Wie ein Blinder den Klimawandel sieht

Motivationsredner werden normalerweise engagiert, um Vertriebsteams zu zeigen, dass nach oben keine Grenzen gesetzt sind und es keine Entschuldigung dafür gibt, Vertriebsziele nicht zu erreichen. Bei Hein Wagner, der für die SAP ein inspirierender Botschafter in Sachen Nachhaltigkeit ist, sieht das etwas anders aus. Er ist von Geburt an blind und das beste Beispiel dafür, dass es keine Grenzen gibt, außer denen, die wir uns selbst setzen.

Wagner musste sich mit etwas arrangieren, das für die meisten sehenden Menschen unvorstellbar ist: permanente Dunkelheit. Dennoch ist er davon überzeugt, dass man alles erreichen kann, was man sich vornimmt – sogar eine schier unmögliche Aufgabe wie der Kampf gegen den Klimawandel.

„Wenn wir die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten, dann können wir auch die Dinge selbst verändern“, meint Wagner, der Technologien wie künstliche Intelligenz nutzt, weil sie ihm helfen, ein erfülltes Leben zu führen. Auf seinem Smartphone hat er zum Beispiel eine App für Blinde, die ihm seine Umgebung beschreibt: Menschen, Texte, Objekte, Farben, Währungen und sogar die Zutatenliste auf einer Konservendose. Dazu muss er sein Handy nur auf das gewünschte Ziel richten.

Es dauert einen Moment, bis sich der Sinn von Wagners weisen Worten erschließt. Vieles um uns herum nehmen wir schon gar nicht mehr bewusst wahr, da wir daran gewöhnt sind –  Plastikmüll am Straßenrand etwa, oder Berichte über extreme Wetterereignisse. Oder wir sehen nur das, was wir sehen möchten: Statt des Smogs am Horizont haben wir nur Augen für die schnittigen Autos auf den Straßen.

All das ist heute Normalzustand in unserer Gesellschaft und wir nehmen es einfach hin. Um uns herum gibt es jedoch viele Zeichen für den Klimawandel und dessen Ursachen und Auswirkungen.

Gesellschaftliche Verantwortung – eine Art sechster Sinn

Wagner ist es gewohnt, widrigen Umständen zu trotzen: Er hat bereits an den härtesten Marathons und Triathlons der Welt teilgenommen und das schwierigste Mountainbike-Rennen auf diesem Planeten (Absa Cape Epic) absolviert. Außerdem hat er an der Kapstadt-Rio-Regatta (Cape 2 Rio) teilgenommen. In der Natur findet er seine größte Inspiration und setzt sich deshalb mit Leidenschaft für Technologien ein, die saubere Energie fördern. „Jeder Einzelne von uns ist für das Klima verantwortlich“, betont er. „Wir können mehr tun, als wir glauben.“

Als inspirierender Botschafter identifiziert sich Wagner mit dem Leitthema unserer Marke und spornt Mitarbeiter zu positiven Veränderungen an. Wagner begann seinen beruflichen Werdegang als Telefonist in Südafrika. Das rasante Wachstum in der Technologiebranche motivierte ihn dazu, in die IT-Branche zu wechseln, wo er als Manager für Teams mit sehbehinderten Menschen in Unternehmen wie MWeb und Thawte Consulting tätig war. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Technologie dabei helfen kann, die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben von Menschen zu verbessern.

Ohne seinen Sehsinn übte sich Wagner sein Leben lang darin, seine anderen Sinne zu schärfen. Durch einen ausgeprägten sechsten Sinn nimmt er seine Umwelt intuitiv und intensiver als manch anderer wahr. Als Fünfjähriger „steckten“ ihn seine Eltern in ein Internat für sehbehinderte Kinder, um ihn auf das echte Leben vorzubereiten. Heute ist er für diese Erfahrung dankbar. Er war gezwungen, sein komfortables und behütetes Elternhaus zu verlassen und sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden – eine Welt, in der alle anderen das Licht sehen und sich an seinem Glanz erfreuen können.

Irgendwann kamen keine Nachbarskinder mehr zum Spielen in seinen Garten, denn sie waren alle mit ihren neuen Fahrädern unterwegs. Um nicht alleine zurückzubleiben, blieb ihm keine andere Wahl, als es ihnen gleichzutun.

„Ich musste mir das Fahrrad meines Bruders leihen. Wie die meisten Eltern blinder Kinder waren meine Eltern gar nicht erst auf die Idee gekommen, mir ein Fahrrad zu kaufen“, berichtet Wagner schmunzelnd.

HEIN SNIPPET ATLANTIS

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SAP setzt sich für Nachhaltigkeit ein

Nun steht Wagner vor einer neuen Herausforderung: Er möchte 93.000 SAP-Mitarbeiter und 430.000 Kunden dazu bringen, etwas für den Klimaschutz zu tun. Maßnahmen zum Kimaschutz ergreifen – so lautet eines von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Dieses Ziel steht auch im Einklang mit der Überzeugung und den Zielen der SAP.

„Die SAP bietet ideale Plattformen und Lösungen, mit denen Kunden ihre Unternehmen effizienter machen und Abfall und Umweltverschmutzung reduzieren können“, betont Wagner, wenn er bei großen Veranstaltungen mit Kunden und Mitarbeitern auftritt, zum Beispiel bei Kick-Off Meetings und SAP-Foren überall in der Region. „Wir haben das Potenzial, etwas zu bewirken.“

Wagner ist davon überzeugt, dass er Menschen dazu motivieren kann, das Unmögliche wahr werden zu lassen. Dabei provoziert er manchmal auf humorvolle Weise: „Sogar ich kann sehen, welchen Schaden der Klimawandel anrichtet. Warum seht ihr das nicht? Man muss schon blind sein, um das nicht zu sehen.“

Niemand kann behaupten, er könne nichts ausrichten. Die SAP feiert das zehnjährige Jubiläum ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und bietet bereits ein umfangreiches Portfolio , um Kunden bei der Optimierung ihrer Abläufe und der Transformation zum intelligenten Unternehmen zu unterstützen. Nun geht es darum, Kunden, Partner und Mitarbeiter zu überzeugen, einen Beitrag für die Erhaltung reiner Luft und sauberen Wassers zu leisten, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und verantwortungsbewusste Entscheidungen für eine nachhaltige Zukunft zu treffen.

Was Sie tun können

Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion, nachhaltige Städte und Gemeinden, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum – alle diese Ziele können mithilfe moderner Technologie umgesetzt werden. Wir brauchen neue Perspektiven und müssen die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.

  • Als Entscheidungsträger für Richtlinien, Budgets oder Investitionen können Sie darauf achten, Ihre Daten zu erfassen und zu analysieren, transparente Prozesse zu schaffen und langfristige Lösungen zu fördern.
  • Als Unternehmer können Sie dafür sorgen, dass Ihre Prozesse effizient ablaufen, Ihre Geschäftspraktiken ethischen Grundsätzen und allgemeinen Vorschriften entsprechen und Sie sich Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind.
  • Als Konsumenten halten Sie die Zügel in der Hand. Mit Ihrem Kaufverhalten senden Sie eine eindeutige Botschaft. Machen Sie deutlich, dass Sie nachhaltig eingekaufte und produziert Produkte mit einer niedrigen CO2-Bilanz bevorzugen.

Jedes Unternehmen und jede Organisation hat eine Vision. Manchmal muss uns jedoch erst ein Blinder vor Augen führen, dass wir etwas bewirken können. Echte Inspiration ist mehr als nur eine einmalige Erfahrung. Die richtige Einstellung verändert unser Denken und Sehen und zeigt uns, dass das Leben mehr zu bieten hat, als nur Vertriebsziele zu erreichen. So haben wir die Gewissheit, unseren gesellschaftlichen Auftrag dauerhaft zu erfüllen.


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Bild oben von Hein Wagner