Lagerlogistik – die wichtigsten IT-Trends

Die klassischen Lieferketten verändern sich im Zuge der Digitalisierung rasant. Auf dem Infotag Lager- und Transportmanagement am 5. November in Wiesbaden stellt SAP Trends und Neuerungen zur Optimierung, Digitalisierung und Integration in der Lager- und Transportlogistik vor.

Das SAP EWM (Extended Warehouse Management) bildet seit Jahren den Kern des Lagermanagements und ist die Basis für sämtliche Prozesse und Funktionen in der Lagerlogistik. Es erlaubt eine nahtlose Integration mit weiteren Bestandteilen der Supply Chain Execution Platform wie etwa SAP Transportation Management (TM) sowie zum SAP ERP-System und den dazugehörigen ERP-Prozessen. Das EWM wickelt alle Lagerprozesse vom Wareneingang, Einlagerung, über lagerinterne Prozesse bis hin zur Kommissionierung und zum Warenausgang ab. Darüber hinaus enthält das SAP EWM eine Vielzahl weiterer Funktionen beispielsweise für die Abrechnung von Lagerleistungen, zur Prozessautomatisierung, Warehouse Analytics sowie eine integrierte Materialflusssteuerung (SAP MFS), die die Schnittstelle zu Anlagen wie automatisierten Hochregallagern, Transportbändern und -systemen und neuerdings auch autonomen Transportfahrzeugen (Robotern) bildet.

Dabei unterliegen die klassischen Lieferketten im Zuge der digitalen Transformation einem rasanten und grundlegenden Wandel. Dieser stellte Produktion, Serviceprozesse, Kooperation mit Kunden und Lieferanten – und natürlich auch die Lagerlogistik – vor neue Herausforderungen, wie etwa kleinere Bestell- und Fertigungsmengen bis hin zur Losgröße eins oder die engere Integration mit der Produktion. Es liegt deshalb auf der Hand, dass SAP das EWM kontinuierlich weiterentwickelt, um den immer neuen Anforderungen an die Lagerwirtschaft zu begegnen.

Wir stellen im Folgenden einige Funktionen und Systeme vor, die wichtige Trends in der Lagerlogistik adressieren:

Cloud-Lösung für Warehouse Management

Seit Ende letzten Jahres bietet SAP eine cloudbasierte Lagerlösung an. Das Cloud-WM ist integraler Bestandteil der SAP S/4HANA Cloud Lösung und basiert technisch auf dem praxiserprobten Embedded EWM der On-Premise Lösung S/4HANA. Dabei ist das Cloud-WM so konzipiert, dass es schnell und einfach implementiert werden kann und von Lagermitarbeitern einfach zu bedienen ist. „Weil das System cloudbasiert und sehr einfach konfigurierbar ist, dauert die Einführung nur wenige Wochen“, sagt Jörg Michaelis, Chief Product Owner der SAP Lagerlogistiklösungen.

Das Cloud-WM wird mit voreingestellten Elementen ausgeliefert. Beispiele sind etwa:

  • Lagerstruktur mit vordefinierten Lagertypen, wie Wareneingangs- und Warenausgangszonen und adaptierbaren Template-Lagertypen wie Regallager, Blocklager etc.
  • Fertige User-Rollen, -Kacheln und -Apps für das maßgeschneiderte Einstellen der Konfiguration, sowie transaktionalen und analytischen FIORI-Apps für die Lagermitarbeiter
  • Best-Practice-Prozesse für die unterschiedlichen Lagerabläufe

Die Lösung eignet sich vor allem für einfach strukturierte, manuelle Lager mit überschaubarem Volumen. Sie erlaubt die Kontrolle und Steuerung aller relevanten Abläufe und bietet eine hohe Transparenz auf Bestände und Lagerprozesse. „Der Kunde erhält eine vollumfängliche Lagerlogistiklösung, die alle Standardanforderungen abdeckt – und das bei extrem kurzen Einführungszeiten, hoher Elastizität, Wartungsfreundlichkeit und einem attraktiven Bezahlmodell, die zu den Vorteilen von Cloud-Lösungen gehören“, sagt Michaelis.

Cloud Robotics im Lager Management

Unter dem Begriff „Plug-and-Play Robotics Integration“ hat SAP eine Cloud-Robotics Platform entwickelt, die die Integration einer neuen Generation von Robotern ermöglicht. Im Gegensatz zu traditionellen Industrierobotern, die in der Fertigungsautomatisierung eingesetzt werden, arbeiten kollaborative Roboter gefahrlos Seite an Seite mit Menschen. Sie sind preisgünstig und können mit deutlich geringerem Aufwand programmiert werden. Ein typischer Einsatzbereich in der Logistik ist das Lager, wo Roboter Waren transportieren und, je nach Bauart auch entnehmen und einlagern können. Treten Hindernisse auf, umfährt sie der Lagerroboter oder plant seine Route um.

„Solche Systeme werden heute von unzähligen Anbietern auch im Low-Cost-Bereich angeboten“, sagt Nemrude Verzano, der bei SAP für verschiedene Industrie 4.0 Initiativen verantwortlich ist. „Die Herausforderung besteht darin, diese Systeme mit ihren unterschiedlichen Software-Stacks mit den vorhandenen Logistikanwendungen zu verbinden.“

Ziel sei es, neue autonome Systeme mit möglichst geringem Aufwand, gemäß Industrie 4.0 unter Nutzung offener Standards, mit SAP Applikationen zu integrieren – und zwar unabhängig vom Hersteller, damit auch Roboterflotten unterschiedlicher Anbieter einheitlich betrieben und effizient organisiert werden können. Damit erst eröffne sich die Möglichkeit, mit absehbarem Aufwand Roboter für neue Einsatzzwecke schnell in Betrieb zu nehmen sowie Skalierung und Optimierungen über die gesamte Flotte durchzuführen.

„SAP Cloud Robotics verringert deutlich den Bedarf für spezialisierte System-Integratoren, fördert die Wiederverwendbarkeit und Interoperabilität, reduziert die Kosten und ermöglicht neue Innovationen“, sagt Verzano. Der Aufwand für die Integration von Lagerrobotern mit SAP-EWM verringere sich dadurch nach seinen Berechnungen von mehreren Wochen auf wenige Stunden. „Mit Kooperationspartnern in der Open Industry 4.0 Alliance arbeiten wir daran“, so Verzano, „diesen Ansatz auf weitere Arten von Assets wie Maschinen in der Produktion zu erweitern.“

Warehouse Insights für optimierte Lagerlogistik

Einen weiteren Cloud-basierten Service bietet SAP mit Warehouse Insights, das dazu dient, Lagerabläufe transparenter zu machen, Schwachstellen aufzudecken und Wege zur Optimierung aufzuzeigen.

„Warehouse Insights ist ein leistungsstarkes, cloudbasiertes Analyse- und Planungstool, das auf intelligente Art und Weise das SAP EWM unterstützt. Es bietet Optimierungspotenzial bei der Zuordnung von Lageraufträgen zu Ressourcen und stellt Lageraktivitäten, auch grafisch, transparent dar“, sagt SAP-Logistikexperte Michaelis.

Dafür verfügt Warehouse Insights über eine Reihe von Funktionen für Monitoring, Visualisierung und Analyse sowie zur Simulation von alternativen Szenarien. So lassen sich unter anderem die (Minder-) Auslastung von Ressourcen, ineffiziente Transportwege oder Optimierungspotenziale im Lager-Layout ermitteln. Indem alle wichtigen Parameter für die Effizienz der Lagerabläufe in die Analysen und Simulationen einfließen, ergäben sich in aller Regel deutliche Einsparpotenziale: „Fast immer können durch besseren Ressourceneinsatz entweder die Leistung erhöht oder Kosten eingespart werden“, sagt Michaelis. Dabei stellen Algorithmen sicher, dass die angestrebten Durchlaufzeiten eingehalten werden.

Der laufende Betrieb kann an Hand von analytischen KPIs (Key Performance Indicators) überwacht und mit aussagekräftigen Visualisierungstools wie Diagrammen und Dashboards sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus können Daten aus dem ERP-System oder anderen Anwendungen, wie etwa IoT-Applikationen in das Monitoring einbezogen werden.

Warehouse Insights läuft auf der SAP Cloud Platform und ist seit dem ersten Quartal 2019 in einer Beta-Testphase bei ausgewählten Kunden im Einsatz. Die Freigabe für alle Kunden ist für November 2019 geplant.

SAP Infotag Lager- und Transportmanagement

Diese und weitere Trends in Lagerlogistik und Transportmanagement stehen im Mittelpunkt des SAP-Infotages Lager- und Transportmanagement am 5. November in Wiesbaden. Neben Keynotes von SAP-Experten präsentieren Kunden hier innovative Logistik-Projekte und Experten von SAP und Partnern stehen Rede und Antwort zu allen Fragen rund um die Supply Chain.

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