Warum die digitale Transformation für erfolgreiche Führungskräfte höchste Priorität hat

Die digitale Transformation ist überall angekommen? Von wegen! Noch längst sind nicht alle Unternehmen bereit dafür.

Erfolg in der Geschäftswelt heißt meist, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Früher war dies gleichbedeutend damit, der Erste auf dem Markt zu sein: die erste Pizzeria in einer Kleinstadt oder auch die erste Boutique, in der es Skinny Jeans zu kaufen gibt. Durch Technologie ist unsere Welt ein Stück kleiner geworden, während sich die Absatzmärkte deutlich vergrößert haben. Dadurch hat sich auch die Art und Weise, wie Geschäfte getätigt werden, verändert. Von modernen Unternehmen werden heute fundierte Kenntnisse im Bereich Digitalisierung erwartet, die wiederum eine Transformation ihrer Geschäftsabläufe nach sich zieht. Dieses Konzept wird auch als „digitale Transformation“ bezeichnet. Die Definition, was genau diese beinhaltet, ist nicht ganz einfach.

Was bedeutet digitale Transformation?

Der Begriff „digitale Transformation“ kann ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Für ein etabliertes Unternehmen könnte er Maßnahmen zur Entwicklung einer Social-Media-Strategie beschreiben, während ein Start-up darunter möglicherweise die Schaffung eines kanalübergreifenden Erlebnisses für seine digitalen Besucher versteht. Ivan Menezes, CEO von Diageo, hat eine einfache Definition parat: „Es geht nicht um digitales Marketing, sondern darum, Produkte und Dienstleistungen in einer digitalen Welt effektiv zu vermarkten.“ Natürlich hat er damit recht. Die heutige Geschäftswelt ist bereits digital.

Das Problem besteht darin, dass die digitale Transformation sehr häufig ein Trojanisches Pferd ist, hinter dem sich ein tiefgreifender geschäftlicher Wandel verbirgt. Und für diesen Wandel sind die meisten Unternehmen noch nicht bereit. Abläufe vom Backoffice über das Design der Website und die Buchhaltung bis hin zum Marketing werden auf den Prüfstand gestellt. Auch die Unternehmenskultur ändert sich grundlegend, was bei vielen Mitarbeitern zu großer Verunsicherung führt: Sie wissen nicht, womit sie als Nächstes rechnen müssen.

Eine aktuelle Studie von Russell Reynolds kommt zu dem Schluss, dass weniger als 4 Prozent der 500 weltweit größten Unternehmen in der Lage sind, vollständig digitale Geschäftsprozesse zu unterstützen. Auch in den USA sind weniger als 25 Prozent der Unternehmen bereit für eine umfassende Digitalisierung.

Wie Unternehmen von der digitalen Transformation profitieren

Unternehmen müssen sich bestimmte technologische Möglichkeiten zunutze machen – nicht im Rahmen einer strategischen Initiative, sondern durch schrittweise Anpassung. Und genau das ist der Haken an der Sache. Das Marktforschungsunternehmen Econsultancy von Marketing Week hat das Problem aus statistischer Perspektive beleuchtet. Verschiedene Umfragen und Interviews ergaben, dass 2014 bereits 75 Prozent der Befragten die Digitalisierung als wichtiges Ziel für ihr Unternehmen bezeichneten. Im Jahr zuvor waren es erst 69 Prozent gewesen. Und doch ändert sich abgesehen von sehr oberflächlichen Dingen nichts. Woran liegt das? Über die Hälfte der von Econsultancy befragten Unternehmen gaben an, keine Notwendigkeit für Veränderungen zu sehen.

MIT Sloan befasste sich näher mit dem Problem. „Eines hat sich ganz klar gezeigt: Die erfolgreichsten Unternehmen – die wir als ,Digirati‘ bezeichnen – kombinieren Digitalisierungsinitiativen mit starken Führungsqualitäten und nutzen Technologien für ihren Wandel“, heißt es in einer Studie der Business School. „Wir bezeichnen das als digitale Reife. Die digitale Reife variiert von Unternehmen zu Unternehmen: Reifere Unternehmen erzielen bessere Ergebnisse als ihre Mitbewerber.“ So setzen Unternehmen mit besonders ausgeprägter digitaler Reife Technologien nicht ein, um persönliche Gespräche zu ersetzen, sondern um diese zu verbessern oder um ein hochgradig personalisiertes Einkaufserlebnis zu schaffen.

Auf dem Weg zur digitalen Transformation

Sie können verschiedene Maßnahmen ergreifen, die Ihre digitale Transformation einfacher gestalten. Häufig erweist es sich als wirksam, Dinge auf andere Weise zu beschreiben und auch die überwachten Kennzahlen verständlicher zu kommunizieren. Eine weitere Maßnahme besteht darin, Ihr Führungsteam beispielsweise um einen Designer zu erweitern (wie es Apple und Burberry getan haben). Hilfreich ist es auch, die richtigen Daten zur Verfügung zu haben: Echtzeitdaten, Synchronisierung und automatische Analysen tragen entscheidend dazu bei, die Notwendigkeit und den Nutzen bestimmter Technologietools nachzuweisen. Letztlich setzt eine erfolgreiche digitale Transformation aber vor allem voraus, dass Sie in Ihrem Unternehmen eine Kultur des Wandels leben, damit Ihren Mitarbeitern, Führungskräften, Lieferanten und Kunden klar ist, in welche Richtung sich Ihr Unternehmen zukünftig entwickeln wird.