen, Produktion und Materialwirtschaft wurden bisher vor Ort im Rechenzentrum des Kunden ausgeführt. Doch nun hat ein Wandel eingesetzt: von On-Premise-Software hin zu flexibleren ERP-Suites in der Cloud, die den Innovationsprozess erleichtern. Und dieser Umstieg ist für IT-Abteilungen unumgänglich geworden.

So könnte Public Cloud Computing schon bald zum Standardmodell für mittlere und große Unternehmen werden. Dies ist eine beachtliche Trendwende für ein IT-Modell, das die meisten CIOs noch vor wenigen Jahren mit Argwohn betrachteten. Es galt als zu riskant, zu fragil und zu unsicher für den großen Auftritt. (Tatsächlich haben sich Cloud-Services als äußerst sicher erwiesen. Sie bieten ein höheres Sicherheitsniveau als firmeninterne Rechenzentren und sind weniger anfällig für Social-Engineering-Angriffe wie Fishing. So tragen sie dazu bei, das Vertrauen in die öffentliche Cloud zu stärken.)

Der Trend zu Cloud-ERP-Software findet vor dem Hintergrund einer grundlegenden Veränderung statt. Cloud Computing und Cloud-basierte Subskriptions-Services sind nicht nur im Bereich der Unterhaltungselektronik gefragt, sondern auch im Markt für Unternehmenssoftware; es ist also weit mehr als ein Technologiewandel.

Getrieben wird diese Veränderung primär von Geschäftsanwendern, die mit der Notwendigkeit konfrontiert sind, Neuerungen einzuführen und dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein, während die digitale Transformation voranschreitet. Agile Mittelständler haben es erfolgreich vorgemacht. Auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre IT-Funktionen zu verbessern und Geschäftsprozesse zu standardisieren, haben sie nicht lange gezögert und ihre On-Premise-ERP-Anwendungen in die Cloud verschoben.

Diesem Beispiel folgen nun größere Mittelständler sowie Sparten und Tochtergesellschaften großer Unternehmen mit 1.500 oder mehr Mitarbeitern – wobei für diese Firmen das Hauptbuch das zentrale Element ihrer Geschäftsprozesse ist. Vor etwa zwei Jahren haben mittlere und große Unternehmen erstmalig gezeigt, dass sie bereit sind, Cloud-basierte Kernlösungen für das Finanzmanagement einzuführen.

Altsysteme unter Modernisierungsdruck

Heute gibt es überzeugende geschäftliche Gründe, warum jedes Unternehmen die Umstellung auf Cloud-ERP-Software wagen sollte. Dabei geht es nicht allein um Zahlen oder Technologie. Es geht um Geschäftsstrategie und darum, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation im digitalen Zeitalter sicherzustellen.

Viele Unternehmen betreiben noch immer Altsysteme. Einige davon sind über 20 Jahre alt. Oftmals laufen diese betagten Anwendungen auf veralteter Hardware, die nicht mehr unterstützt wird. Ihre Funktionen wurden stark angepasst oder sie wurden nach Übernahmen einfach zusammengeführt. Die entsprechende Dokumentation dazu fehlt.

In der Folge sind hochkomplexe IT-Landschaften entstanden. Und noch schlimmer ist, dass es meist schwierig bis unmöglich ist, diese Altsysteme zu ändern. So werden Innovationen im Keim erstickt und Geschäftsprozesse bleiben eingeschränkt. Die meisten Softwareanbieter lassen bereits ihre besten Entwickler an Cloud-Anwendungen arbeiten. Lokal installierte Anwendungen bleiben hinter ihren Cloud-basierten Pendants zurück.

In der Regel wurden Altanwendungen als Erfassungssysteme entwickelt. Sie sind zwar noch funktionsfähig, aber ihre zentralen Konzepte und Designs sind veraltet. Es ist sehr schwer oder sogar unmöglich, diese alten Systeme für den Wettbewerb in der digitalen Wirtschaft von heute nachzurüsten.

Analysten rechnen damit, dass die Nachfrage nach intelligenten Unternehmensanwendungen steigen wird und dass bis 2018 rund 35 Prozent der Bereichsleiter solche Lösungen einführen werden, um Geschäftsprozesse und Ressourcenauslastung zu optimieren. Bis zu einem gewissen Grad wird künstliche Intelligenz in den nächsten zehn Jahren fester Bestandteil nahezu jeder Anwendung und Dienstleistung sein.

Digitalisierung als Innovationstreiber 

Der Umstieg auf Cloud-ERP und die digitale Transformation sorgen für einen neuen Innovationsschub, der bestehende Geschäftsmodelle ablöst und die Aufgaben von CIOs und IT-Abteilungen grundlegend verändern wird. Die Digitalisierung wird somit zur neuen Triebfeder des Handels und der Industrie. Unternehmen, die den digitalen Wandel nutzen, um Umsätze und Gewinne zu steigern, werden als Sieger hervorgehen. Aber Firmen, die weiterhin mit ERP-Altanwendungen bestehen wollen, werden in der digitalen Wirtschaft nicht Schritt halten können und untergehen.

Am 9. Februar hat SAP die nächste Version ihrer Lösung „SAP S/4HANA Cloud“ vorgestellt, die wichtige Funktionen einer ERP-Suite in der Cloud bereitstellt, inklusive Anwendungen für Einsatzfelder wie Manufacturing, Finance und Professional Services.

Zusammen mit Cloud-Paketen für Geschäftsbereiche wie SAP SuccessFactors, Ariba oder Concur deckt SAP S/4HANA Cloud die Kernanforderungen ab, die mittlere und große Unternehmen an eine intelligente ERP-Suite heute stellen.

Top-Foto via Shutterstock

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