Führungskräfte im Interview: Max Wessel zu Innovation in Krisenzeiten

Chief Innovation Officer Max Wessel erläutert, wie die SAP auch in Zeiten der Corona-Pandemie Innovationen voranbringt.

Die Welt befindet sich im Wandel. Verbraucher ändern ihr Verhalten, und Unternehmen weltweit müssen ihre Abläufe anpassen. Vor dem Hintergrund neuer Softwareanforderungen und begrenzter Budgets sehen sich Führungskräfte nun mit der Herausforderung konfrontiert, stabile Lieferketten aufrechtzuerhalten, Geschäftsprozesse zu optimieren, Mitarbeiter im Homeoffice zu unterstützen und die Kapitaleffizienz zu verbessern.

In diesem veränderten Geschäftsumfeld müssen Unternehmen ohne große Vorbereitungszeit Testläufe mit neuen Softwarelösungen durchführen, die wenig Ressourcen benötigen, kostengünstig sind und sich einfach bereitstellen lassen.

Automatisierung, Lieferketten, Homeoffice: Mit innovativen Lösungen die Herausforderungen meistern

Unterstützung kommt von der SAP. Der Geschäftsbereich New Ventures and Technologies (NVT) unter der Leitung von Max Wessel (Chief Innovation Officer der SAP sowie Geschäftsführer der SAP Labs Silicon Valley) hat es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen durch die Entwicklung innovativer Technologien und neuer Produkte sicher in die Zukunft zu führen.

In welchen Geschäftsbereichen sehen Sie unmittelbare Chancen oder auch die Notwendigkeit für Innovationen, mit denen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie abmildern lassen?

Max Wessel: Unsere Kunden brauchen schnelle Erfolge. Es sind drei zentrale Geschäftsanforderungen, die unserer Ansicht nach in den kommenden Monaten und Jahren ganz oben auf der Liste von CIOs stehen werden: die Optimierung und Automatisierung von Prozessen, die Stärkung der Lieferketten und die Unterstützung von Mitarbeitern im Homeoffice. Dabei können wir helfen.

Mit einfachen Produkten zur Automatisierung von Prozessen lasen sich kurzfristige Anforderungen bewältigen sowie langfristige Risiken mindern. Dadurch sind Unternehmen weniger auf Fachwissen angewiesen, das in dieser Zeit möglicherweise schwerer zugänglich ist. Um die Effizienz allgemein zu verbessern, suchen viele Unternehmen nach Technologien, um Routineaufgaben zu automatisieren. Sie suchen außerdem nach Lösungen, mit denen sie neue, innovative Prozesse entwickeln und möglichst schnell einführen können.

Lieferketten sind in Krisenzeiten besonderen Belastungen ausgesetzt. Indem wir unseren Kunden eine einfachere Organisation, Kommunikation und Automatisierung von Prozessen ermöglichen, profitieren sie von mehr Flexibilität in ihren Lieferketten. Und: Da Teams nun voneinander isoliert im Homeoffice arbeiten, ist es absolut entscheidend, dass Unternehmen die digitale Interaktion und Kommunikation verbessern und zugleich die Prozesse für das Arbeiten im Homeoffice vereinfachen.

Ist es möglich, Innovationen auch in virtuellen Teams voranzutreiben? Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich dabei?

Wessel: Das Arbeiten im Homeoffice ist nichts wirklich Neues. Es gibt viele erfolgreiche Unternehmen, deren Belegschaft ausschließlich Telearbeit verrichtet. Wir können aus dieser Krise lernen, wie wir uns weltweit untereinander und mit unseren Kunden noch besser vernetzen können.

Vielleicht stellen wir in manchen Bereichen sogar fest, dass der virtuelle Austausch genau so effektiv ist wie die persönliche Kommunikation. Als das NVT-Team im ersten Quartal erfuhr, dass unsere Veranstaltungen nur noch in kleinerem Kreis stattfinden dürfen oder ausfallen müssen, haben wir die Gelegenheit genutzt, uns über digitale Kanäle mit den CIOs unserer Kunden besser zu vernetzen. Wir tauschen uns nun im Rahmen 30-minütiger virtueller Coffee Corner Sessions über aktuelle Megatrends aus – etwa über abnehmende Kosten bei der Softwareentwicklung und die Auswirkungen für Geschäftssoftware. Mir persönlich hilft dieses Format sogar, die Probleme unserer Kunden noch besser zu verstehen und Lösungen dafür zu finden.

Nützliche Lösungen in der Krisenzeit: Softwareroboter, Geschäftsplattform, Recruiting

Wie kann Ihr Geschäftsbereich bei der Entwicklung von Lösungen hier unterstützen?

Wessel: Wir haben bereits zahlreiche Lösungen, die genau auf diese Anforderungen ausgerichtet sind, beispielsweise SAP Intelligent Robotic Process Automation (SAP Intelligent RPA): Softwareroboter helfen bei der Prozessautomatisierung.

Mit Ruum by SAP steht Kunden eine flexible Geschäftsplattform zur Verfügung, mit der sie ohne zusätzliche Kosten für die Programmierung Prozesse auf der Grundlage ihrer vorhandenen Architektur entwickeln, automatisieren und ausführen können. Spotlight by SAP ist ein datengestütztes Konzept mit einer Vielzahl von Tools. Es dient dazu, Geschäftsabläufe zu analysieren und intelligent zu automatisieren. Die Lösung Brilliant Hire by SAP optimiert den Einstellungsprozess. Sie unterstützt Personalbeauftragte und einstellende Führungskräfte dabei, hoch qualifizierte Kandidaten zu finden und deutlich schneller als bei herkömmlichen Einstellungsverfahren vorurteilsfreie Entscheidungen zu treffen.

Mit Blick auf die Maßnahmen der SAP im Zuge der Corona-Pandemie macht es mich besonders stolz, dass wir mit dem Netzwerk Apparent Financing by SAP in den letzten zwei Jahren die Vergabe von Krediten an kleine und mittelständische Unternehmen gefördert haben.

Wir können nun kleine Unternehmen mit Kreditgebern im Ariba Network zusammenbringen und dabei ihre Rechnungen als Richtwert für die benötigte Kredithöhe nutzen. Da kleinere Unternehmen derzeit keine Möglichkeit haben, sich dringend benötigtes Kapital zu besorgen, schaffen wir so Kreditmärkte – ohne Kosten für die Unternehmen und für unsere Ariba-Kunden. Wir sind dazu in der Lage, weil wir schon seit einigen Jahren mit solchen Modellen experimentieren und diese fördern.

Dies ist der erste Teil eines zweiteiligen Interviews.