Mittelstand auf der Überholspur mit SAP S/4HANA

Eine breite Digitalisierung kann eine enorme Wirkung auf die Geschwindigkeit und Effizienz von Unternehmen entfalten – vor allem im Mittelstand. Welchen Weg ein Unternehmen bei der Umstellung seiner ERP-Systeme geht, ist ebenso wichtig wie die gewählten Technologien und Tools.

Grundsätzlich eröffnen die meisten digitalen Technologien die Chance auf mehr Effizienz und Kundennähe. Wenn es aber in Unternehmen an dem ernsthaften Willen mangelt, etwas zu verändern, wenn sie die falschen Anwendungen wählen oder entscheidende Schritte überspringen, schleichen sich erhebliche Mängel in ihre digitale Strategie ein, die sich im Laufe der Zeit immer stärker bemerkbar machen.

Die SAP bietet zwei Tools an, die mittelständische Unternehmen davor bewahren, diese Fehler zu machen, wenn sie ihre bisherigen ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) auf SAP S/4HANA umstellen. Unternehmen, die die digitalen Trends erkannt haben, sind damit in der Lage, diesen Trends auf ihre eigene Weise zu folgen und dieselben Vorteile zu erzielen wie ihre größten Wettbewerber.

ERP-Roadmap: SAP Transformation Navigator

SAP Transformation Navigator wertet die Geschäfts- und IT-Anforderungen, die aktuell genutzte Technologie und die strategischen Ziele eines Unternehmens aus und stellt auf dieser Grundlage einen realistischen Leitfaden, eine Visualisierung des gesamten Transformationsprozesses sowie Details zu relevanten Business Cases bereit. SAP-Kunden mit einem aktiven Wartungsvertrag bietet das Tool zudem kostenlosen Zugang zu wichtigen Empfehlungen sowie Produktoptionen.

Das Self-Service-Tool generiert ausführliche Empfehlungen und bietet erhebliche Vorteile wie diese:

  • Einblick in die Fähigkeiten und Werttreiber eines Unternehmens, um die Transformation der IT-Landschaft zu beschleunigen und zu vereinfachen
  • Eine übersichtliche Produkt-Roadmap mit Referenz-Roadmap, um SAP-Lösungen zu identifizieren, die die Weiterentwicklung des Unternehmens auf eine Weise unterstützen, die der Branche und den Unternehmenswerten Rechnung trägt
  • Darstellung des Wegs zur Digitalisierung und der nächsten Schritte, um eine neue digitale Plattform, auf der die passenden Anwendungen ausgeführt werden, zu entwickeln, bereitzustellen und kontinuierlich zu verbessern

ERP-Migrationshilfe: SAP Readiness Check für SAP S/4HANA

Das Tool SAP Readiness Check führt eine ganzheitliche Systemanalyse durch, um die Grundlage für einen reibungslosen, schnellen und erfolgreichen Umstieg von SAP ERP auf SAP S/4HANA zu schaffen. Auf einem Dashboard werden individuelle Ergebnisse bereitgestellt, die dabei helfen, einen effizienten, kostengünstigen Übergang zu SAP S/4HANA zu vollziehen – sowohl in einer allgemeinen Übersicht als auch in einer Detailansicht.

Das Self-Service-Tool liefert Unternehmen einen personalisierten Leitfaden zu Funktionen und technischer Ausstattung und greift dazu auf Daten zur Nutzung und Konfiguration der bestehenden Implementierung von SAP ERP Central Component zurück.

Schon Monate, bevor die Implementierung beginnt, werden diese Informationen zu folgenden Zwecken verwendet:

  • Relevante Vereinfachungselemente erkunden
  • Projektaktivitäten im Zusammenhang mit Vereinfachungselementen planen
  • Funktionale Auswirkungen der Bereitstellung der neuen Lösung prüfen
  • Dimensionierung simulieren
  • Datenvolumen verwalten
  • Integrationsanforderungen erfüllen
  • Kundenspezifischen Code anpassen
  • Geschäftsprozesse ermitteln
  • Add-on-Kompatibilität bewerten
  • Empfohlene SAP-Fiori-Apps anwenden

Das Tolle an diesen Tools für die grundlegende Analyse ist, dass genau untersucht werden kann, was moderne digitale Technologien leisten können. Die Tools können dabei helfen, schnell neue Möglichkeiten zu finden, wie Benutzer mit den bestehenden Technologien interagieren können, und den Zukunftskurs des Unternehmens zu gestalten.

Was die digitale Transformation für die Zukunft bedeutet

Die Ergebnisse von SAP Transformation Navigator und SAP Readiness Check gehen aber noch tiefer. Mittelständische Unternehmen lernen nämlich auch wichtige Lektionen, um eine Zukunft mit wesentlichen Verbesserungen, Transformation und langfristigem, nachhaltigem Wachstum zu gestalten.

Lektion 1: Jeder Benutzer ist anders.
Unternehmen, die sich bemühen, Erlebnisse zu schaffen, die die Kunden zufriedenstellen, übersehen oft, dass jeder Benutzer – ob Kunde oder Mitarbeiter – die Interaktion an einem anderen Einstiegspunkt beginnt, verschiedene Systeme nutzt und individuelle Anforderungen hat. Es ist wichtig, über die reine Kundenerfahrung hinauszublicken und jede Geschäftssituationen und das Einnahmenmanagement individuell zu bewerten.

Lektion 2: Mit ein und derselben Lösung werden in verschiedenen Abteilungen verschiedene Ergebnisse erzielt.
Ein Unternehmen, das eine Technologie wie SAP S/4HANA in Erwägung zieht, kann es schwierig finden, sich die Auswirkungen auf einzelne Abteilungen vorzustellen. Beispielsweise wollen Führungskräfte im Finanzwesen vielleicht wissen, welche Vorteile es bietet, Funktionen für Finanzen und Kostenkontrolle miteinander kombinieren zu können, um periodische Soft Closes zu ermöglichen. Die Logistik interessiert sich eher für die Möglichkeiten, umfassende Planungsfunktionen zu implementieren.

Lektion 3: Eigene Innovationen und Strategievorstellungen sind immer noch wichtig.
Eines der attraktivsten Merkmale von SAP S/4HANA ist die von iterativer Unterstützung begleitete Prozessautomatisierung. Doch es kann genauso attraktiv sein, vorhandene Technologie in ERP zu integrieren, ohne zusätzliche Komplexität und Widerstand bei den Mitarbeitern zu riskieren. Diese Methode lässt Raum für den Entwurf und die Bereitstellung neuer Funktionen, Prozesse, Geschäftsmodelle und Benutzererfahrungen, die die Erwartungen der Kunden heute erfüllen und die Mitarbeiter in die Lage versetzen, die Kundenerwartungen morgen zu übertreffen.

Lektion 4: Mit einem Ansatz, der die Grundlagen an den Anfang stellt, gelingt der Umstieg.
Um dem Umstieg auf SAP S/4HANA erfolgreich zu bewältigen, ist es wichtig, während des Projekts die wesentlichen Funktionen zu berücksichtigen und in der Strategie noch Raum zu lassen, um innovative Themen später anzugehen.

Ein gutes Beispiel ist das Design einer neuen Benutzererfahrung oder User Experience (UX), das eine Live-Bereitstellung von SAP S/4HANA voraussetzt. Damit haben Sie die Freiheit, neue Technologien wie die SAP Fiori UX in der gesamten IT-Landschaft zu integrieren, um allen Benutzern eine möglichst ansprechende Plattform zu bieten.

In diesem Fall ist die Lektion klar: Unternehmen, die Funktionen bereitstellen, die das Fundament für künftige Änderungen und Innovationen bilden, ziehen den größten Nutzen aus der Digitalisierung.

Lektion 5: Der wahre Grund für die Geschäftstransformation sind die Mitarbeiter.
Die Begeisterung für die jüngsten digitalen Technologien ist auch an mittelständischen Unternehmen nicht vorbeigegangen. Doch oftmals fehlt es ihnen an Orientierung und gutem Rat, um die richtigen Anwendungen zu wählen und erfolgreich zu implementieren. Jedes Unternehmen sollte daran denken, sich auf die Menschen zu konzentrieren, die Veränderung erst möglich machen: die Mitarbeiter.

Der beste Weg zu Digitalisierungsbereitschaft und digitaler Transformation

Eine Softwareimplementierung, -umstellung oder -migration ist in vielerlei Hinsicht wie eine Autofahrt. Es gibt einen Start und ein Ziel, und dazwischen liegen Abzweigungen, Baustellen, Staus und Brücken. Manchmal hält man ein- oder zweimal an, um zu tanken und sich noch einmal zu orientieren, und dann geht es weiter.

Leider geht ohne Karte oder Navi selten alles glatt. Man biegt falsch ab. Man muss mehr tanken als erwartet. Und schließlich kommt man zu spät am Ziel an und verpasst womöglich den Termin, für den man angereist ist.

Es ist also kein Wunder, dass Unternehmen mitunter zögern, sich auf Veränderungen einzulassen – vor allem mittelständische Unternehmen. Die SAP leistet mit SAP Transformation Navigator und SAP Readiness Check Hilfestellung. Mittelständische Unternehmen können jetzt Roadmaps erhalten, die genau zeigen, wie die Strategie aussehen sollte, in welcher Reihenfolge Technologien implementiert werden sollten und in welchem Tempo die Umstellung auf SAP S/4HANA erfolgen sollte.


Christina Grewe ist Enterprise-IT-Architektin und Integrationsspezialistin bei der SAP.